Schwaben und Oberbayern-West
Aktuelle Pflanzenbau- und Pflanzenschutzhinweise (Stand: 30. Juli 2019)

Termine Versuchsführungen

Folgende Termine für die Führungen in den Sortenversuchen sind geplant.

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Sortenempfehlung Wintergerste

Zweizeilige Wintergerste:
California, Caribic (Gelbmosaik Typ 1 und 2 resistent – Jura) LG Caspari, KWS Infinity (Jura), KWS Liga (Winterbraugerste), Sandra, SU Ruzena, SU Vireni

Mehrzeilige Wintergerste:
KWS Higgins (NEU), KWS Meridian, SU Ellen

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Sortenempfehlung Winterraps

Winterraps: Attletick (Jura), Bender, Fencer, Hattrick, Menhir (begrenzt für Standorte mit Kohlherniebefall), SY Saveo (Jura), Trezzor

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Kalkung von Ackerflächen

Für eine Kalkung von Ackerflächen bestehen nun nach der Getreideernte sehr gute Bedingungen. Vor allem die derzeitig sehr trockenen Bodenverhältnisse verhindern, dass der Boden durch die Überfahrt verdichtet wird. Zudem sind noch vor der Bodenbearbeitung die Fahrgassen erkennbar. Mit der anschließenden Stoppelbearbeitung kann der Kalk dann gut in die Krume eingemischt werden. Vor allem vor Raps oder Wintergerste ist eine Kalkgabe besonders empfehlenswert. Die Aufwandmenge richtet sich nach dem in der Bodenuntersuchung ausgewiesenen pH-Wert und der Bodenart.
Eine Kalkung bindet Säure im Boden und verbessert das Bodenleben, die Bodengare und die Humusbildung. Zwischen Bodenreaktion (pH-Wert) und Nährstoffverfügbarkeit besteht ebenfalls ein enger Zusammenhang. Der anzustrebende pH-Wert hängt von der Bodenart und dem Humusgehalt ab (Leitfaden für die Düngung von Acker- und Grünland – Stand 2018 „Gelbes Heft“ S. 19 - 26).
Beachten Sie die unterschiedlichen Eigenschaften der Kalkarten. Muss eine Fläche zur Anhebung des pH-Wertes aufgekalkt werden, so ist auf schwereren Böden Branntkalk mit seiner schnelleren Wirkung besonders geeignet. Grundsätzlich hängt die Wirkgeschwindigkeit auch von der Mahlfeinheit ab, je feiner desto schneller kann die Wirkung einsetzen. Bei gleichem Vermahlungsgrad wirkt Ca-Oxid (CaO) schneller als Ca-Carbonat (CaCO3).
Die Gehalte (angegeben in % CaO) sind bei den Kalkdüngern unterschiedlich (z. B. Branntkalk ca. 90% CaO, Kohlensaurer Kalk ca. 50%. CaO, Schwarzkalk ca. 37% CaO, Donaukalk ca. 30 % CaO). Nebenbe-standteile einiger Kalkarten können ebenfalls ausgenutzt werden. So kann z.B. durch den Einsatz von Magnesiumkalken kostengünstig die Magnesiumversorgung gesichert oder der im Schwarzkalk enthaltene Stickstoffanteil (unter 1% in der TS) für die evtl. folgende Zwischenfrucht genutzt werden

Gelbes Heft - LfL Externer Link

Krankheitssituation in Zuckerrüben

Das Zuckerrübenblatt - Monitoring hat auf einigen Standorten in intensiven Anbaugebieten bereits Befall über der Bekämpfungsschwelle (5 % Befallshäufigkeit – 5 von 100 Blätter befallen) mit Cercospora festgestellt. Nichtdestotrotz sollten nun in allen Regionen die Bestände auf Blattbefall kontrolliert werden. Solange keine Cercospora in Höhe der Bekämpfungsschwelle im Bestand gefunden wird, kann mit einer Behandlung noch gewartet werden.
Es besteht jedoch die Gefahr einer Verwechselung mit der Bakteriellen Blattfleckenkrankheit. Dies kann vor allem in Regionen geschehen, in denen beispielsweise ein Hagelereignis aufgetreten ist. Eine exakte Diagnose etwaiger Blattflecken ist zwingend erforderlich, da die Bakterielle Blattfleckenkrankheit mit einem Fungizid nicht zu bekämpfen ist.
Für den Fall, dass es sich um eine Schwellenüberschreitung mit Cercospora handelt, sollte gehandelt werden. Die Empfehlung liegt in intensiven Anbaulagen bei leistungsstarken Fungiziden mit einem hohen Azolanteil wie beispielsweise 0,6 Duett Ultra + 0,6 Dash oder 1,0 Rubric. In Starkbefallslagen und Gebieten mit Resistenzen besteht die Möglichkeit einer Zumischung eines Kontaktwirkstoffs zum Fungizid. Dieses Jahr besteht eine Notfallzulassung (vom 15.06. bis 12.10.) mit 2,0 kg/ha Tridex DG Raincoat (700 g/kg Mancozeb). Die Maxi-malaufwandmenge je ha und Jahr liegt bei 6 kg/ha.
In den weniger intensiven Regionen wirken die anderen Fungizide (z.B. Azol-Strobilurin-Kombinationen), die am Markt vorhanden sind noch ausreichend. Es ist jedoch zu beachten, dass im Falle einer Resistenz gegenüber Strobilurine die komplette Wirkung über das Azol erfolgen muss. Demnach sind Mittel, die einen hohen Azolanteil besitzen in der Regel etwas leistungsstärker.
Das Mittel Ortiva (Azoxystrobin) sollte nur in Tankmischung mit einem Azol ausgebracht werden.

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Bekämpfung von Problemunkräuter auf der Stoppel

Vor allem Wurzelunkräuter wie Disteln, Acker- und Zaunwinde sowie Ungräser wie Quecken können nach der Ernte auf der Stoppel gut bekämpft werden. Um gute Bekämpfungsvoraussetzungen zu schaffen, sollte das Stroh abgefahren werden. Somit ist gewährleistet, dass keine Pflanzen unter einer Strohdecke eine Herbizidanwendung überstehen. Für eine optimale Bekämpfung muss solange gewartet werden, bis die Unkräuter und Ungräser genügend Blattmasse gebildet haben. Dadurch kann genügend Wirkstoff von den Pflanzen aufgenommen und damit ausreichend Wirkstoff auch in die Wurzeln für eine nachhaltige Bekämpfung eingelagert werden. Die Quecke muss mindestens 4 neue Blätter gebildet haben. Bei Acker- und Zaunwinde ist bis zu einer Trieblänge von mind.30 cm zu warten. Nach der Behandlung ist zur Absicherung eine „Einwirkzeit“ bis zur Bodenbearbeitung von ca. 6 Wochen einzuplanen. Um im Herbst Zeitdruck hinsichtlich einer Wintergetreideaussaat zu vermeiden, bietet es sich an auf der behandelten Fläche eine Sommerung folgen zu lassen. Bei längerer Einwirkzeit steigt die Dauerwirkung aller relevanten Wurzelunkräuter!
Die am schwierigsten zu bekämpfenden Unkräuter sind Acker- und Zaunwinde. Hierfür gibt es bestimmte Indikationen. Bei Zaunwinde ist nur Starane XL mit einer Aufwandmenge von 1,8 l zugelassen, wobei hier auch eine Nebenwirkung auf Ackerwinde besteht. Für die Bekämpfung von Ackerwinde sind hohe Wirkstoffmengen (Glyphosat) nötig.
Zu beachten bei allen glyphosathaltigen Mitteln: NG 352: Bei der Anwendung ist ein Abstand von 40 Tagen zwischen Spritzungen einzuhalten, wenn der Gesamtaufwand von zwei aufeinanderfolgenden Spritzanwendungen mit diesem und anderen glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln die Summe von 2,9 kg Glyphosat/ha übersteigt.
Im Falle anderer Unkräuter wie Ampfer, Distel oder Quecke sind die Aufwandmengen der einzelnen Präparate laut Anwendungshinweis einzusetzen.
Bei der Anwendung von Glyphosat ist eine sichere Wirkung durch gute Benetzung mit wenig Wasser (150 - 200 l/ha mit 0,25 – 0,3er Düsen), bei hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen unter 25 °C gegeben. Neben den reinen Glyphosat-Produkten steht gegen Problemunkräuter wie Ackerschachtelhalm und Ackerwinde auf der Stoppel das Produkt Kyleo mit 5,0 l/ha, max. 1x/Jahr (Glyphosat + 2,4 D) zu Verfügung.
Die Bekämpfung von Ausfallgetreide und Raps und einjährigen Ungräsern und Unkräutern sollte auf der Stoppel vorwiegend mechanisch erfolgen. Dieses dient auch dazu Bodenschädlinge einzudämmen.

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Wichtige Termine in Bezug auf Greening

  • Ökologische Vorrangflächen:
    • Zwischenfrüchte können nach der Ernte der Vorkultur bis zum 1.Oktober gesät werden
    • Großkörnige Leguminosen müssen mindestens bis 15. August auf der Fläche verbleiben. Eine frühere Ernte muss spätestens drei Tage vorher beim zuständigen AELF angezeigt werden.
    • Kleinkörnige Leguminosen müssen sich mindestens bis 31. August auf der Fläche befinden. Eine Schnittnutzung ist vorher möglich.
  • Nach groß- und kleinkörnigen Leguminosen als ökologische Vorrangfläche ist eine Winterung oder eine Winterzwischenfrucht anzusäen, die mindestens bis zum 15. Januar auf der Fläche verbleibt

Fortbildungen nach Pflanzenschutz – Sachkunde – Verordnung

Wenn Sie im Besitz einer Scheckkarte nach Pflanzenschutz- Sachkunde sind, so sind Sie zum Besuch von Fortbildungen verpflichtet. Ein Fortbildungszeitraum erstreckt sich über 3 Jahre. In diesem Zeitraum sind sie verpflichtet eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Welche Zeiträume für Sie gelten, ist auf der Scheckkarte unter „Beginn erster Fortbildungszeitraum“ vermerkt. Hier wird unterschieden, ob Sie vor dem 14. Februar 2012 sachkundig waren und demnach ein sogenannter Altsachkundiger sind, oder die Sachkunde erst nach dem 14. Februar 2012 erworben haben.

Für altsachkundige Personen begann der erste Fortbildungszeitraum am 1. Januar 2013.
  • 1. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015
  • 2. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
  • 3. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021
  • usw.
Für alle, die die Sachkunde im Pflanzenschutz nach dem 14. Februar 2012 erworben haben, beginnt der erste Dreijahreszeitraum mit dem Ausstellungsdatum des Sachkundenachweises. Auch dieses Datum ist auf der Rückseite der Scheckkarte vermerkt. In diesem Fall sind die Dreijahreszeiträume individuell gelegt:

Beispiel: Ausstellungsdatum und "Beginn erster Fortbildungszeitraum": 11. März 2015
  • 1. Fortbildungszeitraum: 11. März 2015 bis 10. März 2018
  • 2. Fortbildungszeitraum: 11. März 2018 bis 10. März 2021
  • 3. Fortbildungszeitraum: 11. März 2022 bis 10. März 2024
  • usw.

Fortbildungstermine zur Sachkunde im Pflanzenschutz

Im neuen Pflanzenschutzgesetz (in Kraft getreten am 14. Februar 2012) ist festgelegt, dass alle Sachkundigen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren eine von der zuständigen Behörde anerkannte Fortbildung wahrnehmen müssen. Weitere Hinweise und Termine unter

Hinweise und Veranstaltungsorte - LfL Externer Link

Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen

Die Vorschriften für die Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurden durch die neue EU-Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) moderat geändert und durch das Pflanzenschutzgesetz vom 06.02.2012 konkretisiert. Weiterhin gilt, dass jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, verpflichtet ist, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für 3 Jahre aufzubewahren. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Aufzuzeichnen ist:

  • der Tag der Anwendung
  • die behandelte Kultur
  • die Fläche, auf der der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt ist
  • das eingesetzte Mittel (genaue Bezeichnung – bei Packs die Namen der einzelnen Mittel)
  • die Aufwandmenge je ha und
  • der Anwender des Pflanzenschutzmittels mit seinem Vor- und Zunamen.
Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen. Unter folgender Internetseite können Sie die Dokumentationsvorlage auf Ihren PC laden bzw. ausdrucken:

Weitere Hinweise und Dokumentationsvorlage - LfL Externer Link

Lesen Sie hierzu auch

Verbundberatung

Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau Mehr