Schwaben und Oberbayern-West
Aktuelle Pflanzenbau- und Pflanzenschutzhinweise (Stand: 26. Februar 2021)

Stängelschädlinge in Raps – bereits teils hohe Zuflüge in den Gelbschalen

Bereits am letzten Wochenende sind mit den frühlingshaften Temperaturen am Sonntag erste Zuflüge von Rapsstängelschädlinge registriert worden. Vor allem die windstillen Bedingungen begünstigten den Beginn des Zuflugs. Am Montag (22. Februar) kamen dann vor allem auf warmen Lagen teils überraschend hohe Fang-zahlen zustande. Bisher wurde überwiegend der gefleckte Kohltriebrüssler in den Gelbschalen gefangen. Jedoch konnten bereits auch auf zwei Standort im Lkr. AIC und LL Schwellenüberschreitungen beim großen Stängelrüsslers festgestellt werden. Dies ist vor allem auf Standorten möglich, bei denen sich in unmittelbarer Nähe ein Rapsschlag aus dem Vorjahr befindet. Bekannter Weise überwintert der große Stängelrüssler auf Rapsfelder des Vorjahres. Tritt der große Stängelrüssler auf, so muss innerhalb von wenigen Tagen gehandelt werden. Beim gefleckten Kohltriebrüssler kann der zwei- bis dreiwöchige Reifefraß bis zur Eiablage abgewartet werden. Somit ergibt sich in der Regel ein Behandlungsfenster für die nächsten zwei Wochen.
Demgegenüber sind auch zu Beginn der ‚Woche nach wie vor Standorte vertreten, die bis dato keine Schwellenüberschreitung registriert haben. Die Bekämpfungsschwelle von 10 bis 15 Käfern innerhalb von 3 Tagen ist im Sinne der guten fachlichen Praxis zwingend zu beachten.
Seit Mitte der Woche sind nun auch die ersten Rapsglanzkäfer in den Gelbschalen zu finden. Der Zuflug ist aber bislang nur auf Schlägen mit Südausrichtung bzw. sehr warme Lagen begrenzt.
Sind bereits Rapsglanzkäfer in Ihre Gelbschalen eingeflogen, so ist bei Schwellenüberschreitung der Stängelrüssler Trebon 30 EC das Mittel der Wahl. Treten noch keine Rapsglanzkäfer auf, so kann mit einem zugelassenen Pyrethroid der Klasse II behandelt werden.
Um den Zuflug der Rapsstängelschädlinge betriebsindividuell beurteilen zu können, ist es zusätzlich wichtig eigene Gelbschalen aufzustellen. Je nach Region und Lage des Schlages können unterschiedliche Zuflüge zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen. Pauschale Aussagen sind demnach oft nicht möglich.

Aktuelle Zuflugszahlen Externer Link

Bei der Düngung die Umrechnung der Schwefelgehalte beachten!

Neben den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphat und Kali sollte man sich auch Gedanken um die Versor-gung der Bestände mit Schwefel machen. Insbesondere bei Wintergerste und Winterraps ist zu Vegetationsbeginn auf die Schwefelversorgung besonders zu achten.
Der empfohlene Bedarf der einzelnen Kulturen, sowie die Deklaration der einzelnen Dünger ist in der Regel auf den Reinnährstoff „S“ bezogen. Einige Hersteller geben jedoch mittlerweile den Schwefelgehalt des jeweiligen Düngers in SO3 (Schwefeltrioxid) an. Dabei ist darauf zu achten, dass der Wert „SO3“mit 2,49 geteilt werden muss um „S“ zu erhalten. Bei einem geplanten Einsatz eines schwefelhaltigen Düngers, sind folgende Richtwerte zu beachten:
10 bis 20 kg/ha S bei Wintergetreide (v.a. Wintergerste)
40 bis 50 kg/ha S bei Winterraps

Wichtige Hinweise und Definitionen nach Düngeverordnung im Frühjahr

Zeitnahe Düngung:
Laut § 3 Abs. 1 Düngeverordnung ist die Düngung zeitnah zum Bedarf der jeweiligen Kultur auszubringen.
Zeitgerechte Düngung im Getreide bedeutet ab 1. Februar. Zu Mais oder anderen Kulturen mit ähnlichem Saatzeitpunkt ist die Düngung auf unbestelltem Ackerland oder zu abgefrorenen Zwischenfrüchten bei Zugabe von Nitrifikationshemmern ab 1. März und ohne diesen Zusatz ab 15. März erlaubt.
Einarbeitungsfrist:
In § 6 Abs. 1 der Düngeverordnung ist die Ausbringung auf unbestelltem Ackerland (z. B. vor Mais) geregelt. Organische Dünger (>1,5 % Gesamt-N in der TM, davon >10 % Ammonium-N) müssen spätestens 4 Stunden nach Beginn des Aufbringens eingearbeitet werden. Die Einarbeitungsfrist gilt nicht für Festmist von Huf- und Klauentieren, Kompost und organische Dünger mit weniger als 2 % Trockenmassegehalt. Ab 2020 muss auch Harnstoff mit einem N-Gehalt von mind. 44% ohne Ureasehemmer unverzüglich (innerhalb 4 Stunden) eingearbeitet werden. Auf bestellten Flächen ist nur noch Harnstoff mit Ureasehemmer zu verwenden.
Gewässerabstand:
In der Düngeverordnung wurden die Abstände zu Gewässern auf „grünen“ Flächen weiter verschärft, um ein Abschwemmen von Nährstoffen zu vermeiden. Bei ebenen Flächen (bis 5 % Neigung) beträgt der Abstand 4 m, bei Geräten mit anerkannter Grenzstreueinrichtung bzw. wo die Streubreite der Arbeitsbreite ent-spricht (z. B. Limiter, Schleppschuh), kann dieser Abstand auf 1 m reduziert werden. Bei Flächen mit einer Hangneigung von 5 bis 10 % dürfen die ersten 3 m nicht gedüngt werden. Auf einem Streifen von 3 bis 20 m gelten Auflagen. Bei Flächen mit einer Hangneigung von über 10 % bis 15 % darf sich in den ersten 5 m zur Böschungsoberkante kein Dünger befinden, in den nächsten 15 m gibt es auf Ackerflächen noch zusätzliche Auflagen. Auf Flächen über 15 % Hangneigung ist auf den ersten 10 m keine Düngung erlaubt. Auf weiteren 20 m sind Auflagen einzuhalten
Die zusätzlichen Auflagen in Gelben und Roten Gebieten sind zwingend zu beachten.

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Aufzeichnung von Düngemaßnahmen nach neuer Düngeverordnung

Nachdem der Bundesrat bereits am 27. März 2020 dem Vorschlag der Änderungen der Düngeverordnung zugestimmt hat, ist nun die Verkündung im Bundesgesetzblatt (Nr. 20 vom 30.04.2020) erfolgt. Mit der Verkündung treten unter Anderem bei der Dokumentation Änderungen ein, die sich von den bisherigen Aufzeichnungen unterscheiden.
Düngemaßnahmen, bei denen ein stickstoff- oder phosphathaltiger Dünger in mineralischer oder organischer Form eingesetzt wurde, sind innerhalb von 2 Tagen zu dokumentieren. Dabei ist zu beachten, dass die eindeutige Bezeichnung und die Größe des Schlags / Bewirtschaftungseinheit angegeben werden. Das ausgebrachte Düngemittel und die tatsächlich ausgebrachte Menge sind ebenfalls zu erfassen. Weiterhin sind die die gegebene Menge an Gesamtstickstoff sowie an verfügbarem Stickstoff und Phosphat nieder zu schreiben.

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Fortbildungen nach Pflanzenschutz – Sachkunde – Verordnung

Wenn Sie im Besitz einer Scheckkarte nach Pflanzenschutz- Sachkunde sind, so sind Sie zum Besuch von Fortbildungen verpflichtet. Ein Fortbildungszeitraum erstreckt sich über 3 Jahre. In diesem Zeitraum sind sie verpflichtet eine Fortbildungsveranstaltung zu besuchen. Welche Zeiträume für Sie gelten, ist auf der Scheckkarte unter „Beginn erster Fortbildungszeitraum“ vermerkt. Hier wird unterschieden, ob Sie vor dem 14. Februar 2012 sachkundig waren und demnach ein sogenannter Altsachkundiger sind, oder die Sachkunde erst nach dem 14. Februar 2012 erworben haben.

Für altsachkundige Personen begann der erste Fortbildungszeitraum am 1. Januar 2013.

  • 1. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2013 bis 31. Dezember 2015
  • 2. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018
  • 3. Fortbildungszeitraum: 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021
  • usw.
Für alle, die die Sachkunde im Pflanzenschutz nach dem 14. Februar 2012 erworben haben, beginnt der erste Dreijahreszeitraum mit dem Ausstellungsdatum des Sachkundenachweises. Auch dieses Datum ist auf der Rückseite der Scheckkarte vermerkt. In diesem Fall sind die Dreijahreszeiträume individuell gelegt:
Beispiel: Ausstellungsdatum und "Beginn erster Fortbildungszeitraum": 11. März 2015
  • 1. Fortbildungszeitraum: 11. März 2015 bis 10. März 2018
  • 2. Fortbildungszeitraum: 11. März 2018 bis 10. März 2021
  • 3. Fortbildungszeitraum: 11. März 2022 bis 10. März 2024
  • usw.

Fortbildungstermine zur Sachkunde im Pflanzenschutz

Im neuen Pflanzenschutzgesetz (in Kraft getreten am 14. Februar 2012) ist festgelegt, dass alle Sachkundigen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren eine von der zuständigen Behörde anerkannte Fortbildung wahrnehmen müssen. Weitere Hinweise und Termine unter

Hinweise und Veranstaltungsorte - LfL Externer Link

Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen

Die Vorschriften für die Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurden durch die neue EU-Verordnung über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln (Verordnung (EG) Nr. 1107/2009) moderat geändert und durch das Pflanzenschutzgesetz vom 06.02.2012 konkretisiert. Weiterhin gilt, dass jeder landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche oder gärtnerische Betrieb, unabhängig von der Betriebsgröße, verpflichtet ist, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu dokumentieren und für 3 Jahre aufzubewahren. Verantwortlich dafür ist immer der Leiter des Betriebes, auch wenn die Anwendung durch den Maschinenring bzw. Lohnunternehmer erfolgt.

Aufzuzeichnen ist:

  • der Tag der Anwendung
  • die behandelte Kultur
  • die Fläche, auf der der Pflanzenschutzmitteleinsatz erfolgt ist
  • das eingesetzte Mittel (genaue Bezeichnung – bei Packs die Namen der einzelnen Mittel)
  • die Aufwandmenge je ha und
  • der Anwender des Pflanzenschutzmittels mit seinem Vor- und Zunamen.
Regelmäßiges Aufzeichnen hilft Fehler bei der Dokumentation, die zu Beanstandungen anlässlich von Cross Compliance-Kontrollen führen können, zu vermeiden.
Die Landesanstalt für Landwirtschaft bietet unter folgender Internetseite eine vorgefertigte Tabelle für die korrekte Dokumentation der Pflanzenschutzanwendungen. Unter folgender Internetseite können Sie die Dokumentationsvorlage auf Ihren PC laden bzw. ausdrucken:

Weitere Hinweise und Dokumentationsvorlage - LfL Externer Link

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Verbundberatung

Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau Mehr