WBV Region Augsburg e.V. und AELF Augsburg
Kooperationsvereinbarung unterzeichnet

Mann und Frau unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Die Vorsitzende der WBV I.E. Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger und der Behördenleiter des AELF Augsburg, Wolfgang Sailer unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung.

Die Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung (WBV) Region Augsburg e.V. I.E. Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger und der Behördenleiter des AELF Augsburg, Ltd. Forstdirektor Wolfgang Sailer, unterzeichneten am 12. Februar 2020 in den Repräsentationsräumen der Fuggerei eine Kooperationsvereinbarung.

Diese Vereinbarung hat die Umsetzung der vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen einer zukünftigen Waldbewirtschaftung zum Ziel.
Unter anderem sind neben gemeinsamen Informationen und Fortbildungen für Waldbesitzer auch die Aufstellung klimaorientierter Waldbaukonzepte sowie Krisenmanagement im Kalamitätsfall vorgesehen.

Der „Waldpakt“ als Grundlage für die Kooperationsvereinbarung

Die „Erklärung zur Stärkung der Bayerischen Forstwirtschaft und des Ländlichen Raumes – Zukunft für Bayerns Wälder“ zwischen der Bayerischen Staatsregierung und dem Waldbesitz bzw. den Interessensvertretungen der Waldbesitzer“ vom 18.Juli 2018 („Waldpakt“) hat zentrale Weichen für den Wald und die Forstwirtschaft in Bayern in den kommenden Jahre gestellt und bildet die Grundlage für diese Kooperationsvereinbarung.

Der Klimawandel, demographische Veränderungen in der Waldbesitzerschaft und die Besitz- und Bestandsstrukturen stellen die Forstwirtschaft, Waldbesitzer und deren Selbsthilfeeinrichtungen vor drastische Herausforderungen. Die Bewältigung dieser besonderen Aufgaben der Zukunft, kann nur im engen Schulterschluss von Staat (Forstverwaltung), Verbänden und Selbsthilfeeinrichtungen bewältigt werden. Das Ziel und die Begründung dabei ist die bestmögliche Unterstützung aller Waldbesitzer und Daseinsvorsorge für die Bevölkerung.

Die Bayerische Staatsregierung und die Vertreter des Waldbesitzes bekennen sich dazu, die Multifunktionalität der Wälder zu erhalten sowie alle Waldbesitzarten und -größen in die Weiterentwicklung einzubinden und die staatliche Unterstützung zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen.

In Umsetzung des Bundeswaldgesetzes verfolgen die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse (FZus) den Zweck, die Bewirtschaftung der Waldflächen ihrer Mitglieder zu verbessern und die Nachteile geringer Flächengröße und anderer Strukturmängel zu überwinden.
Die FZus haben den Auftrag aus den bisherigen Waldpakten erfüllt und sich zu eigenständigen und leistungsfähigen forstlichen Selbsthilfeeinrichtungen sowie Dienstleistungszentren im ländlichen Raum weiterentwickelt. Als freiwillige Selbsthilfeeinrichtungen sind sie deshalb unverzichtbare Säulen, die eine angemessene und offene Vermarktung des wertvollen Rohstoffes Holz organisieren sowie den Waldumbau und die –pflege unterstützen. Daneben sind sie wichtige Multiplikatoren und Fortbildungsdienstleister für die Waldbesitzer.

Der Waldpakt vom 18. Juli 2018 - Staatsministerium Externer Link

Die Waldbesitzervereinigung Region Augsburg e.V.

Beteiligte der Kooperationsvereinbarung

Teilnehmer der Veranstaltung v.l.n.r.: Wolfgang Sailer (AELF Augsburg), Jürgen Kircher (Geschäftsführer WBV Region Augsburg), I.E. Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger (WBV Region Augsburg), Wolf-Dietrich Graf von Hundt (WBV Region Augsburg), Martin Braun und Ralf Gang (beide AELF Augsburg).

Die WBV Region Augsburg e.V. ist einer der leistungsfähigsten Forstzusammenschlüsse in Bayern. Mit derzeit ca. 950 Mitgliedern, die Mehrzahl davon mit Waldbesitz im Amtsbereich des AELF Augsburg, d.h. in den Landkreisen Augsburg und Aichach- Friedberg sowie im Bereich der kreisfreien Stadt Augsburg, vermarktet die WBV eine Holzmenge in der Größenordnung von ca. 140.000 fm.

Bedingt durch Lage und Größe der Waldflächen der Stadt Augsburg und den Fugger`schen Stiftungsforsten können - sozusagen im Kielwasser der Großen- auch die im Kleinprivatwald anfallenden Klein(st)mengen ohne großartigen logistischen Aufwand vermarktet werden. Derzeit besitzen 227 Mitglieder der WBV weniger als 1 Hektar Wald und 495 Mitglieder haben Waldbesitz in der Größenklasse zwischen 1 und 5 Hektar. Die Bewirtschaftungsnachteile kleinflächigen Waldbesitzes und anderer Strukturmängel werden somit spürbar verringert.

Der Zweck der WBV erstreckt sich nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Sie erstrebt keinen Gewinn und verwendet etwaige Überschüsse ausschließlich zu satzungsgemäßen Zwecken u.a. die Beratung und Unterstützung bei Ausführung von Forstkulturen und Bestandspflegearbeiten einschließlich des Waldschutzes sowie der Durchführung des Holzeinschlages, der Holzaufarbeitung und der Holzbringung.

Weiterhin gehören die Verbreitung der für eine fortschrittliche Waldbewirtschaftung notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten unter den Mitgliedern sowie die Unterrichtung und Schulung in neuzeitlichen Arbeitsverfahren ebenso zu den satzungsgemäßen Aufgaben, wie die Förderung aller Bestrebungen zur Erhaltung und zum Schutze des heimischen Waldes als lebenswichtiges Element der Landschaft und der Landeskultur.