Schwaben und Oberbayern-West
Aktuelle Pflanzenbau- und Pflanzenschutzhinweise (Stand: 12.Mai 2021)

Aktuelle Situation und Wachstumsregler in Wintergerste, Winterweizen und Dinkel - Ergebnisse Monitoring

Die Entwicklung der Wintergersten auf unseren Monitoringstandorten läuft nun mit BBCH 37 bis BBCH 47 (Grannenspitzen) etwas auseinander. Für die Mehrzahl der Bestände wird nach den nun angekündigten Niederschlägen in den kommenden Tagen ein guter Zeitpunkt für die abschließende Behandlung im Hinblick auf Ramularia sein. Wegen der bayernweit verbreiteten Fungizidresistenz und dem Wegfall von Chlorthalonil, sollte in Gebieten, wo dieser "Sonnenbrand der Gerste" in den letzten Jahren regelmäßig auftrat, der Kontaktwirkstoff Folpet ergänzt werden.

Die Winterweizenbestände haben sich in der letzten Woche kaum weiterentwickelt und befinden sich noch über-wiegend im Stadium BBCH 32-33. Die Monitoringergebnisse zeigen, dass die Bestände abgesehen von Altinfektionen mit Septoria Tritici auf den unteren Blättern F-5 noch weitestgehend gesund sind. Beobachten Sie aber dennoch vor allem bei Weizen nach Weizen die höhere Infektionsgefahr durch Halmbruch oder DTR. Erstbehandlungen gegen Septoria sind nur bei Befallsstärken von über 40 % auf F-4 sinnvoll.

Ergebnisse Monitoring und Hinweise

Notfallzulassung für Amistar MAX und Folpan 500 SC

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für den Wirkstoff Folpet eine Notfallzulassung nach Artikel 53 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 gegen Ramularia collocygni in Gerste erteilt.
Darunter fallen die Mittel Folpan 500 SC, sowie Amistar MAX. Für Folpan 500 SC gilt dies über die bereits bestehende Zulassung und gegen Septoria tritici in Weizen und im Weinbau hinaus. Das bislang noch nicht zugelassene Amistar Max kann somit erstmals eingesetzt werden.
Die Anwendung ist 2021 in Sommer- und Wintergerste in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nach Warndienstaufruf gestattet. Die Notfallzulassung ist für 120 Tage vom 01.04.2021 bis 29.07.2021 gültig.
Das BVL schreibt außerdem vor, dass die Produkte in Kombination mit einem anderen Mittel angewendet werden muss, das entweder Prothioconazol (z. B. alle Xpro-Mittel, Elatus Era, Fandango, Gigant, Input Classic, Input Triple, Jordi, Proline, Traciafin und viele weitere Prothioconazol-Solopräparate) oder Mefentrifluconazol (z.B. Revytrex, Balaya oder Revystar) enthält

Wachstumsregler in Getreide

Mit den gefallenen Niederschlägen sind jetzt wieder günstige Voraussetzungen für das Wachstum gegeben. Zudem ist eine gute Mineralisation des Stickstoff zu erwarten. Höhere Temperaturen fördern dieses zusätzlich. Insbesondere in lageranfälligen Sorten und Fruchtarten, wenn hier noch Wachstumsregler notwendig sind, entsprechend handeln. Mit den nun gefallenen Niederschlägen können die Wachstumsregel wieder sehr gut eingesetzt werden.

Dritte N-Gabe in Winterroggen und Triticale planen und aktueller Krankheitsdruck

Die Entwicklung von Winterroggen und Triticale schreitet trotz der kühlen Witterung im April voran. Erste Roggenbestände erreichen bald das Stadium 37 (Fahnenblatt spitzt) bis 39 (Blattapparat voll entwickelt). Ab diesem Zeitpunkt sollte über die dritte Stickstoffgabe nachgedacht werden. Auf kälteren Lagen haben sich die Bestände etwas langsamer entwickelt. In Roggen hat sich vor allem auf leichten Böden, mit den Niederschlägen des letzten Wochenendes, der Trockenstress deutlich gelegt. Dementsprechend ist nach derzeitigem Stand die Gefahr von Krankheiten als eher gering eingestuft. Eine etwaige Fungizidbehandlung kann demnach weiter hinausgezogen werden und auf den voll entwickelten Blattapparat erfolgen. Ähnlich sieht es in Triticale aus, auch hier ist insgesamt die Krankheitssituation recht entspannt. Die vorausgesagte unbeständige Witterung führt nun dazu, dass der Stickstoff nun zeitnah in den Boden eingewaschen wird. Bei Triticale und Winterroggen gilt als Richtwert eine N-Düngung in Höhe von 30 bis 50 kg N/ha. Die endgültige Höhe der Düngung richtet sich nach dem Ergebnis der Düngebedarfsplanung und der Höhe der vorausgegangenen Düngergaben.

Mittel für die Spätbehandlung in Getreide

Zur Spätbehandlung, z.B. gegen Klettenlabkraut stehen einige Mittel zur Verfügung.

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Abstandsauflagen zu Gewässern beim Herbizideinsatz in Mais beachten

Der Regen der letzten Tage führte dazu, dass Mais, der vor dem 20. April gesät wurde nun aufläuft. In der Regel befindet sich dieser in BBCH 10 bis 11. Der Feldaufgang ist nach ersten Einschätzungen sehr homogen. Die Niederschläge führten auch dazu, dass die Wasserversorgung als gut bis sehr gut zu beurteilen ist. Die vorausgesagte Witterung bewirkt nun mit warmen Tagestemperaturen und frostfreien Nächten eine zügige Entwicklung der Bestände. Für einen optimalen Herbizideinsatz sollte der Mais in BBCH 12 bis 14 sein. Dies kann nächste Woche in einigen Beständen durchaus der Fall sein.
Für den optimalen Einsatz von bodenaktiven Wirkstoffen, sollte der Boden nicht zu trocken sein. Schwierige Situationen mit zu trockenen Böden zum Zeitpunkt der Spritzung, wie sie die letzten Jahre immer wieder eintraten, sind aktuell nicht zu erwarten.
Nicht nur die Wirkung auf einzelne Unkräuter und Ungräser sollte im Mittelpunkt stehen, sondern auch die Abstandsauflagen zu periodisch wasserführenden Gewässern (Abdrift und Run off) müssen Beachtung finden.

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Herbizidbehandlung in Zuckerrüben

Die Unkrautbekämpfung der Witterung, Bestandesentwicklung und dem Unkrautspektrum anpassen. Je nach Verfügbarkeit sollten beispielsweise quinmerachaltige Mittel (Goltix Titan oder Kezuro) in der ersten NAK eingesetzt werden. Quinmerac erweitert das Wirkungsspektrum und unterstützt die Bodenwirkung von Metamitron. Die späteren Termine können dann mit einem „reinen“ Metamitron (z.B. Goltix Gold oder Metafol SC) weiter geführt werden!
Bei den Mischungen ist auf verträgliche Applikationsbedingungen zu achten. Aufgrund der sehr gut pflanzenverträglichen SC Formulierung bei Belvedere Duo erhöht eine Ölzugabe über Hasten generell die Blattaktivität und Wirkungssicherheit

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Unkrautbehandlung Soja

In Sojabohnen ist bei entsprechendem Reihenabstand auch eine mechanische Unkrautbekämpfung möglich.
Die Grundlage der chemische Unkrautbekämpfung in Sojabohnen ist eine breit wirksame Vorauflaufbehandlung. Im Nachauflauf sind vor allem Gräserbehandlungen sowie Korrekturen gegen einzelne dikotyle Unkrautarten möglich. Bei Sojabohnen können beim Einsatz von Mitteln mit den Wirkstoffen Pendimethalin und Metribuzin sorten- und witterungsbedingt Probleme bei der Kulturverträglichkeit auftreten.

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Wichtige Hinweise und Definitionen nach Düngeverordnung im Frühjahr

Zeitnahe Düngung:
Laut § 3 Abs. 1 Düngeverordnung ist die Düngung zeitnah zum Bedarf der jeweiligen Kultur auszubringen.
Zeitgerechte Düngung im Getreide bedeutet ab 1. Februar. Zu Mais oder anderen Kulturen mit ähnlichem Saatzeitpunkt ist die Düngung auf unbestelltem Ackerland oder zu abgefrorenen Zwischenfrüchten bei Zugabe von Nitrifikationshemmern ab 1. März und ohne diesen Zusatz ab 15. März erlaubt.
Einarbeitungsfrist:

In § 6 Abs. 1 der Düngeverordnung ist die Ausbringung auf unbestelltem Ackerland (z. B. vor Mais) geregelt. Organische Dünger (>1,5 % Gesamt-N in der TM, davon >10 % Ammonium-N) müssen spätestens 4 Stunden nach Beginn des Aufbringens eingearbeitet werden. Die Einarbeitungsfrist gilt nicht für Festmist von Huf- und Klauentieren, Kompost und organische Dünger mit weniger als 2 % Trockenmassegehalt. Ab 2020 muss auch Harnstoff mit einem N-Gehalt von mind. 44% ohne Ureasehemmer unverzüglich (innerhalb 4 Stunden) eingearbeitet werden. Auf bestellten Flächen ist nur noch Harnstoff mit Ureasehemmer zu verwenden.

Gewässerabstand:

In der Düngeverordnung wurden die Abstände zu Gewässern auf „grünen“ Flächen weiter verschärft, um ein Abschwemmen von Nährstoffen zu vermeiden. Bei ebenen Flächen (bis 5 % Neigung) beträgt der Abstand 4 m, bei Geräten mit anerkannter Grenzstreueinrichtung bzw. wo die Streubreite der Arbeitsbreite ent-spricht (z. B. Limiter, Schleppschuh), kann dieser Abstand auf 1 m reduziert werden. Bei Flächen mit einer Hangneigung von 5 bis 10 % dürfen die ersten 3 m nicht gedüngt werden. Auf einem Streifen von 3 bis 20 m gelten Auflagen. Bei Flächen mit einer Hangneigung von über 10 % bis 15 % darf sich in den ersten 5 m zur Böschungsoberkante kein Dünger befinden, in den nächsten 15 m gibt es auf Ackerflächen noch zusätzliche Auflagen. Auf Flächen über 15 % Hangneigung ist auf den ersten 10 m keine Düngung erlaubt. Auf weiteren 20 m sind Auflagen einzuhalten
Die zusätzlichen Auflagen in Gelben und Roten Gebieten sind zwingend zu beachten.

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Aufzeichnung von Düngemaßnahmen nach neuer Düngeverordnung

Nachdem der Bundesrat bereits am 27. März 2020 dem Vorschlag der Änderungen der Düngeverordnung zugestimmt hat, ist nun die Verkündung im Bundesgesetzblatt (Nr. 20 vom 30.04.2020) erfolgt. Mit der Verkündung treten unter Anderem bei der Dokumentation Änderungen ein, die sich von den bisherigen Aufzeichnungen unterscheiden.
Düngemaßnahmen, bei denen ein stickstoff- oder phosphathaltiger Dünger in mineralischer oder organischer Form eingesetzt wurde, sind innerhalb von 2 Tagen zu dokumentieren. Dabei ist zu beachten, dass die eindeutige Bezeichnung und die Größe des Schlags / Bewirtschaftungseinheit angegeben werden. Das ausgebrachte Düngemittel und die tatsächlich ausgebrachte Menge sind ebenfalls zu erfassen. Weiterhin sind die die gegebene Menge an Gesamtstickstoff sowie an verfügbarem Stickstoff und Phosphat nieder zu schreiben.

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Fortbildungen nach Pflanzenschutz – Sachkunde – Verordnung

Wenn Sie im Besitz einer Scheckkarte nach Pflanzenschutz- Sachkunde sind, so sind Sie zum Besuch von Fortbildungen verpflichtet. Ein Fortbildungszeitraum erstreckt sich über 3 Jahre. In diesem Zeitraum sind sie verpflichtet eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Welche Zeiträume für Sie gelten, ist auf der Scheckkarte unter „Beginn erster Fortbildungszeitraum“ vermerkt. Hier wird unterschieden, ob Sie vor dem 14. Februar 2012 sachkundig waren und demnach ein sogenannter Altsachkundiger sind, oder die Sachkunde erst nach dem 14. Februar 2012 erworben haben.

Für altsachkundige Personen begann der erste Fortbildungszeitraum am 1. Januar 2013.

  • 1. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015
  • 2. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
  • 3. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021
  • usw.
Für alle, die die Sachkunde im Pflanzenschutz nach dem 14. Februar 2012 erworben haben, beginnt der erste Dreijahreszeitraum mit dem Ausstellungsdatum des Sachkundenachweises. Auch dieses Datum ist auf der Rückseite der Scheckkarte vermerkt. In diesem Fall sind die Dreijahreszeiträume individuell gelegt:
Beispiel: Ausstellungsdatum und "Beginn erster Fortbildungszeitraum": 11. März 2015
  • 1. Fortbildungszeitraum: 11. März 2015 bis 10. März 2018
  • 2. Fortbildungszeitraum: 11. März 2018 bis 10. März 2021
  • 3. Fortbildungszeitraum: 11. März 2022 bis 10. März 2024
  • usw.

Fortbildungstermine zur Sachkunde im Pflanzenschutz

Im neuen Pflanzenschutzgesetz (in Kraft getreten am 14. Februar 2012) ist festgelegt, dass alle Sachkundigen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren eine von der zuständigen Behörde anerkannte Fortbildung wahrnehmen müssen. Weitere Hinweise und Termine unter

Hinweise und Veranstaltungsorte - LfL Externer Link

Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen

Die Vorschriften für die Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurden durch die neue EU-Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) moderat geändert und durch das Pflanzenschutzgesetz vom 06.02.2012 konkretisiert. Weiterhin gilt, dass jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, verpflichtet ist, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für 3 Jahre aufzubewahren. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Aufzuzeichnen ist:

  • der Tag der Anwendung
  • die behandelte Kultur
  • die Fläche, auf der der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt ist
  • das eingesetzte Mittel (genaue Bezeichnung – bei Packs die Namen der einzelnen Mittel)
  • die Aufwandmenge je ha und
  • der Anwender des Pflanzenschutzmittels mit seinem Vor- und Zunamen.
Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen. Unter folgender Internetseite können Sie die Dokumentationsvorlage auf Ihren PC laden bzw. ausdrucken:

Weitere Hinweise und Dokumentationsvorlage - LfL Externer Link

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Verbundberatung

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