Schwaben und Oberbayern-West
Aktuelle Pflanzenbau- und Pflanzenschutzhinweise (Stand: 3. Juli 2020)

Absage der Feldführungen 2020

Die Corona-Krise beeinflusst auch alle Feldführungen im Jahre 2020 im Dienstgebiet, sodass diese nicht stattfinden können. Der von der bayerischen Staatsregierung vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 m kann bei Versuchsführungen keinesfalls eingehalten werden. Für alle, die an den Versuchen interessiert sind, besteht selbstverständlich jederzeit die Möglichkeit, diese zu besichtigen. Die Versuchsparzellen sind gut ausgeschildert und es werden an den jeweiligen Standorten Boxen aufgestellt, in denen Versuchsfeldführer für sie bereit gelegt werden (ab dem ursprünglich geplanten Termin). Somit finden Sie sich auf dem jeweiligen Standort zurecht und können sich selbst ein Bild von den Sorten- und Pflanzenschutzversuchen machen.

Versuche AELF Augsburg

Maiszünsler

Aktuell ist der Zuflug des Maiszünslers in den meisten Regionen noch nicht erfolgt. Es ist jedoch durchaus möglich, dass in den nördlichen, wärmeren Lagen des Dienstgebiets einzelne Falter bereits zugeflogen sind. Dies ist im Bereich Ingolstadt beispielsweise erfolgt.
Der verhaltene Flug bzw. der späte Flugbeginn hat mit der derzeitigen Witterung zu tun. Die Aktivität der Mais-zünslerfalter war in den letzten Jahren bei Tagestemperaturen von ca. 30 °C und darüber in Kombination mit entsprechend warmen Nächten am Höchsten. Von diesen Bedingungen konnte der diesjährige Sommer nur an einzelnen Tagen aufwarten. Somit sollte (abgesehen von Gunstlagen in der Region Ingolstadt) mit dem ersten Einsatz von Trichogramma - Schlupfwespen noch etwas gewartet werden. Der optimale erste Ausbringtermin ist zum Flugbeginn.
Weiterhin ist darauf zu achten, dass nach der Ausbringung hohe Niederschlagsmengen für die Schlupfwespen nicht förderlich sind. In der Vergangenheit kam es bei entsprechenden Situationen zu teils deutlichen Minderwirkungen. Über die weitere Entwicklung der Fangzahlen und der Terminierung des Flughöhepunkts unter LfL

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Wichtige Termine in Bezug auf Greening

  • Anbaudiversifizierung:
    Im Zeitraum vom 01. Juni bis 15. Juli muss der Anbau verschiedener Kulturen in Bezug auf die Anbaudiversifizierung an jedem Tag erfüllt sein. Ist bis zum 15. Juli keine Folgekultur angesät oder bereits vorhanden (Untersaaten), ergeben sich keine Änderungen. Wird eine Folgekultur angesät, so müssen auch mit der Folgekultur die Vorgaben der Anbaudiversifizierung eingehalten werden
  • Hauptkultur im MFA:
    Als Hauptkultur zählt die Kultur, die im Zeitraum vom 01.06. bis 15.07. am längsten auf der jeweiligen Fläche verbleibt. Kulturen, die bis 23. Juni vorhanden waren, sind somit die Hauptkultur. Als einzige Ausnahme gilt Mais. Dieser ist immer eine Hauptkultur, auch wenn er bis zum 15. Juli z. B. nach GPS angebaut wird
  • Ökologische Vorrangflächen:
    • Zwischenfrüchte: können nach der Ernte der Vorkultur bis zum 1.Oktober gesät werden
    • Großkörnige Leguminosen: müssen mindestens bis 15. August auf der Fläche verbleiben. Eine frühere Ernte muss spätestens drei Tage vorher beim zuständigen AELF angezeigt werden
    • Kleinkörnige Leguminosen: müssen sich mindestens bis 31. August auf der Fläche befinden. Eine Schnittnutzung ist vorher möglich
  • Nach groß- und kleinkörnigen Leguminosen als ökologische Vorrangfläche ist eine Winterung oder eine Winterzwischenfrucht anzusäen, die mindestens bis zum 15. Januar auf der Fläche verbleibt.

Aktuelle Krankheitssituation in Zuckerrüben

Das Zuckerrübenblatt - Monitoring hat auf einigen Standorten in intensiven Anbaugebieten bereits Befall nahe der Bekämpfungsschwelle (5 % Befallshäufigkeit – 5 von 100 Blätter befallen) mit Cercospora festgestellt. Die Bestände sollten nun auf Blattbefall kontrolliert werden. Solange keine Cercospora in Höhe der Bekämpfungs-schwelle im Bestand gefunden wird, kann mit einer Behandlung noch gewartet werden.
Es besteht jedoch die Gefahr einer Verwechselung mit der Bakteriellen Blattfleckenkrankheit. Dies kann vor allem in Regionen geschehen, in denen beispielsweise ein Hagelereignis aufgetreten ist. Mit den teils hohen Niederschlagsmengen der letzten Wochen können diese Blattflecken ebenfalls auftauchen. Eine exakte Diag-nose etwaiger Blattflecken ist zwingend erforderlich, da die Bakterielle Blattfleckenkrankheit mit einem Fungizid nicht zu bekämpfen ist.
Für den Fall, dass es sich der Cercosporabefall der 5%-Marke nähert, sollte umgehend gehandelt werden. Die Empfehlung liegt in intensiven Anbaulagen bei leistungsstarken Fungiziden mit dem Wirkstoff Epoxiconazol wie beispielsweise 1,0 Rubric evtl. mit einer Folgebehandlung mit 0,6 Duett Ultra + 0,6 Dash. In Starkbefallslagen und Gebieten mit Resistenzen besteht die Möglichkeit einer Zumischung eines Kontaktwirkstoffs zum Fungizid. Dieses Jahr besteht eine Notfallzulassung (vom 15.06. bis 12.10.) mit 2,0 kg/ha Tridex DG (750 g/kg Mancozeb). Die Maximalaufwandmenge je ha und Jahr liegt bei 6 kg/ha.
In den weniger intensiven Regionen wirken die anderen Fungizide (z.B. Azol-Strobilurin-Kombinationen), die am Markt vorhanden sind noch ausreichend. Es ist jedoch zu beachten, dass im Falle einer Resistenz gegenüber Strobilurine die komplette Wirkung über das Azol erfolgen muss. Demnach sind Mittel, die einen hohen Azolanteil besitzen in der Regel etwas leistungsstärker.
Das Mittel Ortiva (Azoxystrobin) sollte nur in Tankmischung mit einem Azol ausgebracht werden.

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Schosser in Zuckerrüben

In den Zuckerrübenbeständen beginnen nun die Schosserrüben sichtbar zu werden. Bei nun feuchten Boden-verhältnissen können die Schosser leichter aus dem Boden gezogen werden. Es ist zwingend zu beachten, dass gebildete Samenstände nicht auf dem Feld verbleiben. Grüne Samen sind bereits keimfähig und bilden ein über mehrere Jahre andauerndes Samenpotential im Boden. Beim turnusgemäß folgenden Zuckerrübenanbau entsteht dadurch ein erhöhtes Auflaufpotential und ein damit verbundener erhöhter Aufwand für die Bereinigung. In Extremfällen kann aufgrund einer mehrmaligen inkonsequenten Bereinigung sich dies zu einer nicht mehr händelbaren Verunkrautung des Schlages mit Schosserrüben in Zuckerrüben aufschaukeln. Die letzte Konsequenz wäre, dass der Schlag für einen Zuckerrübenanbau nicht mehr geeignet ist

PAMIRA – Kostenlose Rücknahme von Pflanzenschutzmittelverpackungen

Gespülte und restentleerte Verpackungen von Pflanzenschutzmitteln und Flüssigdüngern mit dem PAMIRA-Zeichen werden kostenfrei zurückgenommen!
PAMIRA (PackMittel Rücknahme Agrar).

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Aufzeichnung von Düngemaßnahmen nach neuer Düngeverordnung

Nachdem der Bundesrat bereits am 27. März 2020 dem Vorschlag der Änderungen der Düngeverordnung zugestimmt hat, ist nun die Verkündung im Bundesgesetzblatt (Nr. 20 vom 30.04.2020) erfolgt. Mit der Verkündung treten unter Anderem bei der Dokumentation Änderungen ein, die sich von den bisherigen Aufzeichnungen unterscheiden.
Düngemaßnahmen, bei denen ein stickstoff- oder phosphathaltiger Dünger in mineralischer oder organischer Form eingesetzt wurde, sind innerhalb von 2 Tagen zu dokumentieren. Dabei ist zu beachten, dass die eindeutige Bezeichnung und die Größe des Schlags / Bewirtschaftungseinheit angegeben werden. Das ausgebrachte Düngemittel und die tatsächlich ausgebrachte Menge sind ebenfalls zu erfassen. Weiterhin sind die die gegebene Menge an Gesamtstickstoff sowie an verfügbarem Stickstoff und Phosphat nieder zu schreiben.

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Fortbildungen nach Pflanzenschutz – Sachkunde – Verordnung

Wenn Sie im Besitz einer Scheckkarte nach Pflanzenschutz- Sachkunde sind, so sind Sie zum Besuch von Fortbildungen verpflichtet. Ein Fortbildungszeitraum erstreckt sich über 3 Jahre. In diesem Zeitraum sind sie verpflichtet eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Welche Zeiträume für Sie gelten, ist auf der Scheckkarte unter „Beginn erster Fortbildungszeitraum“ vermerkt. Hier wird unterschieden, ob Sie vor dem 14. Februar 2012 sachkundig waren und demnach ein sogenannter Altsachkundiger sind, oder die Sachkunde erst nach dem 14. Februar 2012 erworben haben.

Für altsachkundige Personen begann der erste Fortbildungszeitraum am 1. Januar 2013.

  • 1. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015
  • 2. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
  • 3. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021
  • usw.
Für alle, die die Sachkunde im Pflanzenschutz nach dem 14. Februar 2012 erworben haben, beginnt der erste Dreijahreszeitraum mit dem Ausstellungsdatum des Sachkundenachweises. Auch dieses Datum ist auf der Rückseite der Scheckkarte vermerkt. In diesem Fall sind die Dreijahreszeiträume individuell gelegt:
Beispiel: Ausstellungsdatum und "Beginn erster Fortbildungszeitraum": 11. März 2015
  • 1. Fortbildungszeitraum: 11. März 2015 bis 10. März 2018
  • 2. Fortbildungszeitraum: 11. März 2018 bis 10. März 2021
  • 3. Fortbildungszeitraum: 11. März 2022 bis 10. März 2024
  • usw.

Fortbildungstermine zur Sachkunde im Pflanzenschutz

Im neuen Pflanzenschutzgesetz (in Kraft getreten am 14. Februar 2012) ist festgelegt, dass alle Sachkundigen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren eine von der zuständigen Behörde anerkannte Fortbildung wahrnehmen müssen. Weitere Hinweise und Termine unter

Hinweise und Veranstaltungsorte - LfL Externer Link

Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen

Die Vorschriften für die Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurden durch die neue EU-Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) moderat geändert und durch das Pflanzenschutzgesetz vom 06.02.2012 konkretisiert. Weiterhin gilt, dass jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, verpflichtet ist, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für 3 Jahre aufzubewahren. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Aufzuzeichnen ist:

  • der Tag der Anwendung
  • die behandelte Kultur
  • die Fläche, auf der der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt ist
  • das eingesetzte Mittel (genaue Bezeichnung – bei Packs die Namen der einzelnen Mittel)
  • die Aufwandmenge je ha und
  • der Anwender des Pflanzenschutzmittels mit seinem Vor- und Zunamen.
Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen. Unter folgender Internetseite können Sie die Dokumentationsvorlage auf Ihren PC laden bzw. ausdrucken:

Weitere Hinweise und Dokumentationsvorlage - LfL Externer Link

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Verbundberatung

Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau Mehr