Spinnmilben in Kartoffeln
Spinnmilbenbefall in Kartoffeln erkennen

Der Befall von Spinnmilben in Kartoffeln hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Besonders warme, trockene Witterung fördert den Befall, der zumeist vom Feldrand aus beginnt.

Die Sorten werden unterschiedlich stark geschädigt. Eine Bekämpfung ist schwierig, weil sich die Tiere auf der Blattunterunterseite aufhalten. Befallsbeginn ab Mitte Juni möglich. Erste Befallssymptome nicht mit Alternaria oder sonstigen Absterbeerscheinung verwechseln.
Mit bloßem Auge sind die ca. 0,5 mm großen rötlichen Spinnmilben kaum zu erkennen, evtl. noch das für sie typische Gespinst auf der Blattunterseite. In trocken heißen Sommern kann sich der Befall sehr rasch ausbreiten.
Rand eines Kartoffelackers

Spinnmilbenbefall beginnt zumeist vom Rand

Kartoffelacker

Sorten werden z.T. unterschiedlich befallen

Spinnmilbenbefall auf Blattoberseite

Anfangssymptome: Spinnmilbenbefall auf Blattoberseite

Spinnmilbenbefall auf Blattunterseite

Anfangssymptome: Spinnmilbenbefall auf Blattunterseite

Spinnmilbenbefall (Adulte) unter Lupe

Spinnmilbenbefall (Adulte) unter Lupe

Großflächiger Spinnmilbenbefall

Großflächiger Spinnmilbenbefall

Die Präparate Apollo 50 SC (0,4 l/ha) und Milbeknock (1,0 l/ha) haben eine Notfallzulassung nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 gegen Spinnmilben in Kartoffeln für jeweils 10.000 ha erhalten. Die Anwendung darf jeweils max. einmal erfolgen. Die Anwendungshinweise sind unbedingt zu beachten.
Milbeknock, nach Einstufung aus dem Hopfen, wirkt vor allem gegen Larven und junge Nymphen. Es hat eine Kontakt- und Fraßwirkung. Der Wirkstoff wirkt translaminar. Apollo 50 SC ist ein Kontaktmittel und wirkt auf Eier und junge Larven.
Die Spinnmilben halten sich hauptsächlich auf der Blattunterseite auf und werden deshalb bei der Spritzbehandlung kaum getroffen. Dieses ist ein Grundproblem bei der Anwendung.
Höhere Wassermengen, luftunterstützte Düsen oder Troplegdüsen könnten von Vorteil sein.
Ob auch Zusätze, wie sie z.B. bei Milbeknock im Hopfenanbau (z.B. Li 700 oder Break Thru) Vorteile bringen, muss noch abgeklärt werden. Es liegen bis jetzt keine Versuchsergebnisse zum Einsatz der Mittel bzw. Zusätze in Kartoffeln vor. Auch über Wirkung bzw. Wirkungsdauer kann nichts gesagt werden. Die Behandlung muss unbedingt bei Befallsbeginn erfolgen. Kosten ca. 100 – 120 €/ha je nach Mittel. Die Wirkung von bisher in Kartoffeln zugelassen Insektiziden, war nicht ausreichend.
Befallsbeginn ab Mitte Juni möglich.

Zulassungen für Notfallsituationen - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Externer Link