Kartoffel: Versuchsergebnisse, Sortenberatung

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg informiert über Versuchsergebnisse zu Kartoffeln

Versuchsergebnisse

Versuchsergebnisse Kartoffel 2021

Sortenberatung Anbau 2022

Sehr frühe und frühe Speisesorten

Corinna (Europlant) - vorwiegend festkochend -
Eine sehr frühe bis frühe gelbfleischig ovale Sorte. Corinna brachte überdurchschnittliche Markwarenerträge. Die Stärkegehalte bewegen sich im Sortimentsdurchschnitt. Sie hat eine sehr gute Y-Virusresistenz, bei mittlerer Keimfreudigkeit und hat eine leicht großfallende Sortierung.
Colomba (HZPC) - vorwiegend festkochend -
Eine sehr frühe hellgelbe bis gelbe rundovale Sorte mit sehr hoher Ertragsleistung. Die Sorte ist packfähig, sollte hoch angehäufelt und gegen Rhizoctonia gebeizt werden. Die Y-Resistenz ist gering, Die höhere Krautfäuleanfälligkeit muss beachtet werden.
Solist (Norika) - vorwiegend festkochend -
Eine sehr frühe Sorte mit mittleren bis hohen Knollenerträgen in der Frührodung bei schneller Schalenfestigkeit. Die rundovale, formschöne Knolle mit hellgelbem Fleisch hat einen mittleren Speisewert. Im Lager ist Solist relativ keimruhig. Eine intensive Krautfäulebekämpfung ist not-wendig. Solist hat mittlere Resistenzen gegen Y-Virus. Die Boden- und Wasseransprüche und der Stickstoffbedarf sind mittel (120-140 kg N/ha). Im Jahr 2020 zeigte sie vermehrt Nabelendfäuen. Evtl. ist dieses auf zu langes Verweilen im Boden nach der Krautregulierung zurückzuführen
Sunshine (Solana) - vorwiegend festkochend -
Eine sehr früh- bis frühe Speisesorte mit hohen Knollen- und Marktwarenerträgen in der Frührodung. Die langovale Knolle ist formschön, hellschalig, gut sortierend und hat ein gelbes Fleisch. Der Speisewert ist gut. Die Resistenz gegen Y-Virus ist gut. Sunshine besitzt eine mittlere Keimruhe und hat gering - mittlere Ansprüche an den Boden und an die Wasserversorgung. Mittlere Beschädigungsanfälligkeit und mittlerer Stickstoffbedarf (110-130 kg N/ha).
Annabelle (HZPC) - festkochend -
Eine frühe Salatsorte mit knapp mittleren Knollen- und Marktwarenerträgen. Früh- und Normalrodung. Der Speisewert der langovalen, gelbfleischigen Sorte ist gut. Die Anfälligkeit gegen Krautfäule ist hoch. Annabelle ist anfällig gegen das Y-Virus und das Y-NTN-Virus, aber gut resi-tent gegen Blattrollvirus und Schorf. Die Empfindlichkeit gegen den Herbizidwirkstoff Metribu-zin und Clomazone ist zu beachten. Geringe Keimruhe, deshalb neigt Annabelle im Lager zum frühen Auskeimen. Eine kühle Lagerung ist daher notwendig. Der Stickstoffbedarf ist höher (110-130 kg N/ha). Die Bodenansprüche sind mittel bei höheren Wasseransprüchen. Annabelle eignet sich zum Anbau vor allem auf besseren Lagen. Jährlicher Pflanzgutneubezug zu empfehlen.
Gala (Norika) - vorwiegend festkochend -
Eine frühreifende, gut waschbare Speisesorte mit mittleren Knollenerträgen bei relativ guten Marktwarenerträgen (geringe Boniturmängel). Gala hat eine hellschalige, rundovale Knolle mit ansprechender Form und gut mittlerem Speisewert. Die Fleischfarbe ist gelb. Infolge des sehr hohen Knollenansatzes tendiert die Sorte zu einer kleinfallenden Sortierung. Dem ist - soweit möglich - mit produktionstechnischen Entscheidungen zu begenen. Die Resistenz gegen Y-Virus ist sehr gut, gegen Blattrollvirus gering bis sehr gering, gegen Krautfäule mittel. Gala hat mittlere bis höhere Ansprüche an den Boden und höhere an die Wasserversorgung. Der Stickstoffbedarf ist mittel (130-140 kg N/ha). Eignung für Moosstandorte.
Marabel (Europlant) - vorwiegend festkochend -
Eine früh reifende Speisesorte mit mittleren bis hohen Erträgen in der Normalrodung. Marabel hat eine ansprechende ovale Knolle mit gelber Fleischfarbe und flacher Augenlage. Der Übergrößenanteil ist hoch. Die Resistenz gegen Y-Virus ist gut, gegen Blattrollvirus gering. Die Resistenz gegen Krautfäule ist mittel. Eine konsequente Bekämpfung ist notwendig. Die Bodenansprüche sind mittel, der Stickstoffbedarf ebenfalls mittel (120-130 kg N/ha). Auf enge Kartoffelfruchtfolgen reagiert die Sorte empfindlich mit Ertragsrückgang. Infolge mittlerer Beschädigungsempfindlichkeit ist auf schonende Ernte besonders zu achten. Eignung für Moosstandorte.
Queen Anne (Solana) - vorwiegend festkochend -
Eine frühe Sorte im vorwiegend festkochenden Bereich mit einer guten Sortierung, die sich als Speise- und Abpackware eignet. Die gelbfleischige Sorte bildet besonders am Schluss lang-ovale Knollen. Sie zeichnet sich durch eine glatte Schale und flache Augen aus. Überdurchschnittliche Knollen- und Marktwarenerträge bei geringer Beschädigungsanfälligkeit und ausgeglichener Sortierung bei der Normalrodung. Zudem besitzt sie eine gute Y-Virusresistenz. Die Sorte soll-te mit einem Pflanzabstand von 25 – 26 cm und 3 cm tiefere Ablage gepflanzt werden. Zur Abreife hin laufend Kontrolle, damit die Sorte nicht zu sehr in die Länge wächst. Die Sorte zeigt gute Resistenzen gegen Knollenkrankheiten, wie z.B. Silberschorf und Eisenfleckigkeit. Die Boden- und Wasseransprüche sind mittel. Der Stick-stoffbedarf liegt bei ca. 130 kg N/ha incl. N-min. Für eine Frühsorte hat sie gute Lagereigenschaft und ist keimruhig. Die Sorte neigt zu niedrigeren Stärkegehalten, deshalb Kalidüngung nur in der Sulfatform.
Princess (Solana) - festkochend -
Eine frühreifende Salatsorte mit hohen Knollenerträgen und mittlerem bis gutem Speisewert. Die ovale Knolle ist hellschalig, formschön und hat eine gelbe Fleischfarbe. Bei mittlerer Sortierung neigt Princess zu niedrigen Stärkegehalten. Die Sorte neigt zu Kindelbildung, was bei entsprechender Witterung, zu sehr geringen Stärkegehalten führt. Die Resistenz gegen Blattrollvirus ist gering, gegen Y-Virus mittel, gegen Schorf gut. Die Bodenansprüche sowie der Wasser- und Stickstoffbedarf sind mittel (100-120 kg N/ha). Princess besitzt eine mittlere Keimruhe und ist mittel bis gut resistent gegen Beschädigungen. Durchschnittliche Krautfäuleanfälligkeit.

Begrenzete Empfehlung

Glorietta (Europlant) - festkochend
Eine langovale, tiefgelbe sehr frühe Salatsorte, mit gutem Speisewert hauptsächlich für die Direktvermarktung. Sie reift im sehr frühen Sortiment eher am Ende ab. Glorietta sollte vor dem Pflanzen einen Wärmestoß erhalten. Anbau eher auf mittlere bis bessere Standorte mit einer sicheren Wasserversorgung. Stickstoffdüngung ca. 90 - 100 kg N/ha. Infolge höherer Virusanfälligkeit, jährlicher Pflanzgut-wechsel. Pflanzgutverfügbarkeit zumeist knapp.
Goldmarie (Norika) - festkochend
Eine Salatsorte im frühen Reifebereich, die mehrjährig durchschnittliche Knollen- und Marktwarenerträge gebracht hat. Die gelbe Knolle ist langoval mit glatter Schale und flachen Augen und hat einen guten Speisewert, besonders für die Direktvermarktung. Die Y-Virusresistenzen sind überdurchschnittlich, gegen das Blattrollvirus durchschnittlich Krautfäulebekämpfung ortsüblich. Die Beschädigungsempfindlichkeit ist durchschnittlich. Die Bodenansprüche sowie der Stickstoff- und Wasserbedarf sind mittel. N-Bedarf gering 70 – 90 kg N/ha. Die Sorte sollte enger gepflanzt und nach der Abreife baldmöglichst geerntet werden.
Lea (Solana) - Neu - festkochend
Eine sehr frühe bis frühe tiefgelbe ovale Sorte. Sie erbrachte leicht überdurchschnittliche Erträge. Beim Anbau unter Folie auf eine frühe Alternariabekämpfung achten. Sie kann nach Folienabnahme bei ungünstiger Witterung mit Blattnekrosen reagieren. Die Y-Virusresitenz ist mittel. Auf leichteren Böden etwas weiter pflanzen. Lea sollte gegen Rhizoctonia gebeizt werden. Kalidüngung in der Sulfatform. Im Nachauflauf eine leichte Metribuzinempfindlichkeit
Lisana (Bavaria-Saat) - vorwiegend festkochend -
Eine frühe gelbfleischig ovale Sorte. Lisana brachte überdurchschnittlich Marktwarenerträge. Die Stärkegehalte bewegen sich im Sortimentsdurchschnitt. Die Sorte hat eine gute Y-Virusresistenz, ist keimruhig jedoch mit der Tendenz zu einer großfallenden Sortierung

Mittelfrühe und mittelspäte Speisesorten

Agria (Europlant) - vorwiegend festkochend -
Eine mittelfrühe Speise und Veredelungssorte (Pommes frites) mit sehr hohen Knollenerträgen bei sehr hohem Übergrößenanteil. Der Speisewert ist gut bis sehr gut. Die Resistenz gegen Blattroll und Y-Virus ist mittel bis gut. Wegen sehr hoher Schorfanfälligkeit scheiden Schorfbefallslagen für den Anbau aus. Um im Speisekartoffelanbau Übersortierung mit der Gefahr von Hohlherzigkeit zu verhindern, sind Bestandesdichten von 45.000 bis 50.000 Pflanzen/ha anzustreben. Auch zur Pommes frites - Erzeugung auf besseren Standorten sind 45.000 bis 50.000 Pflanzstellen erforderlich. Um einen zügigen Auflauf der keimruhigen Sorte und einen besseren Knollenansatz zu erreichen, ist eine gute Keimstimmung zum Auspflanzen wichtig. Zur Minimierung des Anteils grüner Knollen, ist auf exakte Legearbeit und guten Dammaufbau zu achten. Auf gute Ausreife, knollenschonende Ernte und Lagerung ist besonders zu achten. Die Bodenansprüche sind mittel bis hoch, der Stickstoffbedarf ist mittel (100120 kg N/ha). Auf besseren Standorten sollte eine NminUntersuchung (DSN) durchgeführt werden, um unbewusste Überversorgung mit Stickstoff zu vermeiden. Die Beschädigungsresistenz ist mittel.
Belmonda (Solana) - vorwiegend festkochend -
Eine Speisesorte mit hohen Knollen- und Marktwarenerträgen, die im mittelfrühen Sortiment zu den später abreifenden Sorten zählt. Die rund-ovale, gelbfleischige Sorte ist glattschalig und hat einen guten Speisewert. Sie zeigt eine durchschnittliche Anfälligkeit für Beschädigungen und hat eine ausgeglichene Sortierung. Die hohe Anfälligkeit für Y-Virus beachten; jährlicher neuer Pflanzgutbezug zu empfehlen. Standortansprüche gering bis mittel. Stickstoffbedarf eher gering ca. 70 - 90 kg N/ha um eine rechtzeitige Abreife zur erreichen. Dies ist Voraussetzung für eine beschädigungsarme Ernte
Bernina (Europlant) - festkochend -
Eine mittelfrühe, großfallende Speisesorte mit ovaler, feiner glattschaliger Knolle und tiefgelber Fleischfarbe und gutem Speisewert. Bernina ist stark bis sehr stark anfällig für Krautfäule. Deshalb auf konsequente Krautfäulebekämpfung und rechtzeitige Krautregulierung achten. Bei stärkerem Braunfäulebefall, so weit möglich, im Feld „durchfaulen“ lassen. Die Bodenansprüche sind mittel und sie kommt mit Trockenheit gut zu-recht. Die Y-Virusresistenz ist sehr gut. Stick-stoffbedarf ist gering (100-120 kg N/ha inkl. N-min). Wegen der geringeren Stärkegehalte eine verhaltene Kalidüngung und keine chloridhaltigen Dünger im Frühjahr verwenden und die Sorte 2 cm tiefer und enger legen! Im Nachauflauf etwas empfindlich gegenüber Metribuzin
Jelly (Europlant) - vorwiegend festkochend -
Eine relativ spät abreifende Speisesorte mit sehr hohen Knollen- und Marktwarenerträgen. Jelly hat eine großfallende ovale Knolle mit gelbem Fleisch und gutem Speisewert. Hervorzuheben sind die geringen Boden- und Wasseransprüche, die sie vor allem für sehr leichte Standorte anbauwürdig macht. Die Resistenz gegen Y-Virus ist gut bis sehr gut, gegen Blattrollvirus mittel bis gering. Auch gegen Schorf sowie gegen Kraut- und Knollenfäule ist Jelly gut resistent. Damit die Knollen nicht zu groß werden ist eine verhaltene Stickstoffdüngung (80-100 kg N/ha) sinnvoll. Die Beschädigungsempfindlichkeit ist mittel bis gering. Nematodenreistent bei Ro 1,2/3, 5
Krone (Bavaria-Saat) - vorwiegend festkochend -
Mittelfrühe Speisesorte mit mittleren Knollenerträgen und mittlerer Sortierung. Die Marktwarenerträge sind überdurchschnittlich. Krone hat eine formschöne, ovale Knolle, mit gelbem Fleisch und gutem Speisewert. Die Y-Virusresistenz ist gut, die Blattrollresistenz nur mittel bis gering. Krone ist keimruhig im Lager und besitzt überdurchschnittliche Resistenzen gegen Kraut- und Braunfäule. Die Anfälligkeit für Schorf ist gering. Die Boden- und Stickstoffansprüche sind gering bis mittel (80-100 kg N/ha). Überdüngung in Verbindung mit schlechter Ausreife führt zu Qualitätseinbußen. Die Beschädigungsempfindlichkeit ist gering.Nach Aussage des Züchters fördern hohe N-Gaben das Auftreten von Innenmängeln der Knolle.
Lilly (Solana) - vorwiegend festkochend/mehligkochend –
Eine mittelfrühe vorwiegendfest bis mehligkochend gelbfleischige Speisesorte mit gutem Speisewert. Die Sorte hat in den vergangen Jahren leicht überdurchschnittliche Marktwarenerträge erzielt. In unseren Versuchen fiel die Sorte durch geringe Mängel auf. Anbaueignung für alle Standorte. Trotz der Tendenz zu mehligkochend hat die Sorte immer unterdurchschnittliche Stärkegehalte. Dieses muss beim Anbau beachtet werden. Stickstoffbedarf 130 . 140 kg N/ha inkl. Nmin. Aus diesem Grund nur sulfatisches Kali einsetzen.
Melody (Meijer) - vorwiegend festkochend / mehlig -
Eine mittelfrühe bis spät reife Speisesorte mit mittlerem, d.h. schwachem Speisewert. Die hellgelbe, ovale Knolle ist gut waschbar und ist daher für Abpackbetriebe geeignet. Knollen- und Marktwarenerträge sind hoch bis sehr hoch bei einer geringen Beschädigungsanfälligkeit und einer ausgeglichenen Sortierung mit der Tendenz zu Übergrößen. Melody bringt gute bis sehr gute Virusresistenzen sowie eine Krebs 1 Resistenz mit. Bei mittlerer bis guter Schorfresistenz zeigt die Sorte nur mittlere Krautfäuleresistenzen, was bei der Pflanzenschutzstrategie zu berücksichtigen ist. Die keimruhige, gut lagerfähige Sorte hat mittlere Ansprüche an Standort und N-Düngung (100-120 kg N/ha). Auf eine konsequente saubere Abreife ist zu achten. Eignung für Moosstandorte.
Otolia (Europlant) - vorwiegend festkochend –
Eine mittelfrühe, vorwiegend festkochend hell-gelb- bis gelbfleischige Speisesorte, welche mehrjährig durchschnittliche Marktwarenerträge erbrachte. Die etwas rauhschalige Sorte hat eine sehr gute Krautfäuleresistenz, welche sie auch für Bio-Betriebe interessant macht. Otolia neigt zu Hohlherzigkeit, dehalb enger pflanzen. Zudem ist die Sorte stärker alternariaanfällig. Die Sorte hat die Resistenz bei Krebsrassen 1, 6 und 18. N-Düngung ca. 100 - 120 kg N/ha.
Soraya (Norika) - vorwiegend festkochend -
Eine mittelfrühe, ovale, gelbfleischige Speisekartoffel mit hohen Marktwarenerträgen und sehr guter Y-Virus-Resistenzen. Zu niedrige Stärkegehalte sind eine Schwäche der Sorte und können sich negativ auf den ohnehin nur mittleren Speisewert auswirken. Deswegen geringere N-Düngung (80 - 100Kg N/ha). Zu dem im Frühjahr nur sulfatisches Kali verwenden. Ein Anbau auf Moosböden ist nicht zu emp-fehlen. Die Ansprüche an Wasser und Boden sind gering. Auch für leichte Standorte ohne Beregnung geeignet.

Begrenzte Empfehlung

Jule Ro (Solana) - festkochend - Neu
Eine gelbfleische ovale Sorte mit mittleren Erträgen. Jule ist mittel anfällig bei Y-Virus, hat eine gute Keimruhe. Anbaueignung für alle Lagen, ca. 2 cm tiefer pflanzen als üblich. Bei leichteren Bö-den weiter pflanzen. Die Sorte neigt zu geringe-ren Stärkegehalten, deshalb bei Kalidüngung die Sulfatform im Frühjahr verwenden. Im Nachauflauf besteht eine leichte Metribuzinempfindlichkeit.
Laura (Europlant) - vorwiegend festkochend –
Eine rotschalige, mittelfrühe Speisesorte, die vorwiegend für den Veredelungskartoffelanbau in Frage kommt. Laura bringt knapp mittlere Knollenerträge bei formschöner und formstabiler Knolle mit tief-gelber Fleischfarbe. Die Übergrößenanteile sind mittel. Hervorzuheben sind die durchwegs überdurchschnittlichen Resistenzen gegen Viruskrankheiten sowie Kraut- und Knollenfäule. Die Beschädigungsempfindlichkeit ist mittel, der Stickstoffbedarf ebenfalls mittel (100-120 kg N/ha). Eignung für Moosstandorte. Resistent bei Ro 1-5.
Simonetta (Europlant) - festkochend -
Eine mittelfrühe, langovale, dunkelgelbfleischige Kartoffel. Simonetta hat leicht unterdurchschnittliche Marktwarenerträge und ist stärker Y-virusanfällig. Sie eignet sich gut für die Langzeitlagerung. Anbaueignung für alle Lagen. Stickstoffdüngung ca. 90 – 100 kg N/ha
Torenia (Europlant) - festkochend –
Eine mittelfrühe, langovale, gelbfleischige Kartoffel. Torenia hat sehr hohe Marktwarenerträge, eine sehr gute Y-Virusresistenz und eine sehr gute Keimruhe. Die Kocheigenschaften sind f-vf. Anbaueignung für alle Lagen. Stickstoffdüngung ca. 90 – 100 kgN/ha.

Stärkekartoffel

Kuba (Niehoff)
Eine mittelfrühe Wirtschaftssorte mit mittleren bis hohen Knollen- und mittleren Stärkeerträgen. Der Stärkegehalt ist etwas unterdurchschnittlich. Die Resistenz gegen Y-Virus ist sehr gut, gegen Blattrollvirus mittel bis gut. Gezielte und konsequente Krautfäulebekämpfung ist notwendig. Kuba ist beschädigungsempfindlich und hat mittlere Ansprüche an Boden, Wasserversorgung und Stickstoffbedarf (100-130 kg N/ha). Kuba ist resistent bei Ro 1; Krebs 1,2,6,18
Bavatop (Bavaria-Saat)
Bavatop ist spätabreifend, bringt leicht überdurchschnittliche Stärkeerträge bei überdurchschnittlich hohen Stärkegehalten. Die Y-Virusresistenz ist gut. Die Sorte halt lt. BSA eine geringe Anfälligkeit gegen die Krebspathotypen 2,6,18. Für einen Anbau in der Sicherheitszone ist sie nicht zugelassen. Bei den Kartoffelzystennematoden erstreckt sich die Reistenz Ro 1(9), 2/3(8),5(6)
Jubilat (Solana) - Neu
Eine mittelspäte Sorte, welche in ihrem Sortiment früher abreift. Sie wurde schon vor einigen Jahren mehrjährig getestet. Sie erreichte damals leicht überdurchschnittliche Stärkeerträge, bei überdurchschnittlich hohen Stärkegehalten. Sie hat nur eine mittlere Resistenz gegenüber Y-Virus Die Standortansprüche und der Stickstoff-bedarf ist mittel (120-130 kg N/ha
Euroviva (Europant)
Euroviva ist eine sehr spät reifende Sorte, mit überdurchschnittlichen Stärkegehalten. Die Stärkeerträge waren in den Versuchen sehr hoch. Die Y-Virusresistenz ist sehr gut. Anbaueignung für alle, außer späten Lagen. N-Düngung ca. 110 – 130 kg N/ha. In den Niederlanden hat sie eine Krebsresistenz bei 1 (10), 2/6 (9), 18 (10). Die Sorte kann in den Sicherheitszonen allerdings nicht angebaut werden, weil hierzu die Einstufung von JKI fehlt. Die Nematodenresistenz erstreckt sich auf Ro 1(9) Pa2 (9) Pa 3(8)
Kuras (Europlant)
Eine spät reifende Sorte mit höchsten Knollen- und Stärkeerträgen. Die bisherigen An-erkennungsquoten im Pflanzgutbereich lassen auf eine gute Y-Virusresistenz schließen. Die höhere Anfälligkeit für Blattrollvirus führte in den letzten Jahren verschiedentlich zu schlechteren Testergebnissen. Auffällig ist die herausragende Krautfäuleresistenz, die nur bei sehr hohem Befallsdruck und zu späteren Terminen Bekämpfungsmaßnahmen erfordert. Die gut sortierende Sorte mit mittlerem Knollenansatz hat mittlere Boden- und Feuchtigkeitsansprüche. Der Stickstoffbedarf ist mittel (100-130 kg N/ha).
Saprodi (Semagri)
Eine spätreifende Sorte, mit durchschnittlichen Stärkeerträgen. Die Y-Resistenz, Krautfäuleresistenz und Keimruhe ist mittel. Herausragend ist die breite Nematodenresistenz bei Ro und Pa in der höchsten Resistenznote. Sie Sorte hat eine breite Krebsresistenz in den Niederlanden. Sie kann in den Sicherheitszonen allerdings nicht an-gebaut werden, weil hierzu die Einstufung von JKI fehlt. Bevorzug für bessere Standorte. Bei Alternaria ist sie anfälliger. In trockenen warmen Frühjahren wurde die Sorte gebietsweise von Spinnmilben befallen. Dieses beim Anbau berücksichtigen. In bekannten Befallslagen, z.B. Straßenböschungen, Stilllegungen usw. nicht unmittelbar am Feldrand anbauen. Dieses soll dem Befall vorbeugen. Eine chemische Bekämpung der Spinnmilben ist war 2020 über die Notfallzulassung möglich. Allerdings ist es schwierig, die Milben zu treffen, weil diese zumeist auf der Blattunterseite sitzen. Die Anwendung muss zu Befallsbeginn erfolgen. Stickstoffdüngung mittel (120-130 kg N).

Begrente Empfehlung

Triton (Norika)
Eine mittelfrühe Stärkesorte die im Jahr 2021 sehr unter-schiedlichen Stärkeerträge erbrachte. Wegen der sehr hohen Krautfäuleanfälligkeit zeigte sie auch öfters faule Knollen. In solchen Partien ist die Haltbarkeit gering. Der Vorteil der Sorte liegt in der vollständigen Kartoffelkrebsresistenz und in der breiteren Nematodenresistenz. Diese erstreckt sich auf G. Pa, im etwas niedrigeren Bereich (8 bzw. 7) und auf Ro 1. Virusresistenz ist ebenfalls gut. Im Praxisanbau wurde auch etwas mehr Erwinia besonders auf leichten Böden festgestellt. Die Stickstoffdüngung eher im niedrigen Bereich ansetzen

Pommes frites Sorten

Lady Amarilla (Meijer, NL)
Eine früh reifende, gelbfleischige, in Holland als mehlig eingestufte Pommesfrites Sorte. Der Ertrag und der Übergrößenanteil fiel bei schöner Knollenform nur durchschnittlich aus. Bei der Mängelbonitur nach CKA-II brachte die Sorte gute Ergebnisse. Wegen der höheren Anfälligkeit gegen Krautfäule und besonders Alternaria ist ein gezielter Fungizidein-satz notwendig. Gegen Nematoden besteht keine Resistenz, die gegen Y-Virus ist mit mittel angegeben. Die Sorte eignet sich in erster Linie für die besseren Standorte. Der Stickstoffbedarf ist hoch (190 kg N/ha).
Zorba (Interseed)
Eine frühe Pommes frites-Sorte mit mittleren Knollenerträgen und gutem Sortieranteil > 50 mm. Die hellfleischige, längliche Sorte neigt zu einem höheren Anteil von grünen Knollen. Deshalb ist ein guter Dammaufbau und tieferes Pflanzen anzuraten. Im Versuch wurde ein höherer Anteil von hohlherzigen Knollen festgestellt. Die übrigen Mängel nach CKA II bewegen sich im üblichen Rahmen. Zorba hat mittlere bis hohe Bodenansprüche mit gesicherter Wasserversorgung, der Stickstoffbedarf ist hoch (190 kg N/ha). Die Sorte besitzt nur eine mittlere Resistenz gegen Rhizoctonia, Eisenfleckigkeit und Erwinia. Eine Beizung gegen Rhizoctonia ist deshalb anzuraten. Die höhere Alternariaanfälligkeit ist in der Krautfäulestrategie zu berücksichtigen. Empfohlene Pflanzdichte 36.000-38.000 Knollen /ha.
Agria
Ausführliche Beschreibung siehe unter Speisesorten.
Challenger (HZPC, NL / KCB)
Eine mittelfrühe Sorte mit hohen Knollenerträgen bei mittlerer Sortierung > 50 mm. Die Sorte zeigt langjährig sichere Stärkegehalte. Wegen der eher kleiner fallenden Sortierung, sollte die Sorte bevorzugt auf besseren Böden angebaut werden. Der Stickstoffanspruch ist hoch (170 kg/ha). Die Resistenz gegen Y-Virus ist eher gering. Die Sorte ist nicht für die Langlagerung bis ins späte Frühjahr wegen abfallender Backfarbe geeignet. Pflanzdichte 33.000 - 35.000 Knollen/ha. Challenger hat keine Nematodenresistenz.
Fontane (Agrico, NL / KCB)
Eine am Ende der mittelfrühen Reifegruppe ab-reifende Pommes frites-Sorte mit hohen Knollenerträgen bei hohen Sortieranteilen > 50 mm. Die Virusgesundheit ist mittel. Weil die Sorte auf Virusbefall mit Knollenrissigkeit reagieren kann, nur virusgesundes Pflanzgut verwenden. Die Resistenz gegen Krautfäule knapp mittel. Um Blaufleckigkeit zu vermeiden, ist auf schonende Ernte und sachgerechte Lagertemperaturen zu achten. Bei gut mittlerem Knollenansatz sollte Fontane mit 38.000 - 40.000 Knollen/ha ausgepflanzt werden. Die Ansprüche an den Boden und die Wasserversorgung sind mittel bis hoch, der Stick-stoffbedarf ist hoch (170 kg N/ha). Unter ungünstigen Bedingungen, Wachstumsschübe durch hohe Niederschläge oder N-Düngung, kann Fontane mit Hohlherzigkeit reagieren. Auf Standorten, auf denen Fontane eher überhöhte Stärkegehalte aufweist, die Kalidüngung in der Chloridform ausbringen
Innovator (HZPC, NL)
Eine mittelfrühe Pommes frites-Sorte mit mittleren Knollenerträgen bei hohen bis sehr hohen Sortieranteilen >50 mm. Die Fleischfarbe der etwas rauhschaligen, langovalen Knolle ist weiß. Innen- und Außenmängel zeigt Innovator nur in geringem Umfang. Die Backwerte bei Frischverarbeitung sind mittel bis gut, bei Langzeitlagerung fallen die Werte ab. Innovator ist gegen Krautfäule und Braunfäule stärker anfällig. Die für die Verarbeitung geforderten Stärkegehalte werden nicht immer sicher erreicht. Die Pflanzdichte sollte bei mittlerem Knollenansatz (ca.10 Knollen/Staude) bei 35.000 bis 38.000 Pflanzen/ha liegen. Innovator stellt hohe Ansprüche an Boden und Wasserversorgung und regiert auf alle Anbaufehler. Der Stickstoffbedarf ist mit 200 kg N/ha hoch. Wegen der Empfindlichkeit der Sorte auf den Metribuzinwirkstoff, sollte sowohl im Vor- als auch im Nachauflauf zur Unkrautbekämpfung darauf verzichtet werden und entsprechen-de metribuzinfreie Mittel angewendet werden. Die Sorte ist hoch anfällig für Rhizoctonia, des-halb ist eine Beizung anzuraten.
Markies (Agrico, NL / KCB)
Eine spätreifende Pommes frites-Sorte mit sehr hohen Knollenerträgen und hohen Sortieranteilen > 50 mm. Die späte Abreife begrenzt den Anbau der Sorte. Markies hat eine ovale Knolle mit hellgelber Fleischfarbe. Der für Pommes frites notwendige Stärkegehalt wird wie die notwendigen Backwerte sicher erreicht. Die Resistenz gegen Krautfäule ist gut, gegen Y-Virus mäßig und gegen Blattrollvirus mittel. Allerdings ist Markies anfällig für Alternaria. Beim Fungizideinsatz sollte dieses beachtet werden. Markies sollte auf besseren Standorten mit gesicherter Wasserversorgung und einer Stickstoffdüngung von 100-120 kg N/ha zum Anbau kommen. Pflanzdichte 35.000 Knollen/ha.
Jurata (Europlant)
Jurata ist eine weiß – hellgelb fleischfarbige, später abreifende, kleiner fallende Sorte mit guten Stärkegehalten und leicht überdurchschnittlichen Erträgen, auch in Trockenjahren. Im Anbau eher weiter (ca.33. – 35.000 Knollen/ha) und etwas tiefer pflanzen. Mit steigender N-Düngung stiegen auch die Erträge, jedoch nahmen der Übergrößenanteil und die Stärke-% ab. Da die Sorte sicher die geforderten Stärkegehalte erreicht, ist sie bei diesem Kriterium eine Alternative zu Innovator. Die höhere Krautfäuleanfälligkeit muss beachtet werden! Behandlung rechtzeitig beginnen. Die Virusresistenz der Sorte ist gut! N-Bedarf ca. 160-170 kg N/ha. Jurata zeigt z.T. einen leicht höheren Fusariumbefall an den Knollen. Eine Pflanzgutbeizung mit Diabolo wird angeraten. Kein Metribuzin, besonders im Nachauflauf, zur Unkrautbekämpfung verwenden. Etwas tiefer (ca. 2cm) pflanzen

Begrente Empfehlung

Francis (Interseed) - Neu
Francis ist eine frühe hellgelbe, langovale Sorte für die Direktverarbeitung. Der Übergrößenanteil liegt im Durchschnitt. Die Sorte erreicht stabile Stärkegehalte. Sie sollte auf ca. 34 cm Pflanzabstand und etwas tiefer gepflanzt werden. Eine Pflanzgutbeizung wird empfohlen. Im Nachauflauf sollte Metribuzin auf max. 0,3 kg/ha begrenzt werden. N-Düngung ca. 200 kg N/ha (incl. Nmin)

Versuchsergebnisse, Sortenbeschreibung, Hinweise zur Produktionstechnik