Einsteiger in die Soziale Landwirtschaft schließen Lehrgang ab
Bauernhöfe bieten Inklusion

Ein Bauernhof für Menschen mit Einschränkungen, mit Angeboten für Senioren, für Kinder, für Schulverweigerer, für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suchterfahrungen? Inklusion auf bayerischen Höfen fördert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) seit mehr als 10 Jahren. Nun schlossen 21 Absolventen und Absolventinnen die dritte "Einsteiger-Qualifizierung", das Betriebszweigentwicklungsseminar Soziale Landwirtschaft, mit einem Zertifikat ab, darunter auch eine Landwirtin aus Pöttmes.

Im herrlichen Ambiente des Landkreissaals auf Schloss Neuburg stellte am 7. Juni 2022 der stellvertretende Landrat Hans Koller die Soziale Landwirtschaft als wertvolle Möglichkeit der Einkommenskombinationen heraus. Das große Engagement für Menschen auf der Schattenseite des Lebens sei bemerkenswert und die Absolventen und Absolventinnen Vorreiter und Vorbilder.

Das Betriebszweigentwicklungsseminar Soziale Landwirtschaft befähigt die Teilnehmer, ein passgenaues Konzept für das geplante Angebot zu schreiben. Hierzu wurde in fünf Modulen über acht Monate hinweg viel Wissen gesammelt unter anderem zu Bau- und Mietrecht, Umfeldanalysen und selbstkritischen Betrachtungen, Klientengewinnung, Praktikerbeispiele bei Lehrfahrten und Live-Berichten, Kosten- und Arbeitskraftkalkulationen.
"Sinngebundene Tätigkeit anstatt ´künstlicher´ Beschäftigung geben Menschen mit besonderen Bedürfnissen Sicherheit", erläuterte Ministerialrätin Regine Wiesend, Leiterin des Referats Landfrauen und Einkommenskombination am StMELF, "zum Beispiel durch das Erleben und die Mitwirkung einer realistischen Arbeitswelt eines bäuerlichen Familienbetriebs mit klaren Strukturen!"
Drei Konzepte wurden näher vorgestellt: Absolventin Johanna Wagner aus Pöttmes (Landkreis Aichach-Friedberg) erläuterte ihr tiergestütztes Angebot in Kooperation mit einer Schule zur Förderung von Alltagskompetenzen. Ein Mehrgenerationenhaus mit Gärtnerei für Menschen mit Einschränkungen stellte die Starnbergerin Elisabeth Appel vor, und Bernhard Willeitner aus Landau a.d. Isar zeigte seine geplante Tagespflege, die in einem Gebäudeteil des Bauernhofs entstehen soll. In Bayern gibt es inzwischen mehr als 150 Höfe, die sich zum Wohl aller in der Sozialen Landwirtschaft einbringen - Tendenz steigend.