Landwirtschaftsschule Schwabmünchen, Abteilung Hauswirtschaft
Studierende befassen sich mit Ökolandbau und Biolebensmitteln

Frau steht am Pult eines Klassenzimmers

Mit einer Landwirtin, einem Biokoch und dem Projektmanager der Öko-Modellregion Augsburg diskutieren die 13 Studierenden der Landwirtschaftsschule Schwabmünchen, Abteilung Hauswirtschaft, im Januar 2022 über den ökologischen Landbau.

Inga Kohler vom AELF Augsburg stellte die Besonderheiten des ökologischen Landbaus vor. Eine Online-Umfrage zu Beginn zeigte, dass die Studierenden vor allem Nachhaltigkeit mit ökologische, Landbau verbinden. Mit der Klasse erarbeitete Kohler die Kennzeichen einer ökologischen Wirtschaftsweise, bei der vor allem der geschlossene Kreislauf im Fokus steht. Sie ging zudem auf Chancen und Risiken einer Umstellung auf ökologischen Landbau sowie die Unterschiede der Bio-Siegel ein.

Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg

Ziel der Initiative BioRegio 2030 ist, dass 30 % der landwirtschaftlichen Fläche in Bayern bis 2030 ökologisch bewirtschaftet werden. Dafür wurde u.a. die Öko-Modellregion Stadt.Land.Augsburg gegründet. Deren Projektmanager Ulrich Deuter erklärte: "Momentan arbeiten wir am Aufbau fehlender Infrastruktur im Bereich verarbeiteter Bio-Produkte, die dadurch attraktiver für die Außerhausverpflegung werden." Ob Bio-Dinkel für lokale Bio-Bäckereien, Bio-Gerste für Bio-Brauereien oder Bio-Gemüse, Fleisch und Eier für Kantinen, Cateringunternehmen und Lebensmittelmärkte – auf den ökologisch bewirtschafteten Feldern der Region Augsburg wachsen genug hochwertige Produkte, die zu fairen Preisen gehandelt und ohne weite Transportwege hier verarbeitet und verzehrt werden könnten.

Öko-Modellregionen
Ein Hauptziel der 27 Öko-Modellregionen Bayerns ist, regionale Erzeuger ökologischer Lebensmittel mit Verarbeitern und Verbrauchern in der Region zusammenzubringen und so regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen. Dadurch wird eine höhere Absatzsicherheit für die Landwirte erreicht und der ökologische Landbau gefördert.

Legehennen auf dem Biohof

Einer dieser regionalen Erzeuger ist der Hasenberghof in Adelsried, ein Biolandbetrieb mit 6.000 Legehennen. Anna Ostermeier stellte ihn vor.
HasenberghofKonventionelle Bodenhaltung
Besatzdichte3,7 Hennen pro m²bis zu 9 Hennen pro m²
Auslauffläche 6 m² pro Tier4 m² pro Tier

Damit sich die Tiere auch außerhalb des Stalls wohlfühlen, dienen mehrere angelegte Baumstreifen aus insgesamt 2.000 Pappeln als Schutz.

Bei der Legehennenrasse war es Familie Ostermeier wichtig, beide Geschlechter aufzuziehen:

  • Die weiblichen Tiere leben auf dem Hasenberghof, wo die rund 5.500 Eier täglich von Hand an der eigenen Packstelle abgepackt werden.
  • Die Brüder werden in einem Kooperationsbetrieb in Österreich aufgezogen und geschlachtet.

Die Vermarktung von Eiern, Bruderhahnfleisch und Suppenhühnern erfolgt u.a. über den eigenen Hofladen. Anna Ostermeier betonte: "Wenn jede Person pro Jahr einen Bruderhahn und ein Suppenhuhn verzehren würde, würde es keinen Überschuss der Bruderhähne geben, da jede Person im Jahr so viele Eier isst, wie ein Huhn in seinem Leben legt."

Biolebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung

Christian Winzinger, Küchenleiter im Annakolleg Augsburg, erläuterte den Studierenden, worauf bei der Umstellung auf Biolebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung zu achten ist. Der Küchenmeister setzt beim Einkauf vor allem auf saisonales, regionales Obst und Gemüse sowie auf hochwertige Gewürze. Zudem setzt er auf Flexibilität in der Speiseplanung, so dass er auch Abverkauflisten nutzen kann.

Lebensmittelabfälle reduziert er ...

  • durch die Ausgabe kleinerer Portionen mit der Möglichkeit, einen Nachschlag zu holen.
  • durch den Einkauf größerer Fleischteile, von denen alles verwertet wird.

Bewährt hat sich auch, ...

  • den Gästen Änderungen im Speiseplan zu kommunizieren.
  • Fleischtage zu reduzieren.

Anhand der unterschiedlichen Beiträge erhielten die Studierenden einen wertvollen Einblick in das Thema ökologischer Landbau und lernten vielfältige Angebote in ihrem Landkreis kennen.