Aktuelle Hinweise zum Kartoffelanbau (Stand: 16. September 2022)

Grüne Bestände bzw. Krautregulierung

In noch grünen Beständen unbedingt auf Krautfäule achten, unter den aktuellen Witterungsbedingungen die Abstände entsprechend verkürzen.

Bei der chemischen Krautregulierung unter ungünstigen Bedingungen beachten:

  • Keine taunassen Bestände behandeln, Mittel läuft ab.
  • Wasseraufwandmenge nicht zu hoch wählen (ca. 300 l/ha).
  • Für eine gute Wirkung brauchen die Mittel Lichtunterstützung.
  • Evtl. Zusätze nutzen.
  • Krautfäulemittel beimischen (Ranman Top verbessert Wirkung).
  • In abreifenden Beständen wirkt Krautschlagen schneller, oder Kombination mit chemisch (Reststängellänge beachten).
  • Krautregulierung bei offenen Lentizellen führt zu Schalennekrosen.

Temperatur im Lager und Keimhemmung

Durch die hohen Temperaturen im Sommer ist die physiologische Alterung der Knollen heuer weit fortgeschritten. Die Knollen werden dadurch im Lager früher zu keimen beginnen. Wenn möglich die Temperaturen im Lager rechtzeitig absenken. Wichtig ist jedoch, dass die Lagertemperatur konstant bleibt. Temperaturschwankungen im Lager fördern die Keimbildung.
Ist eine Keimbehandlung vorgesehen, heuer rechtzeitig damit beginnen.
Die Mittel unterscheiden sich in den Anwendungsbedingungen. Grundsätzlich sollten die Kartoffeln möglichst wenig Erdanhang haben und außer bei 1,4 Sight die Wundheilung abgeschlossen sein.

Auch muss beachtet werden, ob im Feld eingesetzter Maleinsäure Wirkstoff in die Knollen abtransportiert wurde. Deshalb die Kartoffeln auf den eingelagerten Wirkstoffgehalt untersuchen lassen. Am besten schon bei der Einlagerung.
Die Präparate zur Keimhemmung dürfen nur mit den jeweils zugelassenen Geräten eingesetzt werden.

Die Abstände der Folgebehandlungen unterscheiden sich je nach Präparat. Die Anwendungszeitpunkte beachten. Laufende Kontrolle der Lagerknollen, auch im Stapel. Die Anwendungszeitpunkte beachten.
Bei Unklarheiten Rücksprache mit den jeweiligen Pflanzenschutzfirmen.

1,4Sight:

Wirkstoff 1,4 Dimethylnaphthalin. Vor Keimbeginn, ca. 2 – 3 Wochen nach dem abtrocknen der Kartoffeln; bei Maleinsäureeinsatz im Feld nach ca. 4 - 8 Wochen. Wichtig ist auch heuer, nach den Erfahrungen aus 2020, dass die erste Behandlung rechtzeitig, so früh als möglich erfolgt. Im Jahr 2020 wurde z.T. bei einigen Partien im Frühjahr „schwarze Keime“ festgestellt, welche auch nach einer Dampfschälung noch vorhanden waren. Dieses führte zu Qualitätsbeeinträchtigungen. Dieses könnte darauf zurückzuführen sein, dass mit der Erstbehandlung zu lange gewartet wurde. Wegen der geringeren Keimruhe, bzw. wenn schon Durchtrieb im Feld, erste Behandlung eher mit der höheren Aufwandmenge ((15) - 20 ml/t), Folgebehandlungen rechtzeitig (ab Weißpunktstadium der Kartoffel), Mindestabstand 28 Tage.

Argos:

Wirkstoff Orangenöl. Ab Keimbeginn nach der Wundheilung. Menge 100 ml/t. Folgebehandlung bei erneutem Keimbeginn Mindestabstand 21 Tage.

Biox-M:

Wirkstoff Grüne-Minze-Öl. Ab Keimbeginn; Wundheilung sollte beendet sein; Menge: max. 90 ml/t. Folgebehandlung bei erneutem Keimbeginn, Mindestabstand 21 Tage.

Restrain:

Wirkstoff Ethylen. Nach Abtrocknung + Wundheilung; Lager < 10 °C und < 2500 ppm CO2; Folgebehandlung durch das Verfahren abgedeckt. Das Präparat kann sich evtl. verschlechternd auf die Backfarbe auswirken.

Fäulnis und Lagerung

In niederschlagsreichen Gebieten auf nassfaule Knollen achten. Evtl. Fahrgassen separat roden und la-gern. Eine sofortige Lüftung mit Abtrocknung befallener Partien, Innerhalb von 12 Stunden, mit 2°- 5°C kälter Außenluft als die Stapeltemperatur. Der Zusatz von kohlensaurem Kalk, bei der Einlagerung entzieht zusätzlich Feuchtigkeit.
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