Schwaben und Oberbayern-West
Aktuelle Pflanzenbau- und Pflanzenschutzhinweise (Stand: 08. September 2020)

Silomais Reifemonitoring

In einem Projekt der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt werden immer ab Mitte August im wöchentlichen Abstand Trockensubstanzgehalte von fünf Silomais-Sorten in verschiedenen Regionen Bayerns erfasst und veröffentlicht.
Dies ist ein weiteres Instrument zur Ernteplanung bei Silomais für die landwirtschaftliche Praxis in Bayern.

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Versuchsergebnisse und Sortenberatung

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg stellt die aktuelle Sortenberatung vor.

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Erdfloh in Raps

Der Rapserdfloh taucht nun mit der warmen Witterung auf vielen Standorten auf. An Einzelstandorten sind die ersten Fangzahlen in den Gelbschalen schon relativ hoch. Die Bekämpfungsschwellen von 50 Erdflöhen bei einem schlechten Bestand und 100 Erdflöhen in einem gut entwickelten Bestand sind momentan jedoch noch nicht überschritten. Erhöhte Fangzahlen sind vor allem in Regionen mit einer hohen Rapsanbaudichte wie z.B. Raum Ingolstadt/ Eichstätt der Fall.
Die betriebsindividuelle Gelbschalenkontrolle ist hier extrem wichtig. Die optimale Bekämpfung kann nur erfolgen wenn bekannt ist, in welchem Zeitraum und Umfang der Erdfloh in den Bestand einwandert. Unnötige Spritzungen, die sich ausschließlich am Entwicklungsstadium der Kultur orientieren sind nicht effektiv und fördern zudem Resistenzen. Auch die Bonitur der befallenen Blattfläche erfordert sehr viel Erfahrung und wird in der Praxis meist überbewertet, sodass es auch hier meist zu überflüssigen oder zu frühen Behandlungen kommt.
Andererseits wird in vielen Regionen des Dienstgebiets von bisher eher unterschwelligem Auftreten des Erdflohs berichtet. Eine Behandlung ist nach derzeitigem Stand nur in Ausnahmefällen nötig.

Unkrautmanagement im Winterraps

Eine erfolgreiche Unkrautkontrolle in der Jugendentwicklung ist für die Etablierung der Kultur und für die Ertragsabsicherung entscheidend. Während die Gräserbekämpfung meist unproblematisch ist, erfordert die Kontrolle der wichtigen Leitunkräutern Hirtentäschel, Acker-Stiefmütterchen , Klettenlabkraut, Vogelmiere, Kamille-, Ehrenpreis-, Storchschnabel- und Taubnessel-Arten häufig eine Kombination aus Vor- und Nachauflaufbehandlungen.
Der Anspruch an die Effizienz der Unkrautbekämpfung ist relativ hoch.

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Fungizideinsatz/ Wachstumsregler in Raps

Früh gesäter Raps, der ausreichend Bodenfeuchte für die Jugendentwicklung hatte, ist bis jetzt gut entwickelt. In früh gesäten Rapsbeständen haben weit entwickelte Pflanzen bereits bis zu 4 Laubblätter ausge-bildet. Die weiterhin vorausgesagte Witterung mit Tagestemperaturen von ca. 20 bis 25°C wird die Bestände in ihrer Entwicklung weiter begünstigen. Um eine gute Einkürzung zu erreichen, muss die Applikation rechtzeitig im 5 - Blatt-Stadium des Rapses erfolgen. Bei Beständen die unterschiedliche Entwicklungsstadien aufweisen, sollten die am schönsten entwickelten Pflanzen als Maßstab dienen. Kommt der Wachs-tumsregler für die schön entwickelten Pflanzen zu spät, können diese überwachsen und evtl. über Winter ausfallen. Der Fungizideinsatz im Herbst hat in erster Linie die Verhinderung des Überwachsens (Stängelbildung) der Bestände als Ziel. Vor allem in Wintern mit Frost ohne Schneedecke hat diese Maßnahme seine Berechtigung. In den letzten Jahren war keine bzw. nur sehr geringe Auswinterung feststellbar. Die Ertragssteigerung des Fungizideinsatzes im Herbst ist demnach sehr gering und liegt bei den Versuchen im bayerischen Durchschnitt bei unter 1,0 dt/ha. Dennoch ist der Fungizideinsatz im Herbst primär als „Versicherung“ gegen Auswinterung zu sehen.
Der Raps benötigt schon im Herbst Bor. Bor im Herbst steigert die Vitalität der Pflanzen und erhöht dadurch die Winterhärte. Eine Zumischung zum Fungizid von ca.150 - 200 g/ha Bor ist zu empfehlen.
Der Einsatz von Gräsermitteln mit einem Fungizid ist generell möglich. Es ist jedoch zu beachten, dass die zugelassenen Herbizide gegen Ungräser rein blattaktiv sind. Demzufolge muss sichergestellt sein, dass alle Ungräser und Ausfallgetreide aufgelaufen sind.

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Maiszünsler nach der Ernte durch mechanische Bekämpfung im Griff behalten!

Die Ernte von Silomais beginnt in den nächsten Tagen. Nach der Ernte gilt es auch den Befallsdruck des Maiszünslers für das nächste Jahr zu mindern. Den besten Erfolg erreicht man hier nach wie vor durch die Feldhygiene. Die mechanische Zerkleinerung (v.a. mulchen) der Maisstoppel nach der Ernte von Silo bzw. Körnermais ist als vorbeugende Maßnahme von großer Bedeutung. Ziel ist es, das Winterquartier der Raupen (unterstes Stängelglied) zu zerstören. Des Weiteren müssen etwaige verbliebene intakte Stoppelreste flächig und tief eingepflügt werden (mindestens 20 – 25 cm). Nur die Kombination aus mulchen und pflügen erreicht die besten Wirkungsgrade.
Für pfluglos arbeitende Betriebe ist es besonders wichtig, den Mulchvorgang so zu gestalten, dass alle Stoppeln und damit die Überwinterungsquartiere der Maiszünslerraupen zerstört sind. Dies stellt in erster Linie die Mulchtechnik vor besondere Herausforderungen.
Die Raupen des Maiszünslers verursachten auch dieses Jahr in der Region Schwaben und Oberbayern West wieder Schäden im Mais. Es ist wieder einmal zu beobachten, dass in den nördlichen und mittleren Landkreisen von Schwaben und Oberbayern der Befall deutlich höher ist als im Süden. Nach dem Sturmtief Kirsten am 26. August konnten vermehrt abgebrochene Fahnen und Stängel in den befallenen Beständen gesichtet werden.
Der Maiszünsler entwickelt sich vor allem zum Problem, wenn die Raupe unterhalb des Kolbens bzw. im Kolben Bohrlöcher und Fraßschäden verursacht. Pilzbefall auf dem Kolben vor allem mit Fusariumpilzen und Ertragsverluste durch schlechte Wasserversorgung des Kolbens sind die Folge. Hierbei leidet in erster Linie die Futterqualität bei Silomais bzw. Kornqualität und Kornertrag bei Körnermais.
Bei der mechanischen Bekämpfung des Maiszünslers ist es natürlich wichtig, dass sich alle Landwirte daran beteiligen. Durch die Flugaktivität des Falters ist die Maiszünslerproblematik nicht ein innerbetriebliches Problem welches auf der jeweiligen Fläche verbleibt, sondern betrifft auch alle umliegenden Flächen!

Bekämpfung von Problemunkräuter auf der Stoppel

Vor allem Wurzelunkräuter wie Disteln, Acker- und Zaunwinde sowie Ungräser wie Quecken können nach der Ernte auf der Stoppel gut bekämpft werden. Um gute Bekämpfungsvoraussetzungen zu schaffen, sollte das Stroh abgefahren werden. Somit ist gewährleistet, dass keine Pflanzen unter einer Strohdecke eine Herbizidanwendung überstehen. Für eine optimale Bekämpfung muss solange gewartet werden, bis die Unkräuter und Ungräser genügend Blattmasse gebildet haben. Dadurch kann genügend Wirkstoff von den Pflanzen aufgenommen und damit ausreichend Wirkstoff auch in die Wurzeln für eine nachhaltige Bekämpfung eingelagert werden.
Die Quecke muss mindestens 4 neue Blätter gebildet haben. Bei Acker- und Zaunwinde ist bis zu einer Trieblänge von mind.30 cm zu warten. Nach der Behandlung ist zur Absicherung eine „Einwirkzeit“ bis zur Bodenbearbeitung von ca. 6 Wochen einzuplanen. Um im Herbst Zeitdruck hinsichtlich einer Wintergetreideaussaat zu vermeiden, bietet es sich an auf der behandelten Fläche eine Sommerung folgen zu lassen. Bei längerer Einwirkzeit steigt die Dauerwirkung aller relevanten Wurzelunkräuter!
Die am schwierigsten zu bekämpfenden Unkräuter sind Acker- und Zaunwinde. Hierfür gibt es bestimmte Indikationen. Bei Zaunwinde ist nur Starane XL mit einer Aufwandmenge von 1,8 l zugelassen, wobei hier auch eine Nebenwirkung auf Ackerwinde besteht. Für die Bekämpfung von Ackerwinde sind hohe Wirkstoffmengen (Glyphosat) nötig.

PAMIRA – Kostenlose Rücknahme von Pflanzenschutzmittelverpackungen

Gespülte und restentleerte Verpackungen von Pflanzenschutzmitteln und Flüssigdüngern mit dem PAMIRA-Zeichen werden kostenfrei zurückgenommen!
PAMIRA (PackMittel Rücknahme Agrar).

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Aufzeichnung von Düngemaßnahmen nach neuer Düngeverordnung

Nachdem der Bundesrat bereits am 27. März 2020 dem Vorschlag der Änderungen der Düngeverordnung zugestimmt hat, ist nun die Verkündung im Bundesgesetzblatt (Nr. 20 vom 30.04.2020) erfolgt. Mit der Verkündung treten unter Anderem bei der Dokumentation Änderungen ein, die sich von den bisherigen Aufzeichnungen unterscheiden.
Düngemaßnahmen, bei denen ein stickstoff- oder phosphathaltiger Dünger in mineralischer oder organischer Form eingesetzt wurde, sind innerhalb von 2 Tagen zu dokumentieren. Dabei ist zu beachten, dass die eindeutige Bezeichnung und die Größe des Schlags / Bewirtschaftungseinheit angegeben werden. Das ausgebrachte Düngemittel und die tatsächlich ausgebrachte Menge sind ebenfalls zu erfassen. Weiterhin sind die die gegebene Menge an Gesamtstickstoff sowie an verfügbarem Stickstoff und Phosphat nieder zu schreiben.

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Fortbildungen nach Pflanzenschutz – Sachkunde – Verordnung

Wenn Sie im Besitz einer Scheckkarte nach Pflanzenschutz- Sachkunde sind, so sind Sie zum Besuch von Fortbildungen verpflichtet. Ein Fortbildungszeitraum erstreckt sich über 3 Jahre. In diesem Zeitraum sind sie verpflichtet eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Welche Zeiträume für Sie gelten, ist auf der Scheckkarte unter „Beginn erster Fortbildungszeitraum“ vermerkt. Hier wird unterschieden, ob Sie vor dem 14. Februar 2012 sachkundig waren und demnach ein sogenannter Altsachkundiger sind, oder die Sachkunde erst nach dem 14. Februar 2012 erworben haben.

Für altsachkundige Personen begann der erste Fortbildungszeitraum am 1. Januar 2013.

  • 1. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015
  • 2. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
  • 3. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021
  • usw.
Für alle, die die Sachkunde im Pflanzenschutz nach dem 14. Februar 2012 erworben haben, beginnt der erste Dreijahreszeitraum mit dem Ausstellungsdatum des Sachkundenachweises. Auch dieses Datum ist auf der Rückseite der Scheckkarte vermerkt. In diesem Fall sind die Dreijahreszeiträume individuell gelegt:
Beispiel: Ausstellungsdatum und "Beginn erster Fortbildungszeitraum": 11. März 2015
  • 1. Fortbildungszeitraum: 11. März 2015 bis 10. März 2018
  • 2. Fortbildungszeitraum: 11. März 2018 bis 10. März 2021
  • 3. Fortbildungszeitraum: 11. März 2022 bis 10. März 2024
  • usw.

Fortbildungstermine zur Sachkunde im Pflanzenschutz

Im neuen Pflanzenschutzgesetz (in Kraft getreten am 14. Februar 2012) ist festgelegt, dass alle Sachkundigen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren eine von der zuständigen Behörde anerkannte Fortbildung wahrnehmen müssen. Weitere Hinweise und Termine unter

Hinweise und Veranstaltungsorte - LfL Externer Link

Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen

Die Vorschriften für die Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurden durch die neue EU-Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) moderat geändert und durch das Pflanzenschutzgesetz vom 06.02.2012 konkretisiert. Weiterhin gilt, dass jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, verpflichtet ist, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für 3 Jahre aufzubewahren. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Aufzuzeichnen ist:

  • der Tag der Anwendung
  • die behandelte Kultur
  • die Fläche, auf der der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt ist
  • das eingesetzte Mittel (genaue Bezeichnung – bei Packs die Namen der einzelnen Mittel)
  • die Aufwandmenge je ha und
  • der Anwender des Pflanzenschutzmittels mit seinem Vor- und Zunamen.
Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen. Unter folgender Internetseite können Sie die Dokumentationsvorlage auf Ihren PC laden bzw. ausdrucken:

Weitere Hinweise und Dokumentationsvorlage - LfL Externer Link

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Verbundberatung

Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau Mehr