Preisverleihung
AELF Augsburg - Zukunftswaldpreis 2019

Foto: D. Nowak (LWF)

Waldumbau - ein wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Wälder

Zum ersten Mal vergabt Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg (AELF) im Rahmen der „Initiative Zukunftswald Bayern“ (IZW) den „Zukunftswaldpreis“ an Waldbesitzer aus dem Landkreis Aichach-Friedberg.

Mit diesem Preis wird das hohe Engagement von heimischen Waldbesitzern gewürdigt, die sich in besonderem Maße für einen stabilen, arten- und strukturreichen und zukunftsfähigen Mischwald einsetzen.

Die beiden forstlichen Zusammenschlüsse sowie die Revierleiter des AELF haben vier Waldbesitzer für den Preis nominiert, von denen einer für seine Bemühungen in besonderer Weise geehrt wird. Der Erstplatzierte erhält eine handgearbeitete Holzskulptur sowie 500 Euro als Preis.

Auch die weiteren drei Kandidaten werden für ihr nachhaltiges Wirken im Wald gewürdigt. Damit der Waldumbau tatkräftig fortgeführt wird, gibt es für alle vier Preisträger noch Weißtannenpflanzen, die sie in ihren Wald pflanzen können.

Über den Hauptgewinn entscheidet eine 5-köpfige Jury bestehend aus jeweils einem Vertreter des Naturschutzes, des Privatwaldes, des AELF sowie den Vorsitzenden der beiden forstlichen Zusammenschlüsse.

Feierstunde am 11. Juli 2019
Preisverleihung im Wald

Die Entscheidung für den Preisträger fiel denkbar knapp aus. Verliehen wurde der Preis am 11. Juli 2019 im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Wald des Preisträgers durch den Landrat Dr. Klaus Metzger.

Alle Kandidaten können überzeugende Waldbilder mit zahlreichen klimatoleranten Mischbaumarten, viel Laubholz, guter Pflege und auch das Belassen von markanten Alteichen und -buchen vorweisen.

Preisträger Leonhard Kammerer

Ehrung des Preisträgers Leonhard Kammerer

Doch es sollte eine Entscheidung gefällt werden und sie fiel auf Leonhard Kammerer aus Immendorf bei Pöttmes.

Ausschlaggebend für die Entscheidung war schließlich der Mut von Herrn Kammerer nicht nur auf die gängigen Baumarten zu setzen. Vielmehr hat er neben den allseits bekannten klimatoleranteren Baumarten wie Buche, Eiche, Douglasie und Tanne auch einen Blick über den Tellerrand gewagt und weitere seltenere Baumarten wie Elsbeere, Robinie und Edelkastanie eingebracht. Auch die konsequente Wertastung seiner Zukunftsbäume ist ein mutiger Schritt in Richtung Wertschöpfung für die nachfolgenden Generationen.



Preisträger, geehrte Kandidaten, Festredner mit Bannern und Topfpflanzen.

Preisverleihung des Zukunftswaldpreises 2019

Herr Kammerer verbringt fast jedes Wochenende in seinem Wald, übernimmt sämtliche Arbeiten selbst und hat bereits seinen Sohn für die künftige Gestaltung seines Waldes gewonnen. Er erhält den Preis beispielgebend für die Vielzahl der Waldbesitzer, die mit großem Engagement an der Zukunft ihres Waldes arbeiten.

Vorstellung der nominierten Waldbesitzer

Kandidat 1: Gerhard Granvogel aus Aichach - Der klassische Waldumbau

Gerhard Granvogel

Gerhard Granvogel aus Aichach ist für den Zukunftswaldpreis 2019 nominiert.

Für den diesjährigen „Zukunftswaldpreis“ des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg (AELF) wurde der 64-jährige Gerhard Granvogel aus Aichach nominiert. Der Kaffeehausbetreiber bewirtschaftet seine 57 Hektar Wald in Untergriesbach bereits seit 25 Jahren. Die Land- und Forstwirtschaft gehörten quasi schon immer zum Kaffeehaus dazu.

Unterstützung bei der praktischen Waldbewirtschaftung erhält Granvogel durch die Waldbesitzervereinigung Aichach e.V., mit der er einen Waldpflegevertrag abgeschlossen hat.

Der Waldbesitzer sichert die Zukunft seines, ursprünglich fichtendominierten Waldes mit Bergahorn- und Buchennaturverjüngung, Weißtannenvorbauten sowie Wiederaufforstungen mit Roteiche, Vogelkirsche und der seltenen Elsbeere.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Waldbewirtschaftung liegt auf der Stabilisierung der Wälder durch wiederkehrende Durchforstungen. Dieses Vorgehen wurde nach dem einschnei-denden Sturmereignis im Jahr 2015 weiter forciert. Mit diesen gezielten Pflegemaßnahmen sorgt er für eine gute Entwicklung der jungen Bestände.

Gerhard Granvogel beschränkt sich bei der Bewirtschaftung seines Waldes nicht nur auf die reine Holzproduktion, sondern schafft auch Lebensraum für viele Tierarten indem er alte Buchen in seinen Wäldern belässt.

Kandidat 2: Leo Kammerer aus Immendorf bei Pöttmes - Die Mischung machts!

Leonhard Kammerer

Leonhard Kammerer aus Immendorf bei Pöttmes ist für den Zukunftswaldpreis 2019 nominiert.

Der zweite Kandidat für den „Zukunftswaldpreis“ des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg (AELF) ist der 50-jährige Metallbauer und Nebenerwerbslandwirt Leonhard Kammerer aus Immendorf bei Pöttmes.

Die 18,7 Hektar Wald hat Kammerer vor 25 Jahren zusammen mit seiner Hofstelle übernommen. Die Pflege und Bewirtschaftung seines Waldes ist für den Nominierten zu einem großen Hobby geworden, das auch noch als Einnahmequelle dient und mittlerweile mit Unterstützung seines Sohnes fortgeführt wird.

Das Ergebnis seiner Leidenschaft lässt sich auf der Fläche an vielfältiger Stelle beobachten. Nach großen Schäden durch das Orkantief Lothar im Dezember 1999, verjüngt Kammerer seine Fichten- und Buchenbestände natürlich und durch Wiederaufforstungen mit Buche, Bergahorn, Esskastanie, Weißtanne, Elsbeere und vielen weiteren Baumarten.
Um die Stabilität gegenüber Stürmen zu erhöhen, werden die Wälder konsequent gepflegt. Astungen dienen der Wertsteigerung der Bestände.
Die Biodiversität fördert der Kandidat durch gezielten Waldrandaufbau, das Belassen von Alteichen und Altbuchen.

Kandidat 3: Emmeran Kopp aus Oberzell bei Dasing - Start in den Waldumbau

Emmeran Kopp

Emmeran Kopp aus Oberzell bei Dasing ist für den Zukunftswaldpreis 2019 nominiert.

Ein weiterer Kandidat des diesjährigen „Zukunftswaldpreises“ ist der 36-jährige Haupterwerbslandwirt Emmeran Kopp aus Oberzell bei Dasing. Mit Unterstützung seiner Frau, seines Vaters und seines Onkels bewirtschaftet er 20,5 Hektar Wald als Teil des eigenen Betriebes. Mit sechs Jahren Bewirtschaftungszeit ist Kopp der jüngste Waldbesitzer im Kreise der ausgewählten Kandidaten.

Der hier betrachtete Wald zeichnet sich durch einen sehr hohen Anteil an alten Fichtenbeständen aus, die nun konsequent durchforstet und verjüngt werden.
Da die Früchte der Waldbewirtschaftung immer erst zeitlich verzögert zum Tragen kommen, steht der Waldumbau mit Weißtanne und Douglasie noch am Anfang.
Einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leistet Kopp durch das Belassen von Alteichen und Altbuchen, die als Trittsteine ihre Wirkung zeigen sollen.
Über die eigentliche Waldbewirtschaftung hinaus engagiert sich der Kandidat als Mitglied des Jagdgenossenschaftsvorstands für eine waldfreundliche Bejagung und ist in der Forst-betriebsgemeinschaft Friedberg e.V. sehr aktiv.

Kandidat 4: Konrad Zeitlmeir aus Anwalting bei Affing - Vom Sturm zum Laubholzliebhaber

Konrad Zeitlmeir

Konrad Zeitlmeir aus Anwalting bei Affing ist für den Zukunftswaldpreis 2019 nominiert.

Der vierte und letzte Kandidat des „Zukunftswaldpreises 2019“ des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg (AELF) ist der 51-jährige Haupterwerbslandwirt Konrad Zeitlmeir aus Anwalting bei Affing.

Die 19,7 Hektar Wald sind Teil des eigenen landwirtschaftlichen Betriebes und werden von Zeitlmeir bereits seit 29 Jahren bewirtschaftet. Hierbei erhält er Unterstützung durch den Revierleiter des AELF. Des Weiteren half ihm früher sein Schwiegervater bei der Betreuung des Waldes. Allmählich übernimmt diese Rolle der Sohn des Kandidaten.

Die hier betrachteten Wälder waren ursprünglich durch einen sehr hohen Fichtenanteil mit einzelnen Altbuchen geprägt. Im Jahr 1990 fielen ca. 60% der Fläche dem Orkan „Wiebke“ zum Opfer und wurden geworfen. Zeitlmeir hat 80 % dieser Kalamitätsflächen mit Laubholz aufgeforstet und betreibt seither aktiven Waldumbau mit Eiche und Weißtanne.
Die Stabilität und Qualität seines Waldes fördert er durch konsequente Pflege.
Einen aktiven Beitrag zur Biodiversität und Artenvielfalt im Wald, leistet der Kandidat durch das Belassen von Biotopbäumen, dem Erhalt und der Pflege eines Erlenbruchwaldes sowie einer vielfältigen Waldrandgestaltung.

Weitere Informationen

Die IZW ist ein projektbasiertes Förderprogramm der bayerischen Forstverwaltung, das mit lokal wirkenden Einzelprojekten die heimischen Wälder an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen soll. Dies wird zum Beispiel mit Pflegemaßnahmen im Wald und einem Wechsel der Baumartenzusammensetzung erreicht.

Ansprechpartner

Ralf Gang
AELF Augsburg
Rommelsrieder Str. 9
86420 Diedorf-Biburg
Telefon: 0821 43002-2100
Mobil: 0162-1001327
Fax: 0821 43002-2222
E-Mail: poststelle@aelf-au.bayern.de