Kooperationsvereinbarungen am AELF Augsburg
Kooperationsvereinbarung zum Schutz der Wälder

Unter dem Motto "Zukunft für Bayerns Wälder" wurde am 18. Juli 2018 der sogenannte "Waldpakt" zwischen der Bayerischen Staatsregierung und den Interessensvertretungen der Waldbesitzer unterzeichnet. Die damals gestellten Weichen für den Wald und die Forstwirtschaft in Bayern werden nun nach und nach mit Leben erfüllt. So zum Beispiel mit den Kooperationsvereinbarungen zwischen dem AELF Augsburg und den forstlichen Zusammenschlüssen in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg.

Diese Vereinbarungen haben die Umsetzung der vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen einer zukünftigen Waldbewirtschaftung zum Ziel. Unter anderem sind neben gemeinsamen Informationen und Fortbildungen für Waldbesitzer auch die Aufstellung klimaorientierter Waldbaukonzepte, strukturverbessernden Einzelprojekte sowie Krisenmanagement im Kalamitätsfall vorgesehen.

Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg-West e.V.

Kooperationsvereinbarung Fbg Augsburg WestZoombild vorhanden

Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem AELF Augsburg und der FBG Augsburg West

Die Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg-West e.V. (FBG) und die Forstverwaltung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg (AELF) trafen sich am 26. August 2020 in den Räumen der Geschäftsstelle der FBG in Kutzenhausen, um die erste Kooperationsvereinbarung im Landkreis Augsburg zu unterzeichnen.

Die FBG Augsburg-West wurde im Jahr 1970 mit gerade einmal 32 Mitgliedern gegründet. Fünfzig Jahre später vertritt die FBG knapp 800 Waldbesitzer mit einer Fläche von fast 8.000 ha und einer jährlich vermarkteten Holzmenge von ca. 32.000 fm. Das Vereinsgebiet umfasst dabei als Kerngebiet den Landkreis Augsburg.

Die FBG bietet ihren Mitgliedern Hilfe zur Überwindung von Strukturnachteilen bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder an. Diese können sich z. B. durch kleine oder zersplitterte Waldflächen, geringen Holzanfall, mangelnde Maschinenausstattung oder fehlende Zeit ergeben.

Waldbesitzervereinigung Region Augsburg e.V.

Mann und Frau unterzeichnen KooperationsvereinbarungZoombild vorhanden

Bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung

Die Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung (WBV) Region Augsburg e.V. I.E. Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger und der damalige Behördenleiter des AELF Augsburg, Ltd. Forstdirektor Wolfgang Sailer, unterzeichneten am 12. Februar 2020 in den Repräsentationsräumen der Fuggerei eine Kooperationsvereinbarung.

Die WBV Region Augsburg e.V. ist einer der leistungsfähigsten Forstzusammenschlüsse in Bayern. Mit derzeit ca. 950 Mitgliedern, die Mehrzahl davon mit Waldbesitz im Amtsbereich des AELF Augsburg, d.h. in den Landkreisen Augsburg und Aichach- Friedberg sowie im Bereich der kreisfreien Stadt Augsburg, vermarktet die WBV eine Holzmenge in der Größenordnung von ca. 140.000 fm.

Bedingt durch Lage und Größe der Waldflächen der Stadt Augsburg und den Fuggerschen Stiftungsforsten können - sozusagen im Kielwasser der Großen- auch die im Kleinprivatwald anfallenden Klein(st)mengen ohne großartigen logistischen Aufwand vermarktet werden. Derzeit besitzen 227 Mitglieder der WBV weniger als 1 Hektar Wald und 495 Mitglieder haben Waldbesitz in der Größenklasse zwischen 1 und 5 Hektar. Die Bewirtschaftungsnachteile kleinflächigen Waldbesitzes und anderer Strukturmängel werden somit spürbar verringert.
Beteiligte der KooperationsvereinbarungZoombild vorhanden

Teilnehmer der Veranstaltung

Der Zweck der WBV erstreckt sich nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Sie erstrebt keinen Gewinn und verwendet etwaige Überschüsse ausschließlich zu satzungsgemäßen Zwecken u.a. die Beratung und Unterstützung bei Ausführung von Forstkulturen und Bestandspflegearbeiten einschließlich des Waldschutzes sowie der Durchführung des Holzeinschlages, der Holzaufarbeitung und der Holzbringung.

Weiterhin gehören die Verbreitung der für eine fortschrittliche Waldbewirtschaftung notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten unter den Mitgliedern sowie die Unterrichtung und Schulung in neuzeitlichen Arbeitsverfahren ebenso zu den satzungsgemäßen Aufgaben, wie die Förderung aller Bestrebungen zur Erhaltung und zum Schutze des heimischen Waldes als lebenswichtiges Element der Landschaft und der Landeskultur.

Forstbetriebsgemeinschaft Isar-Lech w.V.

Beteiligte der KooperationsvereinbarungZoombild vorhanden

Ralf Gang, Bereichsleiter Forsten am AELF Augsburg (li.), und Nicolas Freiherr von Pfetten, 1. Vorsitzender der FBG Isar-Lech w.V.

Am 7. Dezember 2020 haben Nicolas Freiherr von Pfetten, 1. Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Isar-Lech w.V., und Ralf Gang, Bereichsleiter Forsten am AELF Augsburg, mit ihrer Unterschrift ihre Arbeit an einer gemeinsamen Kooperationsvereinbarung abgeschlossen.

Die FBG Isar-Lech w.V. ist ein überregionaler Zusammenschluss von 55 Forstbetrieben aus ganz Bayern. Aus den circa 16.000 ha Mitgliedsflächen vermarktet die FBG Geschäftsführung rund 50 bis 100.000 Festmeter je Jahr. Aufgrund der Lage der Geschäftsstelle der FBG in seinem Dienstgebiet übernimmt das AELF Augsburg als zentraler Ansprechpartner für das gesamte Einzugsgebiet der FBG die Koordination der beteiligten Forstverwaltungen.

Die Partner vereinbarten unter anderem die bislang bewährte Zusammenarbeit auf Augenhöhe weiter zu entwickeln, sowie bei Bedarf in weiteren Handlungsfeldern aktiv zu werden. Aktuelle Themenschwerpunkte sind beispielsweise der Informationsaustausch bei Fachfragen, gegenseitige Unterstützung bei der Erprobung von alternativen Baumarten oder gemeinsame Durchführung von Veranstaltungen zur Borkenkäferbekämpfung. Zu dieser, wie schon zu den anderen Kooperationen, gehören regelmäßige Treffen, während derer die Maßnahmen des laufenden Jahres gewürdigt und die Schwerpunkte der weiteren Zusammenarbeit festgezurrt werden.

Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg Nord e.V.

KooperationspartnerZoombild vorhanden

(von links): Ralf Gang, Hubert Meßmer, Thomas Miehler (alle AELF), FBG-Vorsitzender Anton Kraus, Stellvertreter Robert Steppich.
Foto: Johann Kohler, Horgau

Am 25. November 2020 unterzeichneten Anton Kraus, Erster Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Augsburg Nord e.V. (FBG), und Ralf Gang, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg (AELF), eine gemeinsam erarbeitete Kooperationsvereinbarung.

Auch mit dieser Vereinbarung wird die bisherige Situation von beratendem AELF auf der einen Seite und beratener FBG auf der anderen Seite weiterentwickelt. Beide Partner besiegeln durch ihre Unterschrift die Bereitschaft, an dieser Richtschnur das weitere Handeln auszurichten. Als gemeinsame Handlungsfelder haben die Kooperationspartner FBG und AELF beispielsweise eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit bei zentralen Themen vereinbart. Auch die Ansprache von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern über gemeinsame Informationsprojekte oder die Zusammenarbeit bei deren Fortbildung ist den beiden Partnern ein Anliegen.

Die FBG Augsburg Nord e.V. hat sich seit ihrer Gründung am 05. März 1971 zu einer eigenständigen und leistungsfähigen forstlichen Selbsthilfeeinrichtung weiterentwickelt. Von den damals 26 anwesenden Waldbesitzern ist der Verein auf heute rund 1.100 Mitglieder mit einer Waldfläche von etwa 7.000 ha angewachsen. Die FBG vermarktet durchschnittlich 45.000 Festmeter Holz im Jahr, bewirtschaftet auf Grundlage von Waldpflegeverträgen umfangreiche Waldflächen ihrer Mitglieder, organisiert gemeinsame Materialeinkäufe und führt Informationsveranstaltungen durch.
Ein gemeinsames Auftreten von FBG und AELF als wichtige Multiplikatoren und Dienstleister schafft für beide Seiten viele zusätzliche Möglichkeiten, sich für das Wohl des Waldes sowie seiner Besitzerinnen und Besitzer einzusetzen.

Der „Waldpakt“ als Grundlage für die Kooperationsvereinbarung

Die „Erklärung zur Stärkung der Bayerischen Forstwirtschaft und des Ländlichen Raumes – Zukunft für Bayerns Wälder“ zwischen der Bayerischen Staatsregierung und dem Waldbesitz bzw. den Interessensvertretungen der Waldbesitzer“ vom 18. Juli 2018 („Waldpakt“) hat zentrale Weichen für den Wald und die Forstwirtschaft in Bayern in den kommenden Jahre gestellt und bildet die Grundlage für diese Kooperationsvereinbarung.

Der Klimawandel, demographische Veränderungen in der Waldbesitzerschaft und die Besitz- und Bestandsstrukturen stellen die Forstwirtschaft, Waldbesitzer und deren Selbsthilfeeinrichtungen vor drastische Herausforderungen. Die Bewältigung dieser besonderen Aufgaben der Zukunft, kann nur im engen Schulterschluss von Staat (Forstverwaltung), Verbänden und Selbsthilfeeinrichtungen bewältigt werden. Das Ziel und die Begründung dabei ist die bestmögliche Unterstützung aller Waldbesitzer und Daseinsvorsorge für die Bevölkerung.

Die Bayerische Staatsregierung und die Vertreter des Waldbesitzes bekennen sich dazu, die Multifunktionalität der Wälder zu erhalten sowie alle Waldbesitzarten und -größen in die Weiterentwicklung einzubinden und die staatliche Unterstützung zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen.

In Umsetzung des Bundeswaldgesetzes verfolgen die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse (FZus) den Zweck, die Bewirtschaftung der Waldflächen ihrer Mitglieder zu verbessern und die Nachteile geringer Flächengröße und anderer Strukturmängel zu überwinden.
Die FZus haben den Auftrag aus den bisherigen Waldpakten erfüllt und sich zu eigenständigen und leistungsfähigen forstlichen Selbsthilfeeinrichtungen sowie Dienstleistungszentren im ländlichen Raum weiterentwickelt. Als freiwillige Selbsthilfeeinrichtungen sind sie deshalb unverzichtbare Säulen, die eine angemessene und offene Vermarktung des wertvollen Rohstoffes Holz organisieren sowie den Waldumbau und die –pflege unterstützen. Daneben sind sie wichtige Multiplikatoren und Fortbildungsdienstleister für die Waldbesitzer.

Der Waldpakt vom 18. Juli 2018 - Staatsministerium Externer Link