Kartoffel: Versuchsergebnisse, Sortenberatung

Das Fachzentrum Pflanzenbau am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg informiert über Versuchsergebnisse zu Kartoffeln

Versuchsergebnisse

Versuchsergebnisse Kartoffel 2020

Sortenberatung Anbau 2021

Sehr frühe und frühe Speisesorten

Corinna (Europlant) – Neu - vorwiegend festkochend -
Eine sehr frühe hellgelb - gelbfleischig ovale Sorte. Corinna brachte durchschnittlich Marktwarenerträge. Die Stärkegehalte bewegen sich im Sortimentsdurchschnitt. Die Sorte hat eine sehr gute Y-Virusresistenz, bei mittlerer Keimfreudigkeit und hat eine leicht großfallende Sortierung. Leichte Empfindlichkeit gegenüber Metribuzin, deshalb diesen Wirkstoff im Nach-auflauf vermeiden.
Solist (Norika) - vorwiegend festkochend -
Eine sehr frühe Vorkeimsorte mit mittleren bis hohen Knollenerträgen in der Frührodung bei schneller Schalenfestigkeit. Die rundovale, formschöne Knolle mit hellgelbem Fleisch hat einen mittleren Speisewert. Im Lager ist Solist relativ keimruhig. Eine intensive Krautfäulebekämpfung ist notwendig. Solist hat mittlere Resistenzen gegen Y-Virus. Die Boden- und Wasseransprüche und der Stickstoffbedarf sind mittel (120-140 kg N/ha). Im Jahr 2020 zeigte die Sorte vermehrt Nabelendfäulen. Evtl. ist dieses auf zu langes Verweilen im Boden nach der Krautregulierung zurückzuführen.
Sunshine (Solana) - vorwiegend festkochend -
Eine sehr früh- bis frühe Speisesorte mit hohen Knollen- und Marktwarenerträgen in der Frührodung. Die langovale Knolle ist formschön, hellschalig, gut sortierend und hat ein gelbes Fleisch. Der Speisewert ist gut. Die Resistenz gegen Y-Virus ist gut. Sunshine besitzt eine mittlere Keimruhe und hat gering - mittlere Ansprüche an den Boden und an die Wasserversorgung. Mittlere Beschädigungsanfälligkeit und mittlerer Stickstoffbedarf (110-130 kg N/ha).
Annabelle (HZPC, NL) - festkochend -
Eine frühe Salatsorte mit knapp mittleren Knollen- und Marktwarenerträgen. Früh- und Normalrodung. Der Speisewert der langovalen, gelbfleischigen Sorte ist gut. Die Anfälligkeit gegen Krautfäule ist hoch. Annabelle anfällig gegen das Y-Virus und das Y-ntn-Virus, aber gut resistent gegen Blattrollvirus und Schorf. Die Empfindlichkeit gegen den Herbizidwirkstoff Metribuzin und Clomazone ist zu beachten. Geringe Keimruhe, deshalb neigt Annabelle im Lager zum frühen Auskeimen. Eine kühle Lagerung ist daher notwendig. Der Stickstoffbedarf ist höher (110-130 kg N/ha). Die Bodenansprüche sind mittel bei höheren Wasseransprüchen. Annabelle eignet sich zum Anbau vor allem auf besseren Lagen.
Jährlicher Pflanzgutneubezug zu empfehlen. Nematodenresisten bei Ro 1-3
Gala (Norika) - vorwiegend festkochend -
Eine frühreifende, gut waschbare Speisesorte mit mittleren Knollenerträgen bei relativ guten Marktwarenerträgen (geringe Boniturmängel). Gala hat eine hellschalige, rundovale Knolle mit ansprechender Form und gut mittlerem Speisewert. Die Fleischfarbe ist gelb. Infolge des sehr hohen Knollenansatzes tendiert die Sorte zu einer kleinfallenden Sortierung. Dem ist - soweit möglich - mit produktionstechnischen Entscheidungen zu begenen. Die Resistenz gegen Y-Virus ist sehr gut, gegen Blattrollvirus gering bis sehr gering, gegen Krautfäule mittel. Gala hat mittlere bis höhere Ansprüche an den Boden und höhere an die Wasserversorgung. Der Stickstoffbedarf ist mittel (130-140 kg N/ha). Eignung für Moosstandorte.
Marabel (Europlant) - vorwiegend festkochend -
Eine früh reifende Speisesorte mit mittleren bis hohen Erträgen in der Normalrodung. Marabel hat eine ansprechende ovale Knolle mit gelber Fleischfarbe und flacher Augenlage. Der Übergrößenanteil ist hoch. Die Resistenz gegen Y-Virus ist gut, gegen Blattrollvirus gering. Die Resistenz gegen Krautfäule ist mittel. Eine konsequente Bekämpfung ist notwendig. Die Bodenansprüche sind mittel, der Stickstoffbedarf ebenfalls mittel (120-130 kg N/ha). Auf enge Kartoffelfruchtfolgen reagiert die Sorte empfindlich mit Ertragsrückgang. Infolge mittlerer Beschädigungsempfindlichkeit ist auf schonende Ernte besonders zu achten. Eignung für Moosstandorte.
Musica, (Meijer, NL/KCB) - fest bis vorwiegend festkochend -
Eine früh-mittelfrüh reifende Speisekartoffel mit überdurchschnittlichen Marktwarenerträgen im frühen bis mittelfrühen Sortiment bei Normalrodung. Die langovale Knolle mit hellgelber Fleischfarbe hat eine genetzte Schale und flache Augen. Sortierung tendenziell großfallend. Aufgrund der schwachen Krautfäuleresistenzen ist eine rechtzeitige, konsequente Bekämpfung notwendig. Die Blattroll- und Y-Virus-Resistenzen sind gut. Der Speisewert ist durchschnittlich. Die Keimruhe der Sorte ist gering-mittel. Die gute Waschbarkeit macht die Sorte für den Abpackhandel interessant. Musica neigt zu Eisenfleckigkeit. Dies trübt die sonst positiven Eigenschaften. N-Düngung 100 -120 Kg N/ha. Nematodenresistent bei Ro 1-3.
Queen Anne (Solana) - vorwiegend festkochend -
Eine frühe Sorte im vorwiegend festkochenden Bereich mit einer guten Sortierung, die sich als Speise- und Abpackware eignet. Die gelbfleische Sorte bildet besonders am Schluss langovale Knollen. Sie zeichnet sich durch eine glatte Schale und flache Augen aus. Überdurchschnittliche Knollen- und Marktwarenerträge bei geringer Be-schädigungsanfälligkeit und ausgeglichener Sortierung bei der Normalrodung. Zudem besitzt sie eine gute Y-Virusresistenz. Die Sorte sollte mit einem Pflanzabstand von 25 – 26 cm und 3 cm tiefere Ablage gepflanzt werden. Zur Abreife hin, laufende Kontrolle damit die Sorte nicht zu sehr in die Länge wächst. Die Sorte zeigt gute Resistenzen gegen Knollenkrankheiten wie z.B. Silberschorf und Eisenfleckigkeit. Die Boden- und Wasseransprüche sind mittel. Der Stickstoffbedarf liegt bei ca. 130 kg N/ha incl. N-min. Für eine Frühsorte hat sie gute Lagereigenschaft und ist keimruhig. Die Sorte neigt zu niedrigeren Stärkegehalten, deshalb Kalidüngung nur in der Sulfatform
Princess (Solana) - festkochend -
Eine frühreifende Salatsorte mit hohen Knollenerträgen und mittlerem bis gutem Speisewert. Die ovale Knolle ist hellschalig, formschön und hat eine gelbe Fleischfarbe. Bei mittlerer Sortierung neigt Princess zu niedrigen Stärkegehalten. Die Sorte neigt zu Kindelbildung, was bei entsprechender Witterung, zu sehr geringen Stärkegehalten führt. Die Resistenz gegen Blattrollvirus ist gering, gegen Y-Virus mittel, gegen Schorf gut. Die Bodenansprüche sowie der Wasser- und Stickstoffbedarf sind mittel (100-120 kg N/ha). Princess besitzt eine mittlere Keimruhe und ist mittel bis gut resistent gegen Beschädigungen. Durchschnittliche Krautfäuleanfälligkeit.

Begrenzete Empfehlung

Glorietta (Europlant) - festkochend
Eine langovale, tiefgelbe sehr frühe Salatsorte, mit gutem Speisewert hauptsächlich für die Direktvermarktung. Sie reift im sehr frühen Sortiment eher am Ende ab. Glorietta sollte vor dem Pflanzen einen Wärmestoß erhalten. Anbau eher auf mittlere bis bessere Standorte mit einer sicheren Wasserversorgung. Stickstoffdüngung ca. 90 - 100 kg N/ha. Infolge höherer Virusanfälligkeit, jährlicher Pflanzgut-wechsel. Pflanzgutverfügbarkeit zumeist knapp.
Goldmarie (Norika) - festkochend
Eine Salatsorte im frühen Reifebereich, die mehrjährig durchschnittliche Knollen- und Marktwarenerträge gebracht hat. Die gelbe Knolle ist langoval mit glatter Schale und flachen Augen und hat einen guten Speisewert, besonders für die Direktvermarktung. Die Y-Virusresistenzen sind überdurchschnittlich, gegen das Blattrollvirus durchschnittlich Krautfäulebekämpfung ortsüblich. Die Beschädigungsempfindlichkeit ist durchschnittlich. Die Bodenansprüche sowie der Stickstoff- und Wasserbedarf sind mittel. N-Bedarf gering 70 – 90 kg N/ha. Die Sorte sollte enger gepflanzt und nach der Abreife baldmöglichst geerntet werden.
Lisana (Bavaria-Saat) – Neu - vorwiegend festkochend -
Eine frühe gelbfleischig ovale Sorte. Lisana brachte überdurchschnittlich Marktwarenerträge. Die Stärkegehalte bewegen sich im Sortimentsdurchschnitt. Die Sorte hat eine gute Y-Virusresistenz, ist keimruhig jedoch mit der Tendenz zu einer großfallenden Sortierung
Mia (Norika) – Neu - vorwiegend festkochend -
Eine frühe tiefgelbe rundovale Sorte mit sehr hoher Ertragsleistung. Sie brachte besonders auf den leichten Standorten sehr hohe Marktwarenanteile. Die Y-Resistenz ist mittel. Die höhere Krautfäuleanfälligkeit der Sorte muss beachtet werden
Paroli (Norika) – Neu- vorwiegend festkochend -
Eine frühe – s. frühe gelbe rundovale Sorte mit sehr hoher Ertragsleistung. Sie brachte besonders auf den leichten Standorten sehr hohe Marktwarenanteile. Die Y-Resistenz ist gut. Die höhere Krautfäuleanfälligkeit der Sorte muss beachtet werden.

Mittelfrühe und mittelspäte Speisesorten

Agria (Europlant) - vorwiegend festkochend -
Eine mittelfrühe Speise und Veredelungssorte (Pommes frites) mit sehr hohen Knollenerträgen bei sehr hohem Übergrößenanteil. Der Speisewert ist gut bis sehr gut. Die Resistenz gegen Blattroll und Y-Virus ist mittel bis gut. Wegen sehr hoher Schorfanfälligkeit scheiden Schorfbefallslagen für den Anbau aus. Um im Speisekartoffelanbau Übersortierung mit der Gefahr von Hohlherzigkeit zu verhindern, sind Bestandesdichten von 45.000 bis 50.000 Pflanzen/ha anzustreben. Auch zur Pommes frites - Erzeugung auf besseren Standorten sind 45.000 bis 50.000 Pflanzstellen erforderlich. Um einen zügigen Auflauf der keimruhigen Sorte und einen besseren Knollenansatz zu erreichen, ist eine gute Keimstimmung zum Auspflanzen wichtig. Zur Minimierung des Anteils grüner Knollen, ist auf exakte Legearbeit und guten Dammaufbau zu achten. Auf gute Ausreife, knollenschonende Ernte und Lagerung ist besonders zu achten. Die Bodenansprüche sind mittel bis hoch, der Stickstoffbedarf ist mittel (100120 kg N/ha). Auf besseren Standorten sollte eine NminUntersuchung (DSN) durchgeführt werden, um unbewusste Überversorgung mit Stickstoff zu vermeiden. Die Beschädigungsresistenz ist mittel.
Bernina (Europlant) - festkochend -
Eine mittelfrühe großfallende Speisesorte mit ovaler, feiner glattschaliger Knolle und flachen bis sehr flachen Augen gelber Fleischfarbe und gutem Speisewert. Bernina ist stärker anfällig für Krautfäule und eine durchschnittliche Beschädigungsempfindlichkeit. Die Y-Virusresistenz ist sehr gut. In den Versuchen lagen die Knollen- und Marktwarenerträge auf einem mittleren Niveau. Die Sorte reift als mittelfrühe sehr zügig ab. Boden- und Wasseransprüche mittel. Stickstoffbedarf ist mittel (100-120 kg N/ha inkl. N-min). Wegen der geringeren Stärkegehalte eine verhaltene Kalidüngung und keine chloridhaltigen Dün-ger im Frühjahr verwenden und die Sorte 2 cm tiefer und enger legen! Im Jahr 2019 wurde auf sehr leichten Lagen eine höhere Anfälligkeit gegen Eisenflecken beobachtet.
Krone (Bavaria-Saat) - vorwiegend festkochend -
Mittelfrühe Speisesorte mit mittleren Knollenerträgen und mittlerer Sortierung. Die Marktwarenerträge sind überdurchschnittlich. Krone hat eine formschöne, ovale Knolle, mit gelbem Fleisch und gutem Speisewert. Die Y-Virusresistenz ist gut, die Blattrollresistenz nur mittel bis gering. Krone ist keimruhig im Lager und besitzt überdurchschnittliche Resistenzen gegen Kraut- und Braunfäule. Die Anfälligkeit für Schorf ist gering. Die Boden- und Stickstoffansprüche sind gering bis mittel (80-100 kg N/ha). Überdüngung in Verbindung mit schlechter Ausreife führt zu Qualitätseinbußen. Die Beschädigungsempfindlichkeit ist gering.Nach Aussage des Züchters fördern hohe N-Gaben das Auftreten von Innenmängeln der Knolle.
Melody(Meijer, NL) - vorwiegend festkochend / mehlig -
Eine mittelfrühe bis spät reife Speisesorte mit mittlerem, d.h. schwachem Speisewert. Die hellgelbe, ovale Knolle ist gut waschbar und ist daher für Abpackbetriebe geeignet. Knollen- und Marktwarenerträge sind hoch bis sehr hoch bei einer geringen Beschädigungsanfälligkeit und einer ausgeglichenen Sortierung mit der Tendenz zu Übergrößen. Melody bringt gute bis sehr gute Virusresistenzen sowie eine Krebs 1 Resistenz mit. Bei mittlerer bis guter Schorfresistenz zeigt die Sorte nur mittlere Krautfäuleresistenzen, was bei der Pflanzenschutzstrategie zu berücksichtigen ist. Die keimruhige, gut lagerfähige Sorte hat mittlere Ansprüche an Standort und N-Düngung (100-120 kg N/ha). Auf eine konsequente saubere Abreife ist zu achten. Eignung für Moosstandorte.
Soraya (Norika) - vorwiegend festkochend -
Eine mittelfrühe, ovale, gelbfleischige Speisekartoffel mit hohen Marktwarenerträgen und sehr guter Y-Virus-Resistenzen. Zu niedrige Stärkegehalte sind eine Schwäche der Sorte und können sich negativ auf den ohnehin nur mittleren Speisewert auswirken. Deswegen geringere N-Düngung (80 - 100Kg N/ha). Zu dem im Frühjahr nur sulfatisches Kali verwenden. Ein Anbau auf Moosböden ist nicht zu emp-fehlen. Die Ansprüche an Wasser und Boden sind gering. Auch für leichte Standorte ohne Beregnung geeignet.
Belmonda (Solana) - vorwiegend festkochend -
Eine Speisesorte mit hohen Knollen- und Marktwarenerträgen, die im mittelfrühen Sortiment zu den spät abreifenden Sorten zählt. Die rundovale, gelbfleischige Sorte ist glattschalig und hat einen guten Speisewert. Sie zeigt eine durchschnittliche Anfälligkeit für Beschädigungen und hat eine ausgeglichene Sortierung. Die hohe Anfälligkeit für Y-Virus könnte in der Vermehrung in Bayern ein Problem darstellen. Standortansprüche gering bis mittel. Stickstoffbedarf eher gering ca. 70 - 90 kg N/ha um eine rechtzeitige Abreife zur erreichen. Voraussetzung für eine beschädigungsarme Ernte.
Jelly (Europlant) - vorwiegend festkochend -
Eine relativ spät abreifende Speisesorte mit sehr hohen Knollen- und Marktwarenerträgen. Jelly hat eine großfallende ovale Knolle mit gelbem Fleisch und gutem Speisewert. Hervorzuheben sind die geringen Boden- und Wasseransprüche, die sie vor allem für sehr leichte Standorte anbauwürdig macht. Die Resistenz gegen Y-Virus ist gut bis sehr gut, gegen Blattrollvirus mittel bis gering. Auch gegen Schorf sowie gegen Kraut- und Knollenfäule ist Jelly gut resistent. Damit die Knollen nicht zu groß werden ist eine verhaltene Stickstoffdüngung (80-100 kg N/ha) sinnvoll. Die Beschädigungsempfindlichkeit ist mittel bis gering. Nematodenreistent bei Ro 1,2/3, 5

Begrenzte Empfehlung

Karelia (Europlant) - vorwiegend festkochend -
Karelia ist eine rundovale mittelfrüh bis spätabreifende hellfleischige, vorwiegend festkochend bis mehligkochende Kartoffel. Die Vorteile liegen in den hohen Marktwarenerträgen, der sehr guten Y-Virusresistenz und guten Keimruhe. Anbaueignung für alle Lagen, N-Düngung ca. 90 – 100 kgN/ha. Auf Rhizoctonia achten. Nematodenreistenz bei Pa 2 (8) u. 3 (8) und Ro 1
Laura (Europlant) - vorwiegend festkochend –
Eine rotschalige, mittelfrühe Speisesorte, die vorwiegend für den Veredelungskartoffelanbau in Frage kommt. Laura bringt knapp mittlere Knollenerträge bei formschöner und formstabiler Knolle mit tief-gelber Fleischfarbe. Die Übergrößenanteile sind mittel. Hervorzuheben sind die durchwegs überdurchschnittlichen Resistenzen gegen Viruskrankheiten sowie Kraut- und Knollenfäule. Die Beschädigungsempfindlichkeit ist mittel, der Stickstoffbedarf ebenfalls mittel (100-120 kg N/ha). Eignung für Moosstandorte. Resistent bei Ro 1-5.
Lilly (Solana) - vorwiegend festkochend/mehligkochend –
Eine mittelfrühe vorwiegendfest bis mehligkochend gelbfleischige Speisesorte mit gutem Speisewert. Die Sorte hat in den vergangen Jahren leicht überdurchschnittliche Marktwarenerträge erzielt. In unseren Versuchen fiel die Sorte durch geringe Mängel auf. Anbaueignung für alle Standorte. Trotz der Tendenz zu mehligkochend hat die Sorte immer unterdurchschnittliche Stärkegehalte. Dieses muss beim Anbau beachtet werden. Stickstoffbedarf 130 . 140 kg N/ha inkl. Nmin. Aus diesem Grund nur sulfatisches Kali einsetzen.
Otolia (Europlant) - vorwiegend festkochend –
Eine mittelfrühe vorwiegend festkochend hellgelb- bis gelbfleischige Speisesorte, welche mehrjährig durchschnittliche Marktwarenerträge erbrachte. Die etwas rauhschalige Sorte hat eine sehr gute Krautfäuleresistenz, welche auch für Bio-Betriebe interessant macht. Bei Alternaria ist die Sorte stärker anfällig. Zudem macht die Resistenz bei Krebsrassen 1, 6 und 18 die Sorte interessant. N-Düngung ca. 100 - 120 kg N/ha.
Sevim (Bavariasaat) - Neu - vorwiegend festkochend –
Eine späterabreifende, rundovale sehr großfallende, gelbfleischige Kartoffel. Sie hat hohe Knol-lenerträge. Diese werden auf einigen Standorten jedoch von stärkeren Mängelabzügen begleitet. Die Y-Virusresistenz ist gut. Anbaueignung für alle Lagen, N-Düngung Stickstoffdüngung ca. 90 – 100 kgN/ha. Nematodenresistent bei Ro 1(9), 2/3(9), 5(8)
Simonetta (Europlant) - Neu - festkochend -
Eine mittelfrühe, langovale, dunkelgelbfleischige Kartoffel. Simonetta hat leicht unterdurchschnittliche Marktwarenerträge und ist stärker Y-virusanfällig. Sie eignet sich gut für die Langzeitlagerung. Anbaueignung für alle Lagen. Stickstoffdüngung ca. 90 – 100 kg N/ha
Torenia Ro1,4(9) (Europlant) - festkochend –
Eine mittelfrühe, langovale, gelbfleischige Kartoffel. Torenia hat sehr hohe Marktwarenerträge, eine sehr gute Y-Virusresistenz und eine sehr gute Keimruhe. Die Kocheigenschaften sind f-vf. Anbaueignung für alle Lagen. Stickstoffdüngung ca. 90 – 100 kgN/ha.

Stärkekartoffel

Kuba (Niehoff)
Eine mittelfrühe Wirtschaftssorte mit mittleren bis hohen Knollen- und mittleren Stärkeerträgen. Der Stärkegehalt ist etwas unterdurchschnittlich. Die Resistenz gegen Y-Virus ist sehr gut, gegen Blattrollvirus mittel bis gut. Gezielte und konsequente Krautfäulebekämpfung ist notwendig. Kuba ist beschädigungsempfindlich und hat mittlere Ansprüche an Boden, Wasserversorgung und Stickstoffbedarf (100-130 kg N/ha). Kuba ist resistent bei Ro 1; Krebs 1,2,6,18
Euroflora (Europant)
Eine mittel - spät reifende Stärkesorte mit mehrjährig hohen und stabilen Knollen- und Stärkeerträgen. Die Resistenzen gegen Y-Virus sind hoch, die gegen Blattrollvirus mittel. Inwieweit eine Vermehrung in Bayern etabliert werden kann, bleibt abzuwarten. Die Vermehrungsfläche liegt derzeit bei 24 ha. Die Krautfäuleresistenz der Sorte ist gut. Aufgrund der Ertragsstabilität an unterschiedlichen Standorten kann von mittleren bis geringen Standortansprüchen ausgegangen werden. Der Stickstoffbedarf ist mittel (120-130 kg N/ha). Die Keimfreudigkeit ist mittel bis gering. Euroflora ist Nematodenresisten bei Ro 1-3(9), Pa 2(9), 3(8).
Euroviva (Europant)
Euroviva ist eine sehr spät reifende Sorte, mit überdurchschnittlichen Stärkegehalten. Die Stärkeerträge waren in den Versuchen sehr hoch. Die Y-Virusresistenz ist sehr gut. Anbaueignung für alle, außer spä-ten Lagen. N-Düngung ca. 110 – 130 kg N/ha. In den Niederlanden hat sie eine Krebsresistenz bei 1 (10), 2/6 (9), 18 (10). Die Sorte kann in den Sicherheitszonen allerdings nicht angebaut werden, weil hierzu die Einstufung von JKI fehlt. Die Nematodenresistenz erstreckt sich auf Ro 1(9) Pa2 (9) Pa 3(8)
Kuras (Europlant)
Eine spät reifende Sorte mit höchsten Knollen- und Stärkeerträgen. Die bisherigen An-erkennungsquoten im Pflanzgutbereich lassen auf eine gute Y-Virusresistenz schließen. Die höhere Anfälligkeit für Blattrollvirus führte in den letzten Jahren verschiedentlich zu schlechteren Testergebnissen. Auffällig ist die herausragende Krautfäuleresistenz, die nur bei sehr hohem Befallsdruck und zu späteren Terminen Bekämpfungsmaßnahmen erfordert. Die gut sortierende Sorte mit mittlerem Knollenansatz hat mittlere Boden- und Feuchtigkeitsansprüche. Der Stickstoffbedarf ist mittel (100-130 kg N/ha).
Saprodi (Semagri)
Eine spät reifende Sorte, die mehrjährig überdurchschnittliche Stärkeerträge brachte, bei leicht überdurchschnittlichen Knollenerträgen und höheren Stärkegehalten. Die Y-Resistenzen sind durchschnittlich. Die Krautfäuleresistenz ist mittel. Herausragend ist die breite Nematodenresistenz bei Ro und Pa in der höchsten Resistenznote. Sie Sorte hat eine breite Krebsresistenz. Die Sorte kann in den Sicherheitszonen allerdings nicht angebaut werden, weil hierzu die Einstufung von JKI fehlt. Die Keimruhe der Sorte ist mittel. Bevorzug für bessere Standorte. Die Alternariaresistenz ist überdurchschnittlich. In den vergangenen zwei Jahren wurde die Sorte gebietsweise von Spinnmilben befallen. Dieses beim Anbau berücksichtigen. In bekannten Befallslagen z.B. nicht neben breiteren Straßenböschungen, Stilllegungen usw. anbauen. Dieses soll dem Befall vorbeugen. Eine chemische Bekämpfung der Spinnmilben ist nicht möglich Stickstoffdüngung mittel (120-130 kg N). Saprodi ist resistent bei Ro 1-3(9), Pa 2,3(9), Krebs 1,6,18. Allerdings ist die Krebresisten in Deutschland nicht anerkennt.

Begrente Empfehlung

Bavatop (Bavaria-Saat) - Neu
Bavatop ist spätabreifend, bringt leicht überdurchschnittliche Stärkeerträge bei überdurchschnittlich hohen Stärkegehalten. Die Y-Virusresistenz ist gut. Die Sorte halt lt. BSA eine geringe Anfälligkeit gegen die Krebspathotypen 2,6,18. Für einen Anbau in der Sicherheitszone ist sie nicht zugelassen. Bei den Kartoffelzystennematoden erstreckt sich die Reistenz Ro 1(9), 2/3(8),5(6)
Triton (Norika) -Neu
Eine mittelfrühe Stärkesorte mit durchschnittlichen Stärkegehalten und -erträgen. Die Nematodenresistenz beschränkt sich bei G. Pa im etwas niedrigeren Bereich ( Pa 2(8) bzw. Pa 3(7) und Ro1(9). Von Vorteil ist die vollständige Krebsresistenz. Virusresistenz ist ebenfalls gut. Im Praxisanbau wurde im Jahr 2018 und 2020 etwas mehr Erwinia besonders auf leichten Böden festgestellt. Anbaueignung bevorzug für schwere Böden bei durchschnittlichem Stickstoffbedarf.

Pommes frites Sorten

Lady Amarilla (Meijer, NL)
Eine früh reifende, gelbfleischige, in Holland als mehlig eingestufte Pommesfrites Sorte. Der Ertrag und der Übergrößenanteil fiel bei schöner Knollenform nur durchschnittlich aus. Bei der Mängelbonitur nach CKA-II brachte die Sorte gute Ergebnisse. Wegen der höheren Anfälligkeit gegen Krautfäule und besonders Alternaria ist ein gezielter Fungizidein-satz notwendig. Gegen Nematoden besteht keine Resistenz, die gegen Y-Virus ist mit mittel angegeben. Die Sorte eignet sich in erster Linie für die besseren Standorte. Der Stickstoffbedarf ist hoch (190 kg N/ha).
Zorba (Interseed)
Eine frühe Pommes frites-Sorte mit mittleren Knollenerträgen und gutem Sortieranteil > 50 mm. Die hellfleischige, längliche Sorte neigt zu einem höheren Anteil von grünen Knollen. Deshalb ist ein guter Dammaufbau und tieferes Pflanzen anzuraten. Im Versuch wurde ein höherer Anteil von hohlherzigen Knollen festgestellt. Die übrigen Mängel nach CKA II bewegen sich im üblichen Rahmen. Zorba hat mittlere bis hohe Bodenansprüche mit gesicherter Wasserversorgung, der Stickstoffbedarf ist hoch (190 kg N/ha). Die Sorte besitzt nur eine mittlere Resistenz gegen Rhizoctonia, Eisenfleckigkeit und Erwinia. Eine Beizung gegen Rhizoctonia ist deshalb anzuraten. Die höhere Alternariaanfälligkeit ist in der Krautfäulestrategie zu berücksichtigen. Empfohlene Pflanzdichte 36.000-38.000 Knollen /ha.
Agria
Ausführliche Beschreibung siehe unter Speisesorten.
Challenger (HZPC, NL / KCB)
Eine mittelfrühe Sorte mit hohen Knollenerträgen bei mittlerer Sortierung > 50 mm. Die Sorte zeigt langjährig sichere Stärkegehalte. Wegen der eher kleiner fallenden Sortierung, sollte die Sorte bevorzugt auf besseren Böden angebaut werden. Der Stickstoffanspruch ist hoch (170 kg/ha). Die Resistenz gegen Y-Virus ist eher gering. Die Sorte ist nicht für die Langlagerung bis ins späte Frühjahr wegen abfallender Backfarbe geeignet. Pflanzdichte 33.000 - 35.000 Knollen/ha. Challenger hat keine Nematodenresistenz.
Fontane (Agrico, NL / KCB)
Eine am Ende der mittelfrühen Reifegruppe abreifende Pommes frites-Sorte mit hohen Knollenerträgen bei hohen Sortieranteilen > 50 mm. Das Backverhalten ist sowohl bei Frischverarbeitung als auch nach Lagerung gut. Die Virusgesundheit ist mittel und weil die Sorte auf Virusbefall mit Knollenrissigkeit reagieren kann, nur virusgesundes Pflanzgut verwenden. Die Resistenz gegen Krautfäule knapp mittel. Um Blaufleckigkeit zu vermeiden ist auf schonende Ernte und sachgerechte Lagertemperaturen zu achten. Bei gut mittlerem Knollenansatz sollte Fontane mit 38.000 - 40.000 Knollen/ha ausgepflanzt werden. Die Ansprüche an den Boden und an die Wasserversorgung sind mittel bis hoch, der Stickstoffbedarf ist ebenfalls mittel bis hoch (170 kg N/ha). Praxiserfahrungen deuten darauf hin, dass bei dieser Sorte, eine mehrmalige Blattdüngung mit Sticktsoff die Hohlherzigkeit in ungünstigen Jahren fördern kann. Auf Standorten, auf denen Fontane eher überhöhte Stärkegehalte aufweist die Kalidüngung in der Chloridform ausbringen.
Innovator (HZPC, NL)
Eine mittelfrühe Pommes frites-Sorte mit hohen Knollenerträgen bei hohen bis sehr hohen Sortieranteilen >50 mm. Die Fleischfarbe der etwas rauhschaligen, langovalen Knolle ist hellgelb bis weiß. Innen- und Außenmängel zeigt Innovator nach bisher-gem Kenntnisstand nur in geringem Umfang. Die Boniturwerte sind deshalb günstig und liegen im durchschnittlichen Bereich.
Die Backwerte bei Frischverarbeitung sind mittel bis gut, bei Langzeitlagerung fallen die Werte ab. Innovator ist gegen Krautfäule stärker anfällig, eine konsequente Bekämpfungsstrategie ist deshalb unerlässlich. Die für die Verarbeitung geforderten Stärkegehalte werden trotz etwas unterdurchschnittlicher Werte im Allgemeinen erreicht. Die Pflanzdichte sollte bei mittlerem Knollenansatz (ca. 10 Knollen/Staude) bei 35.000 bis 38.000 Pflanzen/ha liegen. Innovator stellt mittlere bis hohe Ansprüche an Boden und Wasserversorgung. Der Stickstoffbedarf ist mit 160 kg N/ha hoch. Wegen der Empfindlichkeit der Sorte auf den Sencorwirkstoff, sollte sowohl im Vor- als auch im Nachauflauf zur Unkrautbekämpfung darauf verzichtet werden. Die Sorte ist hoch anfällig für Rhizoctonia, deshalb ist eine Beizung anzuraten. Nematodenresistenz be Pa 2 u. 3
Markies (Agrico, NL / KCB)
Eine spätreifende Pommes frites-Sorte mit sehr hohen Knollenerträgen und hohen Sortieranteilen > 50 mm. Die späte Abreife begrenzt den Anbau der Sorte. Markies hat eine ovale Knolle mit hellgelber Fleischfarbe. Der für Pommes frites notwendige Stärkegehalt wird wie die notwendigen Backwerte sicher erreicht. Die Resistenz gegen Krautfäule ist gut, gegen Y-Virus mäßig und gegen Blattrollvirus mittel. Allerdings ist Markies anfällig für Alternaria. Beim Fungizideinsatz sollte dieses beachtet werden. Markies sollte auf besseren Standorten mit gesicherter Wasserversorgung und einer Stickstoffdüngung von 100-120 kg N/ha zum Anbau kommen. Pflanzdichte 35.000 Knollen/ha.
Jurata, (Europlant)
Jurata ist eine weiß – hellgelb fleischfarbige, später abreifende, kleiner fallende Sorte mit guten Stärke-gehalten und leicht überdurchschnittlichen Erträgen, auch in Trockenjahren. Im Anbau eher weiter (ca.33. – 35.000 Knollen/ha) und etwas tiefer pflanzen. Mit steigender N-Düngung stiegen auch die Erträge, jedoch nahmen der Übergrößenanteil und die Stärke-% ab. Lagereignung ähnlich wie Challenger. Da die Sorte sicher die geforderten Stärkegehalte erreicht, ist sie bei diesem Kriterium eine Alternative zu Innovator. Die etwas höhere Krautfäuleanfälligkeit muss beachtet werden. Die Virusresistenz der Sorte ist gut! N-Bedarf ca. 160-170 kg N/ha. Jurata zeigt z.T. einen leicht höheren Fusariumbefall an den Knollen. Eine Pflanzgutbeizung mit Diabolo wird angeraten. Kein Metribuzin, besonders im Nachauflauf, zur Unkrautbekämpfung verwenden. Etwas tiefer (ca. 2cm) pflanzen

Versuchsergebnisse, Sortenbeschreibung, Hinweise zur Produktionstechnik