Ackerbohnen, Erbsen, Sojabohnen und Lupinen: Versuchsergebnisse, Sortenberatung

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg informiert über die aktuelle Sortenempfehlung

Sortenberatung zum Anbau 2026

Ackerbohnen

Der Ackerbohnenanbau ist in Bayern im Vergleich zu 2024 konstant geblieben. Auf 4.750 ha wurden 2025 Ackerbohnen angebaut. Somit bewegt sich der Anbau in Bayern nahe der Bedeutungslosigkeit. Der Anbau beschränkt sich ausschließlich auf viehhaltende Betriebe, die die Bohnen in der Tierhaltung verwerten. Die Saatgutknappheit aufgrund von zu geringer Keimfähigkeit oder den Besatz mit lebenden Schadinsekten (z.B. Pferdebohnenkäfer) sind auch ein Grund für den geringen Anbau. Darüber hinaus bauen Marktfruchtbetriebe in der Regel keine Ackerbohnen an. Beim Ackerbohnenanbau ist eine gleichmäßige Niederschlagsverteilung bzw. eine hohe Wasserspeicherkapazität des Bodens für hohe Erträge wichtig. Somit passt die Bohne nicht auf alle Lagen in Bayern.

Allison (Saaten Union)
Allison erreichte 2025 unterdurchschnittliche Kornerträge. Mehrjährig liegt die Sorte somit lediglich noch im Durchschnitt. Besonders ist bei Allison, dass sie vicin- und convicinarm ist und somit für die Verfütterung an Legehennen geeignet ist.
Birgit (Saaten Union)
Eine Ackerbohnensorte mit bayernweit mehrjährig mittleren bis überdurchschnittlichen Korn- und Rohproteinerträgen. Auffällig sind immer wieder gute Ertragsergebnisse, die auf eine gute Stresstoleranz bzw. guten Toleranzen gegenüber div. Fußkrankheiten beruhen.
Stella (Saaten Union)
Eine Ackerbohnensorte mit bayernweit 2025 und mehrjährig überdurchschnittlichen Korn- und Rohproteinerträgen bei durchschnittlichen Rohproteingehalten erreicht. Die Standfestigkeit ist unterdurchschnittlich.

Körnererbsen

Die Körnererbsenfläche wurde im Ver-gleich zum Vorjahr (10.100 ha) auf 9.000 ha reduziert. Die innerbetriebliche Versorgung mit Eiweiß in der Tierfütterung, die Auflockerung der Fruchtfolge bis hin zum hervorragenden Vorfruchtwert für Wintergetreide, sind positive Gründe für den Anbau. Jedoch sind es die ökonomischen Anreize, welche einer Anbauausdehnung entgegenstehen. Zu beachten gilt es, dass der Erbsenertrag sehr stark von der Witterung und der Wasserversorgung abhängt.

Astronaute (Saaten Union)
Die Sorte des Halbblattlosen-Typs erreicht mehrjährig überdurchschnittliche Korn- und Rohproteinerträge. Die Proteingehalte liegen im mittleren Bereich. Die Standfestigkeit ist mittel eingestuft. Die Resistenz gegenüber Botrytis liegt auf einem durchschnittlichen Niveau.
Iconic (Saaten Union) – NEU
Die Sorte des Halbblattlosen-Typs erreicht mehrjährig sehr gute Korn- und Rohproteinerträge. Die Proteingehalte sind überdurchschnittlich. Die Standfestigkeit ist durchschnittlich beurteilt. Die Resistenz gegenüber Botrytis konnte noch nicht abschließend bestimmt werden.
Orchestra (Saaten Union)
Die Sorte des Halbblattlosen-Typs erreicht mehrjährig mittlere Korn- und Rohproteinerträge. Die Proteingehalte sind als gut zu werten. Die Standfestigkeit ist als mittel zu beurteilen. Die Resistenz gegenüber Botrytis konnte noch nicht abschließend bestimmt werden.
Symbios (Saaten Union)
Die Sorte des Halbblattlosen-Typs erzielte mehrjährig knapp überdurchschnittliche Korn- und Rohproteinerträge. Die Sorte erreicht durchschnittliche Rohproteingehalte. Bezüglich der Standfestigkeit ist Symbios durchschnittlich eingestuft.

Sojabohnen

Das hohe Wärmebedürfnis der Sojapflanzen in der Jugendentwicklung, eine ausreichende Wasserversorgung zur Blüte, wie auch eine zügige Abreife Ende September sind für den Anbauerfolg sehr wichtig. Diese Anforderungen an den Standort bedingen, dass nicht überall Sojabohnenanbau betrieben werden kann. Durch starke züchterische Anstrengungen kommen jedes Jahr neue Sorten auf den Markt, die unter anderem auch sehr gut in die Region Schwaben und Oberbayern West passen. Gute und für unsere Region angepasste Sorten werden jährlich im Landessortenversuch geprüft. Die Sortenvielfalt ist mittlerweile so groß, dass der Landessortenversuch in zwei Sortimente untergliedert werden kann. Ein Sortiment für kühlere und normale Lagen (u.a. Schwaben und Oberbayern) und ein Sortiment für Gunstlagen (u.a. Unterfranken, Niederbayern, südl. Oberpfalz). Dies ist ein überaus positives Zeichen und ist ein Spiegelbild der in der Züchtung neuer Sojabohnensorten geleistete Arbeit.

Die Vermarktung der Sojabohne muss im Vorfeld des Anbaus geplant werden. In Schwaben sind Landhändler und Verarbeiter vorhanden, sollte aber mit Vorverträgen bzw. Abnahmeverträgen geregelt werden.

Der Eigennachbau von geschützten Sojabohnensorten ist nicht erlaubt!!!

Alle Sojabohnensorten, die einen deutschen oder einen europäischen Sortenschutz haben, unterliegen nicht dem sogenannten „Landwirteprivileg“ zum Nachbau. Eine Sonderregelung, wie sie zum Beispiel bei Getreide gegen Bezahlung einer Nachbaugebühr gibt, existiert bei Sojabohnen ausdrücklich nicht! Zur Vermeidung von rechtlichen Schwierigkeiten sind in jedem Fall Informationen darüber einzuholen, bzw. einen 100 %igen Saatgutwechsel durchzuführen.

Die Sojabohne ist eine dem Kurztag angepasste Kultur mit verhältnismäßig hohem Wärmeanspruch. Als Faustregel gilt: Sorten der Reifegruppe "000" (sehr früh) eignen sich für Körnermaislagen, in denen die mittelfrühen Körnermaissorten ab K 240-250 noch ausreifen. Sorten der Reifegruppe "00" (früh) eignen sich für Regionen, in denen mittelspäte Maissorten ab K 260-300 reif werden.
Entscheidende Kriterien für die Sortenwahl sind eine frühe Reife mit einem geringen Wassergehalt zur Ernte Ende September-Anfang Oktober, hohe Erträge und eine gute Standfestigkeit.

Abaca

besticht durch eine gute Jugendentwicklung und einer sehr frühen Abreife mit geringen Feuchtegehalten im Erntegut. Die Erträge der Sorte sind mehrjährig überdurchschnittlich. Abaca besitzt eine mittlere Pflanzenlänge mit überdurchschnittlicher Standfestigkeit.

Adelfia

ist eine unter den 000-Sorten später reifende Sorte, die mit guten Erträgen in den letzten drei Jahren im LSV positiv auffiel. Die kurze Pflanzenlänge und die mittlere Standfestigkeit sind in Kombination vorteilhaft zu bewerten. Adelfia schöpft ihr Ertragspotenzial vor allem auf klimatisch günstige bis beste Lagen aus.

Ascada

erreicht im LSV sehr hohe Erträge. In der Abreife ist die Sorte nach den Erfahrungen aus der Versuchsanstellung in Großaitingen etwas später und somit im Dienstgebiet für die klimatisch günstigeren Lagen geeignet. Ascada besitzt eine mittellange Pflanze mit einer „mittleren“ Standfestigkeit. Die Jugendentwicklung ist gut zu bewerten.

Galice

erreichte mehrjährig, wie auch im Jahr 2025 im Dienstgebiet gute Erträge. Darüber hinaus besitzt die Sorte eine frühe Abreife. Galice entwickelt darüber hinaus ein überdurchschnittliches TKG. Die kürzere Pflanzenlänge und die mittlere Standfestigkeit lassen in Kombination eine einfache Bestandsführung zu.

Merlin

Die Sorte Merlin ist in der Sortenempfehlung nicht mehr berücksichtigt. Nach wie vor ist sie wegen einer guten Jugendentwicklung und der jahrelangen sicheren Abreife vor allem für „Neueinsteiger“ im Sojaanbau interessant. Die Ertragsergebnisse erreichten im Jahr 2023 überdurchschnittliche Ergebnisse. Die späte Aussaat konnte anscheinend durch die schnelle Jugendentwicklung sehr gut kompensiert werden.

Lupinen

Sortenempfehlung - weiße Lupine: Celina, Frieda
Für die Körnernutzung kommen nur Süßlupinen in Betracht. Bitterlupinen werden lediglich im Zwischenfruchtanbau eingesetzt. Grundsätzlich stehen in Deutschland Gelbe, Blaue und Weiße Lupinen im Anbau. Während die Gelbe Lupine Böden mit pH-Werten unter 5,5 bevorzugt, wie sie in dem bayerischen Anbaugebiet Franken kaum vorkommen, und sie auch nur ein niedriges genetisches Ertragspotenzial von ca. 15-20 dt/ha aufweist, kommt die Blaue Lupine auch mit pH-Werten bis 6,5 noch zurecht. Wo dieser Wert jedoch überschritten wird, zeigt sie rasch Wuchsdepressionen, einhergehend mit starken Ertragsrückgängen. Außerdem sind die Hülsen wenig platzfest, so dass häufig hohe Ausfallverluste entstehen. Einziges Argument für den Anbau der Blauen Lupine war in der Vergangenheit deren gute Toleranz gegenüber der wichtigsten Lupinenkrankheit, nämlich der Anthraknose.
Durch intensive Züchtungsarbeit in Triesdorf ist es gelungen, genau diese wichtige Sorteneigenschaft auch in Sorten der Weißen Lupine einzuzüchten. Gepaart mit der sehr guten Platzfestigkeit der Hülsen und den deutlich höheren Erträgen und Proteingehalten gegenüber der Blauen Lupine ist die Weiße Lupine damit wieder anbauwürdig und stellt für die hiesigen Boden- und Klimaverhältnisse auch die richtige Wahl dar.

Versuchsergebnisse, Sortenbeschreibung, Hinweise zur Produktionstechnik