Coaching Schulverpflegung

Mädchen mit Apfel in der Hand unterhält sich mit anderem Mädchen am Essenstisch.

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Das Coaching unterstützt Schulen dabei, ihre Mittagsverpflegung gesund und qualitätsbewusst zu gestalten.

Was und wie Kinder und Jugendliche essen und trinken, beeinflusst ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden und Ernährungsverhalten. Die Schulverpflegung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie kann Vorbild für eine gesunde Ernährung sein, die gut schmeckt, nachhaltig und ökonomisch ist. Immer mehr Schulen wollen ihr Mittagessen entsprechend gestalten. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Schwaben unterstützt sie dabei mit dem Coaching Schulverpflegung.

Neue Coaching-Runde – bis 16. Oktober 2020 bewerben

Schulen können sich bis 16. Oktober 2020 für eine Teilnahme am Coaching Schulverpflegung im Schuljahr 2020/21 bewerben.
Aus allen Bewerbungen werden bayernweit 40 Schulen ausgewählt, die ab Januar 2021 bis Juli 2021 von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung fachlich unterstützt und begleitet werden.
Die Teilnahme am Coaching Schulverpflegung wird vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziert und ist somit für alle Schulen kostenfrei.

Voraussetzungen

Mitmachen kann jede Schule, die

  • ihren Sitz in Bayern hat
  • mindestens vier Tage in der Woche eine warme Mittagsverpflegung anbietet
  • einen Verpflegungsbeauftragten* als Ansprechpartner für den Schulverpflegungs-Coach stellt
  • ein Essensgremium** installiert, bestehend aus mindestens einem Vertreter der Schulleitung, dem Verpflegungsbeauftragten, einem Elternvertreter und dem Speisenanbieter
  • bereit ist, sich selbst aktiv in den Coaching-Prozess einzubringen und Veränderungen zu bewirken
*Verpflegungsbeauftragter: Wichtig ist es, innerhalb des pädagogischen Teams einen Verpflegungsbeauftragten zu benennen, der die Treffen des Essensgremiums organisiert und koordiniert. Er ist erster Ansprechpartner rund um das Thema Verpflegung. Der Verpflegungsbeauftragte bündelt alle Anliegen rund um den Speiseplan und bringt sie im Essensgremium ein.
**Essensgremium: Die individuellen Unterschiede und Rahmenbedingungen, die in den Kitas und Schulen vorliegen, erfordern ein systematisches Vorgehen und das Einbeziehen aller Beteiligten in einem Essensgremium. Mitglieder sind Leitung, Verpflegungsbeauftragter, Speisenanbieter bzw. Küchenteam, Elternvertreter, ggf. Schülervertreter und Träger. Gemeinsam legen Sie die Ausrichtung der Verpflegung fest. Sie treffen sich in regelmäßigen Besprechungen rund um das Thema Verpflegung.

Hinweise zum Coaching-Prozess

Grundlage
Die fachliche Grundlage des Coaching-Prozesses sind die Bayerischen Leitlinien Schulverpflegung.

Eine Checkliste definiert die Handlungsfelder:

  • Organisation/Rahmenbedingungen
  • Gesundheit/Speisenangebot
  • Wertschätzung/Kommunikation
  • Nachhaltigkeit/Lebensmittelqualität
  • Ökonomie/Kostentransparenz
Ablauf
Zu Coaching-Beginn erfolgt eine Bestandsaufnahme auf Basis der Checkliste.
Außerdem analysiert die Schule ihren Speiseplan mithilfe des Speiseplan-Checks Kita- und Schulverpflegung.
Mit Unterstützung des Coaches formuliert das Essensgremium individuelle Ziele zur Verbesserung des Mittagsverpflegungsangebots, wobei die Optimierung des Speiseplans gemäß des DGE Qualitätsstandards für die Schulverpflegung verpflichtender Bestandteil ist. In Anlehnung an die Vorgaben für die DGE-Zertifizierung ist es das Ziel, dass die Speisepläne am Ende des Coaching-Jahres mindestens 60 % der Kriterien des Speiseplan-Checks erfüllen. Außerdem muss im Laufe des Coaching-Prozesses, falls noch nicht vorhanden, ein Verpflegungsleitbild erarbeitet werden.
Mit den formulierten Zielen sollen in der Schule messbare Veränderungen im Hinblick auf das Mittagsverpflegungsangebot angestrebt werden. Um die formulierten Ziele zu erreichen, erarbeitet das Essensgremium gemeinsam mit dem Coach ein individuelles Lösungskonzept.

Bewerbung

Bitte reichen Sie folgende Bewerbungsunterlagen ein:

  • individuelles Bewerbungsanschreiben, in dem Sie schildern, welche Verbesserungen Sie bei Ihrer Mittagsverpflegung mit dem Coaching erreichen wollen und wo Sie konkreten Unterstützungsbedarf durch den Coach sehen
  • einen vierwöchigen Speiseplan Ihrer Schule
  • die Kopie des Verpflegungsleitbilds oder Verpflegungskonzepts (falls vorhanden)
Bewerbungsbogen
Bitte stellen Sie sicher, dass der Träger, die Schulleitung, der Verpflegungsbeauftragte und der Speisenanbieter die Bewerbung unterstützen und lassen Sie die Bewerbung von allen unterschreiben.

Ansprechpartner

Veronique Germscheid
AELF Augsburg
Bismarckstraße 62
86391 Stadtbergen
Telefon: 0821 43002-1352
Fax: 0821 43002-1111
E-Mail: poststelle@aelf-au.bayern.de

Rückblick

Coaching 2018/19 in Schwaben

Beste Noten für das Engagement der Schulen

Bayernweit haben 38 Kitas und 41 Schulen in diesem Schuljahr mit der Unterstützung von Ernährungsexperten ihre Verpflegung auf den Prüfstand gestellt und verbessert. In Schwaben nahmen 7 Schulen und 5 Kitas am Coaching Kita- und Schulverpflegung teil. Ernährungsministerin Michaela Kaniber überreichte den Teilnehmern im Juli 2019 in München ihre Urkunden. "Damit stellen wir Ihrem Engagement beste Noten aus: Sie haben es gemeinsam geschafft, die Verpflegung Ihrer Kinder gesünder, regionaler und nachhaltiger zu machen", sagte die Ministerin. Die Bedeutung nachhaltiger und regionaler Ernährung sei nicht nur ein wichtiger Bildungsauftrag, so Kaniber: "Die Kinder sollen das auch jeden Tag bei ihren Mahlzeiten in der Kita und in der Schule erleben und schmecken."

KKE-Mittagsbetreuung Grundschule Anhausen

Grundschule Anhausen
Seit 8 Jahren führt der Verein "KKE e.V.-Mittagsbetreuung" die Mittagsbetreuung an der Grundschule Anhausen in Kooperation mit dem Markt Diedorf. Von 50 Betreuten werden 25 Schüler täglich verköstigt. Das Essen kommt aus einer regionalen Gaststätte. Das Coaching Schulverpflegung soll die Kinder verstärkt für neue Geschmackserlebnisse und gesunde Nahrungsmittel begeistern, so dass mehr probiert und akzeptiert wird und weniger Essensabfälle anfallen. Ernährungsbewusstsein und Geschmacksbildung soll Hand in Hand gehen und daher einfach und praxisnah vermittelt werden.

Herausforderungen

  • Die Anbieterin liefert das Essen in Thermophoren an, die Betreuerinnen teilen es an die Kinder aus. Die Schüler essen zwar im Klassenverband aber nicht gemeinsam zur gleichen Zeit.
  • Die Lautstärke während der bis zu drei Essensausgaben ist hoch.
  • In den Herbstferien ist die Mittagsbetreuung in neue erweiterte Behelfsräume mit Speise-/Ruheraum umgezogen.
  • Für die Köchin ist die Speiseplanerstellung schwierig, da viele Gerichte von den Schülern nicht akzeptiert werden.
  • Noch ist der Anteil an Speiseabfällen zu hoch.
Ziel ist es, dem Essen mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu geben. Alle Beteiligten: Betreuer, Kinder und Köchin befassen sich mit Neuem. Essenserfahrungen in guter Atmosphäre und sinnliche Geschmackserlebnisse sollen für und mit den Kindern interaktiv erforscht, erfahrbar und erlebbar werden. Gemeinschaft und Miteinander am Tisch "leben" steht im Fokus. Betreuerinnen und Eltern sollen in eigenen Veranstaltungen über ihren eigenen Geschmackshorizont hinaus geführt werden.
Lösungswege
In Theorie und Praxis widmet sich die Einrichtung ganzjährig dem Thema Ernährung und Lebensmitteln. Die Kinder kochen, backen in der KITA, besuchen Direktanbieter und Erzeuger und lernen jede Menge über die Herkunft ihrer Lebensmittel. Im Oktober stand ein Besuch beim Caterer auf dem Programm. Die Kinder schöpfen sich die Speisen selbst und koppeln den pädagogisch begleiteten „Mittagstisch“ mit gemeinschaftsfördernden Ritualen. Die Kinder werden mehr in vor—und nachbereitende Maßnahmen eingebunden (Tischdecken, - abräumen). Zusätzliche vertiefende Fortbildungen für das Personal wurden umgesetzt. Ein Elternabend mit „gesundem Buffet“ kindgerecht zubereiteter Darreichungsformen bot Impuls in die Familien hinein. Ein Vortrag der begleitenden Ökotrophologin erläutert zudem weitere Möglichkeiten gesunder Ernährung im Familien-Alltag. Die Einrichtung stellt das neu erstellte Verpflegungsleitbild vor.
Ergebnisse
Das Mittagessen hat nun einen anderen Stellenwert in der Mittagsbetreuung. Die Kinder lesen den Speiseplan und freuen sich aufs Essen. Eine Betreuerin isst mit den Kindern, gemeinsam werden die regionalen und saisonalen Zutaten zum Gericht "erforscht" und "erschmeckt". Die Kinder schöpfen sich selbst und probieren ihnen unbekannte Speisen. Es gibt mehr Tischkultur, Ruhe kehrt ein. Personal und Cateringunternehmen fokussieren das gemeinsame Bemühen Mahlzeiten im Sinne der DEG mit den Vorlieben der Kinder in Einklang zu bringen. Vollkornprodukte werden mittlerweile besser akzeptiert.Täglich frisches Gemüse und/oder Obst ist eingeführt und wird beständig gereicht. Schön ist es zu beobachten, dass die die Kinder (freiwillig) länger sitzen bleiben und es weniger Speiseabfälle gibt. Bei den Eltern ist das Bemühen um eine gelingende Mittagsverpflegung angekommen.

Stimmen zum Coaching

  • "Ich bin froh, dass meine Tochter beim Mittagessen angemeldet ist, sie probiert jetzt viel mehr und isst mittlerweile gerne Gemüse." - Mutter
  • "Die Veränderung in der Elternschaft hat durch die laufende Arbeit und den Elternabend die professionelle Ebene verdeutlicht und verständlich gemacht." - Teilnehmerin des Essensgremiums
  • "Die Kinder lesen jetzt den Speiseplan und freuen sich aufs Essen." - Personal der Mittagsbetreuung
  • "Die Kinder bleiben seit der Umstellung auf Schöpfgesellschaften länger sitzen." - Personal der Mittagsbetreuung
  • "Ich möchte mich hier richtig reinhängen und gute Qualität abliefern." - Caterer

Grundschule und Mittelschule Augsburg Herrenbach

Gebäude der Grund-und Mittelschule Augsburg Herrenbach
Grundschule und Mittelschule Augsburg Herrenbach
Die Grund- und Mittelschule Augsburg Herrenbach teilt sich eine Ausgabeküche. Die 210 Ganztagsschüler essen in zwei Speiseräumen jeweils im Zweischichtsystem. Die Mittagsverpflegung hat an den beiden Schulen als Baustein des Ganztagskonzeptes einen sehr wichtigen Stellenwert. Der hohe Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund erfordert es, auf die Zusammenstellung des Mittagessens, die Darreichung und den Geschmack besonders zu achten.
Herausforderungen
Eine multikulturelle Schülerschaft und ein kindgerechter Speiseplan müssen zueinander finden. In der Grundschule sind Abläufe im Ausgabebereich und Absprachen im Betreuungsteam noch verbesserungswürdig.
Lösungswege
Grund- und Mittelschule erarbeiteten in regelmäßig stattfindenden Arbeitstreffen erste Schritte. Die Schüler geben zukünftig mit einer Smiley-Bewertung Rückmeldungen zum Speiseplan. So kann der Speisenanbieter besser auf die Essenswünsche der Kinder eingehen. Zwischen den Klassenlehrern und dem Betreuungsteam werden zunehmend bessere Absprachen getroffen. Das fördert einheitliche Vorgehensweisen im Team und sorgt für mehr Ruhe bei den Essensabläufen. Die Betreuer aus dem Grundschulbereich besprechen täglich den Speiseplan, damit wissen die Kinder, was auf den Teller kommt. Die Ermutigung der Kinder, auch etwas zu probieren, obwohl es nicht zu den persönlichen Favoriten zählt, muss weiterhin von den Betreuerinnen umgesetzt werden. Rohkost sollte öfter auf dem Speiseplan stehen und auch als Nachmittags-Snack mit in die Klassen gegeben werden.
Ergebnisse
Nach dem Austausch mit einer weiteren Coachingschule stellte die Grundschule die Essensausgabe auf das Schüsselsystem um. Die Speisen werden nun in Schüsseln auf die einzelnen Tische gestellt. Dadurch ist es nicht nur ruhiger geworden, auch die Küche ist entlastet und es werden nicht mehr so viele Lebensmittel weggeworfen. Die Schüler probieren alle Komponenten und werden dabei von dem pädagogischen Personal liebevoll betreut. Alle pflegen eine gute und entspannte Tisch- und Esskultur. Die Kinder schätzen diese Rituale. Der Caterer bezog bei der Speiseplanüberarbeitung die Schüler mit ein und erstellte Wunschlisten. Die Schüler der Mittelschule gestalteten die Räumlichkeiten und verschriftlichten die Regeln. Ganz großen Wert legt die pädagogische Betreuung auch hier auf die Stärkung der Selbstständigkeit.

Stimmen zum Coaching

  • "Ich liebe Herausforderungen!" - Ganztagsbeauftragte
  • "Wenn das Essen nicht schmeckt und weggeworfen wird, werfen wir damit auch Geld weg!" - Schülerin 2. Klasse
  • "Die Kinder können das! " - Schulleitungen der Grund- und der Mittelschule Augsburg Herrenbach
  • "Man hat sich ein Jahr lang ausgetausch, man kennt sich jetzt besser. Man schätzt die Kraft, die reingesteckt wurde!" - Schulleitungen der Grund- und der Mittelschule Augsburg Herrenbach

Gymnasium Friedberg

Außenansicht Staatliches Gymnasium Friedberg
Gymnasium Friedberg
Die Schüler des Gymnasiums Friedberg essen in einer ansprechend gestalteten Cafeteria. An vier Tagen in der Woche bereitet der Pächter für ca. 220 Schüler 2 Menülinien zu. Die Schule erhofft sich vom Coaching Impulse für den Speisenanbieter, um verstärkt regionale Produkte in einen gesundheitsförderlichen Speiseplan einzubauen und damit die Attraktivität des Speisenangebots auch für Oberstufenschüler und Lehrerschaft zu erhöhen. Zudem besuchen auch Schüler der offenen Ganztagsschule von Realschule und Gymnasium die Cafeteria. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung soll deshalb in der Schulmensa im Vordergrund stehen.

Adalbert-Stifter-Grundschule, Kaufbeuren-Neugablonz

Personen bilden die Buchstaben ASS
Adalbert-Stifter-Grundschule, Kaufbeuren-Neugablonz
Seit acht Jahren bietet die Adalbert-Stifter-Grundschule ein Mittagessen an. Eine Köchin bereitet die Verpflegung für die über 140 Schüler und Lehrer aus tiefgekühlten Komponenten zu und ergänzt diese um frischen Salat und Desserts. Mit Hilfe des Coachings möchte die Schule Arbeitsabläufe optimieren, eine bessere Akzeptanz erreichen und das Speisenangebot im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten qualitativ verbessern.
Herausforderungen
Die Schule möchte den Aufenthalt der Kinder, Lehrer und Betreuer in der Mensa optimieren. Alle Beteiligten sollen gerne zum Essen kommen und sich wohlfühlen. Das Essen soll ihnen gut schmecken. Dazu müssen die Ausstattung der Mensa, Verhaltens- und Essensregeln, der Speiseplan sowie bisherige Essensschichten überdacht werden.

Lösungswege

  • Die Kinder dürfen ihr Essen täglich bewerten.
  • Der Speiseplan wird mit Hilfe des Speiseplan-Checks optimiert.
  • Aus drei Essensschichten werden vier gemacht.
  • Tischdecken mit Moltonunterlagen werden angeschafft.
  • Die Essensregeln werden zusammen mit den Kindern überarbeitet.
  • Eine Küchenmaschine wird angeschafft.

Ergebnisse

  • Die Kinder finden Gefallen am täglichen Bewerten des Essens. Ihre Bewertung fließt mit in die Erstellung der Speisepläne ein.
  • Durch die 4. Essensschicht konnte neben der Gruppengröße auch die Lautstärke in jeder Schicht verringert werden.
  • Die Kinder durften sich Tischdecken mit Moltonunterlagen aussuchen. Dies trug ebenfalls zur Schalldämmung bei.
  • Es nehmen mehr Lehrer und Betreuer am Essen teil. Dadurch konnte die Akzeptanz des Essens gesteigert und der Gemeinschaftssinn gefördert werden.
  • Der Speiseplan wird mit Hilfe des Speiseplan-Checks kontinuierlich optimiert.
  • Die Essensregeln wurden zusammen mit den Kindern überarbeitet und in der Mensa ausgehängt.
  • Zur Erleichterung der Arbeit in der Küche wurde eine Küchenmaschine angeschafft.

Stimmen zum Coaching

  • "Ich finde es wichtig, dass Sie als fachkompetente Ansprechpartnerin (Coach) Eltern und Schüler 'mitnehmen'. Das Mittagessen bekommt so einen anderen Stellenwert." - Köchin Frau Brunner
  • "Für mich ist das Feedback des Coaches eine gute Orientierungshilfe. So kann ich auch zukünftig fachgerecht agieren." - Köchin Frau Brunner
  • "Ich empfinde es sehr wertvoll, wenn jemand von außen auf unsere Verpflegungssituation schaut, sie mit anderen ähnlichen Einrichtungen vergleicht und schließlich uns mit all seinen vielschichtigen Erfahrungen Tipps geben kann, wie wir unsere Situation verbessern können. Bemerkenswert finde ich, dass diese Tipps allesamt recht einfache und leicht umsetzbare Vorschläge mit großer Wirkung sind. Das macht einem Mut auch in Zukunft Veränderungen bzw. Verbesserungen selbst anzugehen. " - Verpflegungsbeauftragter Herr Dienel

Katholische Freie Grundschule St. Michael, Neu-Ulm

Außenansicht Grundschule St. Michael Neu-Ulm
Katholische Freie Grundschule St. Michael, Neu-Ulm
60 bis 100 Schülerinnen und Schüler der St.-Michael-Grundschule essen an fünf Tagen in der Woche zu Mittag. Die Verpflegung liefert ein ortsansässiger Caterer. Hauswirtschaftliche Mitarbeiterinnen verteilen das Essen in Schüsseln. Diese holen die Betreuerinnen der offenen Ganztagsschule; sie geben das Mittagessen an die Kinder aus, die in Tischgemeinschaften zusammen sitzen. Die Lautstärke während beider Essensschichten ist hoch. Mit Hilfe des Coachings möchte die Schule eine ruhige und erholsame Mittagspause erreichen, die Organisation vereinfachen und die Qualität und das Angebot des Essens verbessern.
Herausforderungen
Die Kinder kommen direkt vom Unterricht und sind aufgedreht. Noch fehlen einheitliche Absprachen zur Gestaltung der Mittagszeit. Auf dem Speiseplan steht zu selten Gemüse und zu häufig Fleisch.
Lösungswege
Alle Schülerinnen und Schüler werden 4 Wochen lang zum Essen jeden Tag befragt und geben Rückmeldung. Die Sozialpädagogin der OGTS wertet die Abfrage aus.
  • Das Betreuungsteam spricht die einzelnen Zuständigkeiten klarer ab.
  • Platzkarten helfen den Kindern bei der Sitzplatzsuche.
  • Alle Klassen kommen mit der Klassenlehrerin in den Speisesaal. Dort werden in Anwesenheit der Sozialpädagogin und der Verpflegungsbeauftragten die Essensregeln nochmals mit den Kindern spielerisch besprochen.
  • Die Kinder erstellen ein Plakat und hängen die Regeln im Speisesaal auf.
  • Weitere Maßnahmen zur Lärmreduzierung werden ausprobiert. Eine Lärmampel wird aufgehängt.
  • Mit der Speisenanbieterin finden Gespräche zur Optimierung des Speiseplans statt. Die hauswirtschaftliche Mitarbeiterin zeigt jeden Tag einen Schau-Teller, so dass die Kinder die ganze Mahlzeit genau sehen.
Ergebnisse
Die Verpflegungsbeauftragte ersetzt im Speiseplan immer wieder Weißmehl- durch Vollkornprodukte. Darüber hinaus werden erstmals regionale und saisonale Gemüsesorten angeboten: Karotten, Rotkraut, Kürbis. Der Pudding ist mittlerweile weniger stark gesüßt. Es gibt zum ersten Mal einen Gemüseburger. Der Speiseplan ist verstärkt an den Qualitätsstandard für die Schulverpflegung der DGE angelehnt.
In den 3. und 4. Klassen ist es während des Mittagessens ruhiger geworden. Die Mitarbeiter der OGTS haben mehr Zeit, um sich an die einzelnen Tische zu setzen und mit den Kindern ins Gespräch zu kommen.

Stimmen zum Coaching

  • "Es gibt weniger Fleisch und Süßspeisen, dafür wöchentlich Fisch." Verpflegungsbeauftragte
  • "Wir probieren einiges aus und befragen unsere Schülerinnen und Schüler, wie es ihnen geschmeckt hat." Verpflegungsbeauftragte

Realschule Rain am Lech

Außenansicht Staatliche Realschule Rain am Lech
In der Mensa der Staatlichen Realschule Rain am Lech werden täglich bis zu 140 Essen frisch gekocht. Neben den Realschülern des offenen Ganztags essen hier auch Mittelschüler aus dem gebunden Ganztag und Schüler aus der Mittagsbetreuung. Gesunde, ausgewogene und auf die Kinder abgestimmte Ernährung soll in der Schulmensa im Vordergrund stehen. Das Coaching Schulverpflegung soll u.a. die Aufenthaltsqualität in der Mensa steigern.
Herausforderungen
Obwohl das Essensgremium das gute Mittagessen lobt, bevorzugen die Schüler Snacks und Süßigkeiten, die ebenfalls zur Mittagszeit angeboten werden. Umfragen zur Akzeptanz und Wünschen erreichen nur die Schüler, die auch in der Mensa essen.
Lösungswege
Erste Optimierungen des Angebots wurden bereits durchgeführt. In der Menülinie 1 gibt es weniger Fleisch dafür eine vegetarische Mahlzeit oder ein Fischgericht. Um den Anteil an Vollkornprodukten zu erhöhen, werden Vollkornnudeln angeboten.
Ergebnisse
Im Laufe des Coaching-Jahres hat sich ein starkes Essensgremium aus Vertretern der Mittelschule, der Realschule, Schülervertretern und der Speisenanbieterin gebildet. Ein wichtiges Thema bei den Treffen war u.a. die Transparenz. So klärte die Speisenanbieterin zur Preisgestaltung ihres Angebotes auf. Sie setzte zudem die viele Anregungen des Coaches direkt um. So gibt es jetzt selbsthergestellte Smoothies, mehr Vollkornprodukte und Fischgerichte. Das Angebot der Mensa ist qualitativ sehr hochwertig und beinhaltet viele regionale Produkte. Alle Informationen rund um die Mensa finden sich in einem ansprechend gestalteten Flyer wieder.

Stimmen zum Coaching

  • "Das Coaching ist gut organisiert und wir können dadurch bestimmt noch Einiges verbessern." Mitglied des Essensgremiums
  • "Professionelle Hilfe hat noch nie geschadet!" Mitglied des Essensgremiums
  • "Bei uns läuft vieles schon super. Ich bin gespannt, was wir noch optimieren können!" Mitglied des Essensgremiums
  • "Eine interessante Geschichte." Mitglied des Essensgremiums

Leonhart-Fuchs-Mittelschule, Wemding

Außenansicht Leonhart-Fuchs Mittelschule Wemding
Leonhart-Fuchs-Mittelschule Wemding
Rund 20 Schüler aus dem offenen Ganztag essen an der Leonhart-Fuchs-Mittelschule an vier Tagen in der Woche zu Mittag. Das Mittagessen wird täglich vor Ort frisch gekocht. Da die Schule großen Wert auf Schülermitbeteiligung legt, werden einzelne Komponenten von der AG Schülercafé zubereitet. Mit Hilfe des Coachings will die Mittelschule das Angebot optimieren, die Akzeptanz steigern und die Arbeitsorganisation verbessern.
Herausforderungen
Für die Zubereitung der Mahlzeiten steht der angestellten Kraft am Vormittag nur ein kleines Zeitfenster zur Verfügung. Obwohl das Angebot den Wünschen der Schüler entspricht, gibt es immer wieder Jugendliche, die nicht am Mittagessen teilnehmen. Alle an der Mittagsverpflegung Beteiligten schätzen den Lärmpegel als zu hoch ein.
Speisesaal der Leonhart-Fuchs-Mittelschule Wemding
Lösungswege
Der Sachaufwandsträger hat die Arbeitszeit der Köchin erhöht. So kann sie einzelne Komponenten besser vorbereiten. Zur Lärmminderung wurde die Tischanordnung in der Mensa verändert. Besteck und Servietten stehen jetzt an den Tischen zur Verfügung. Der Schulleiter bespricht mit den Schülern Regeln rund ums Mittagessen. Das pädagogische Personal isst mit und motiviert zum Probieren. Wenn Semmeln zu einem Essen angeboten werden, gibt es auch Vollkornsemmeln.
Ergebnisse
Gemeinsam hat das Essensgremium viel erreicht. Das bereits gute Verpflegungsangebot konnte noch verbessert werden. Die Köchin verwendet überwiegend regionale Produkte und achtet beim Fleischeinkauf auf das Tierwohl. Im Salatbuffet bietet sie neue Salatkreationen an, die sehr gut angenommen werden. Nachspeisen wie z.B. Fruchtjoghurt werden aus Rohprodukten zubereitet, dadurch verringert sich u.a. auch der Abfall. Die Köchin und das pädagogische Personal motivieren die Schüler alles zu probieren. Die Kinder achten die erarbeiteten Verhaltensregeln. Dadurch ist es im Schülercafé ruhiger geworden, so dass Schüler und Lehrer dort gerne zu Mittag essen. Auch zukünftig möchte sich das Essensgremium zum Austausch treffen.