Blumenwiese, Malwettbewerb und Insektenhotel
Augsburg blüht 2018

Augsburg blüht - Cover Samentüte

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg lädt Kinder und Erwachsene ein, für den Artenschutz selbst tätig zu werden!

Der Rückgang an heimischen Blütenpflanzen und auch an Insekten ist in aller Munde. Besonders Insekten sind im Kreislauf der Natur wichtige Bestandteile der natürlichen Nahrungskette und für uns Menschen elementare Partner für die Bestäubung unserer Kulturpflanzen. Niemand will sich eine Welt ohne Bienen oder Schmetterlinge vorstellen!

Die letzten Samen sind gesät!

Säaktion - Augsburg blüht!
Die Kinder des Wehringer Kindergartens "Vogelnest" haben zusammen mit Florian Schwarz vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg die letzten der 5.000 Samentütchen ausgesät.

Die Gemeindeverwaltung Wehringen konnte für diese Aktion sofort gewonnen werden. Als Pflanzfläche wurde von der Gemeinde der Feldstreifen hinter der Sitzgruppe an der Kreuzung zur Wassertretanlage zur Verfügung gestellt und vorbereitet. In den kommenden Jahren sollen, laut Bürgermeister Manfred Nerlinger, weitere Blühflächen folgen.
Unter Anleitung von Herrn Schwarz säten die Kinder mit großer Begeisterung die heimische Wildblumenmischung und freuen sich nun auf eine hoffentlich bald reichlich blühende Blumenwiese, in der es dann hoffentlich ebenso reichlich summen und flattern wird.

Auf diesem Wege lernen die Kinder wie sie heimische Insekten unterstützen können und leisten somit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.
Als kleines Geschenk gab es für die Kinder anschließend noch eine Bauanleitung für ein Insektenhotel, die Sie auf unserer Seite herunterladen können.
Kinder und Erwachsene

© Anja Fischer

Kinderhände

© Anja Fischer

Fösster und Kinder

© Anja Fischer

Vielfalt statt Einfalt in den Gärten

Damit jeder bei sich in seinem Garten anfangen kann, selbst aktiv zu werden für den Artenschutz, haben wir die Blumenmischung "Augsburg blüht" komponiert. Darin sind 40 heimische Wild- und Gartenpflanzen der Veitshöchheimer Bienenweide enthalten, ergänzt mit einem besonders hohen Anteil an rotem Klatschmohn und weißen Margeriten! Jede Tüte reicht aus um zwei Quadratmeter ehemaliger Rasenfläche in ein Blütenmeer zu verwandeln- natürlich in den Farben Augsburgs!
Sie sind für uns Partner, um 5.000 Tütchen Vielfalt in unseren Gärten anzusäen. Das sind 10.000 Quadratmeter Trittsteine für die Artenvielfalt!

Augsburg blüht

  • WANN: Das Saatgut ist zwei Jahre keimfähig und sollte schattig, kühl und trocken aufbewahrt werden. Sie können die Samen im Erdboden oder in Pflanzschalen von März bis Ende April aussäen.
  • VORBEREITUNG: Das Gras unserer Kulturrasen ist sehr dominant, entfernen Sie daher die alte Grasnarbe gründlich und bereiten den Rohboden möglichst feinkrümelig vor.
  • WO: Am besten geeignet sind sonnige, südexponierte Standorte ohne Staunässe.
  • WIE: Verteilen sie die Samen möglichst gleichmäßig und drücken Sie sie leicht an. Bedecken Sie die Saat nicht mit Erde, da es sich um Lichtkeimer handelt.
  • PFLEGE: Die Pflanzen brauchen keine zusätzliche Düngung. Gießen Sie die Pflanzfläche behutsam an und wässern bei Trockenheit im Sommer!
  • AUSBLICK: Die Augsburger Blumenmischung blüht ganzjährig und sollte nicht gemäht werden, da die neuen Samen auch vielen Vögeln im Winter als Nahrung dienen. Die Fläche kann im kommenden Frühjahr geharkt werden und mit neuen Samen angesät werden, da die Blumenmischung nur teilweise mehrjährig ist.
Wenn Sie andere Blumenmischungen ansäen, achten Sie darauf Blumenmischungen zu verwenden, die heimische Blumen und Kräuter (und keine Grassamen) enthalten und frei von Ambrosia-Samen sind. Vermeiden Sie Saatflächen entlang von stark befahrenen Straßen, da die angelockten Insekten sonst gleich wieder dem Autoverkehr zum Opfer fallen.

Insekten und viele andere Tiere freuen sich in einem naturnahen Garten zusätzlich natürlich auch über Hecken aus heimischen Sträuchern, weniger über verdichtete Beton- und Rasenflächen. Ein Anfang für mehr Vielfalt sind auch selbstgebaute Insektenhotels (vgl. Bauanleitung)!

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Freude mit ihrer Blumenwiese!

Malwettbewerb: "Mein Großes Rasenstück"

Blumenwiesen geben Insekten mehr Nahrung

Mit unserer Aktion ,"Augsburg blüht" wollen wir vor allem Kinder und Schulklassen erreichen! Jede Schule sollte einen Schulgarten haben, in dem natürliche Vielfalt mit allen Sinnen erlebbar ist und selbst gestaltet werden kann. Umweltbildung ist keine abstrakte Wissenschaft, sondern sie bietet eine geerdete Basis, um mit Hand, Herz und Verstand große Zusammenhänge anschaulich erlebbar zu machen.

Um den Erfolg unserer Aktion nachhaltig zu erfassen, schreiben wir für Schulklassen einen Malwettbewerb aus.
Albrecht Dürer hat vor über 500 Jahren sein "Großes Rasenstück‘" gemalt. Ein Aquarell der deutschen Renaissance, das den Blick höchst ästhetisch auf einen einfachen Wiesenausschnitt fokussiert und zu einer Ikone der Naturdarstellungen geworden ist.
Herrn Dürer ebenbürtig, hat uns Maria Sybilla Merian 200 Jahre später ihre Pflanzen- und Insektendarstellungen hinterlassen. Kunst und Natur sind hier untrennbar verbunden!

Und diese Geschichte der Naturdarstellungen ist noch nicht abgeschlossen:
Grundschulklassen können ihr Wiesenstück selbst malen!
Blüten, Blätter und Insekten sind auch heute noch lohnende Motive. Zumal wenn, die Wiese selbst gesät wurde!
  • WER: Für den Wettbewerb können Schulklassen von der ersten bis zur vierten Jahrgangsstufe ihre gesammelten Bilder einreichen.
  • WIE: Die Bilder sollen im DIN A3 Format gemalt oder gezeichnet sein; auf der Rückseite sollen der Name der Künstlerin oder des Künstlers, sein Alter, seine Klasse und seine Schule mit Anschrift vermerkt sein.
  • WANN: Abgabefrist für die Bilder ist der 16. September 2018.
  • WOHIN: Die Bilder gehen an das AELF Augsburg, Rommelsrieder Str.9, 86420 Diedorf-Biburg, zu Händen Herrn Buchwald, Walderlebniszentrum Oberschönenfeld. Stichwort: "Mein Großes Rasenstück".
  • AUSSTELLUNG: Die Präsentation der Siegerarbeiten erfolgt im Naturparkhaus Oberschönenfeld, Ende September 2018! Für die Verleihung der Preise werden die Schulklassen direkt verständigt!
  • PREISE: Der erste Preis ist ein Premium-Insektenhotel für die Schule und die zehn besten Arbeiten erhalten Honig und Sachpreise!
Wenn es Gewinner gibt, dann gibt es natürlich auch Verlierer. Schade, weil Kunst eigentlich nicht in Kategorien, wie gut oder schlecht eingeteilt werden sollte. Kunst bleibt eben Kunst! Dennoch sind alle Gewinner diejenigen, die von ihrer Blumenwiese inspiriert worden sind, genauso wie die Vielfalt unserer Natur!

Viel Freude beim Malen, wünscht das Walderlebniszentrum Oberschönenfeld!

Das Insektenhotel

Luxus-Insektenhotel zum Selbstbauen

Ein Insektenhotel bauen, das ist gar nicht schwer! Alles was du brauchst ist ein naturbelassener Holzrahmen und Materialien zum Füllen der Hotelzimmer.
Insektenhotel

Fertiges Insektenhotel

Detailausschnitt Insektenhotel

Füllmaterialien

Detailausschnitt Insektenhotel

Füllmaterialien

Detailausschnitt Insektenhotel

Details

Halb fertiges Insektenhotel in der Werkstatt.

Bauphase

Warum?
Vielen Insekten fehlen in unserer einseitigen und aufgeräumten Landschaft Nist- und Ruheplätze. Das Insektenhotel schafft einen Ausgleich und bietet viel Platz für verschiedenste Arten. Zum Beispiel ziehen Solitärbienen, Florfliegen, Marienkäfer und Schmetterlinge gerne bei dir ein, wenn du ihnen ein Hotel mit vielen verschiedenen Wohnräumen baust und ihnen heimische Blütenpflanzen in der Nähe deines Hotels pflanzt, z.B. die Blumenmischung „Augsburg blüht!“
Wie?
Zuerst musst du den richtigen Standort für dein Hotel finden. Dieser sollte warm und trocken sein, also möglichst nach Süden zeigen.

Dann kannst du Füllmaterialien sammeln! Hierfür eignen sich zum Beispiel:

  • Dürre Äste und Rindenstücke
  • Laubholzstücke mit Bohrungen (2-8 mm Durchmesser, ca. 5 cm tief)
  • Bambus, Zweige, Schilf
  • Hohle Pflanzenstängel
  • Schneckenhäuser
  • Moos, Zapfen, Steine
  • Holzwolle in umgedrehten Tontöpfen
  • Weicher Lehm
  • Stroh
Achte darauf, dass alles was du verbaust naturbelassen und frei von giftigen Chemikalien ist, um deine Gäste zu schützen!
Nun brauchst du nur noch einen Rahmen. Entweder zimmerst du diesen aus Holzbrettern, oder du verwendest eine alte Schublade.

Anschließend richtest du dein Hotel ein. Lasse deiner Fantasie freien Lauf, hier kannst du nichts falsch machen. Sichere alles mit Draht und schraube die Füllungen fest, damit nicht herausfallen kann. Zum Schutz vor Vögeln macht es Sinn, einen Draht mit relativ feinen Maschen vor das Hotel zu spannen (z.B. Kaninchendraht).
Fertig!
Jetzt kannst du dein Hotel aufstellen und beobachten, wie die ersten Gäste einziehen und es sich gemütlich machen. Sie sind außerdem sehr vorbildliche Gäste und putzen ihre Zimmer selbst, wenn es nötig ist. Übrigens: Dein Hotel bleibt auch im Winter draußen, die Insekten überwintern hier entweder verpuppt oder fallen in Winterstarre.

Detaillierter Bauplan und Bauanleitung

Wast tut sich im Insektenhotel?
Nach dem Aufstellen des Insektenhotels interessiert nun natürlich, wer einzieht und was sich im Insektenhotel tut. Es werden allerhand verschiedene Insekten diesen neuen Wohnraum besichtigen, zum Beispiel Florfliegen, Marienkäfer, einzeln lebende Solitärbienen aber auch parasitäre Arten wie die Goldwespe. Sie alle sind willkommen, da das Insektenhotel zur Artenvielfalt beitragen soll.
Besonders gern gesehen - die Wildbiene
Besonders gern gesehen sind aber natürlich die Wildbienen, da sie leider immer seltener werden und somit besonders schützenswert sind. Allein in Bayern gibt es über 500 verschiedene Wildbienenarten, die teilweise hochspezialisiert sind und nur an bestimmten Standorten vorkommen. Man muss also individuell beobachten, welche Arten sich im Hotel tummeln.
Angst vor Stichen braucht man bei den Solitärbienen übrigens nicht haben. Sie sind sehr ruhig und verteidigen sich nur, wenn sie zum Beispiel in die Finger genommen und gequetscht werden. Manche Arten haben aber auch gar keinen Stachel, der unsere Haut durchdringen könnte.
Der Entwicklungszyklus der Wildbienen
Die mitteleuropäischen Wildbienenarten schlüpfen zwischen März und Juli. Die Weibchen leben nach der Befruchtung circa 4 Wochen lang. In dieser Zeit kann man also reger Arbeit im Insektenhotel zusehen!
Die Bienen kommen mit vollen Pollenhosen angeflogen und legen damit Vorräte in ihren Brutkammern an. In jedes dieser sogenannten "Pollenbrote" wird ein einzelnes Ei gelegt und anschließend die Brutkammer mit Lehm oder Holzspänen verschlossen. Meistens legt die Biene mehrere Brutkammern hintereinander an. Dabei lässt sie die Vorderste leer - falls ein Fressfeind kommt, denkt er, hier gibt es nichts zu holen!
Aus den Eiern entwickeln sich in den nächsten Wochen je nach Bienenart Vorpuppen oder fertige Bienen, die bei herabgesetztem Stoffwechsel überwintern. Es gibt kaum Solitärbienenarten, die mehrere Generationen im Jahr hervorbringen. Im Frühjahr schlüpfen zunächst die Männchen, die dann auf die Weibchen warten, um diese zu Befruchten. Kurz danach sterben sie, während die Weibchen noch einige Wochen leben um die Brutzellen anzulegen. Die meisten Arten legen maximal 40 Eier, davon schlüpfen im nächsten Frühjahr maximal 10 neue, fortpflanzungsfähige Weibchen!
Hotel belegt - gedulig warten bis ins nächste Frühjahr
Wenn also die Bohrungen im Hotel allmählich alle verschlossen werden, scheint das Hotel gut anzukommen. Nun muss man geduldig sein und warten, bis im Frühjahr die nächste Generation schlüpft und wieder neue Brutzellen im Hotel anlegt.
In der Zwischenzeit kann man schon mal Samen für eine bunte Bienenweide besorgen und diese im Frühjahr aussäen, damit die frisch geschlüpften Bienen sich dort stärken können!

Ansprechpartner

Pentti Buchwald
AELF Augsburg
Oberschönenfeld 4 a
86459 Gessertshausen
Telefon: 0821 43002-2300
Fax: +49 8238 902868
E-Mail: wez.oberschoenenfeld@aelf-au.bayern.de