Daten und Fakten
Land- und Forstwirtschaft im Landkreis Aichach-Friedberg

Informationen zum Landkreis

  • Wohnbevölkerung: 133.998 Einwohner; 24 Städte, Marktgemeinden und Gemeinden
  • Erwerbstätige: 55.200, davon ca. 4 % in Land- und Forstwirtschaft
  • Arbeitslosenquoten im Durchschnitt 2,2 % (zum Vergleich Bayern: 3,0 %)
  • Gesamtfläche: 78.309 Hektar, davon Land- und Forstwirtschaft: 69.315 Hektar.

Struktur der Landwirtschaft

Im Jahr 2021 werden von den 1.286 landwirtschaftlichen Betrieben 586 (46 %) im Haupterwerb (HE) bewirtschaftet. Damit liegt der Landkreis Aichach-Friedberg über dem bayerischen Durchschnitt (HE-Betriebe 38 %). Die Zahl der Ökobetriebe liegt bei 101 (7,9 % der Betriebe). Der Strukturwandel in der Landwirtschaft ist auch in Aichach-Friedberg deutlich erkennbar. So nahm die Zahl der Betriebe seit dem Jahr 2015 um ca.5,8 % ab. Gleichzeitig verringerte sich die Anzahl der Betriebe mit 20 bis 30 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF) um 13 %, während die Betriebe mit über 50 Hektar LF um 4,1 % zunahmen. Die durchschnittliche Betriebsgröße wuchs in diesem Zeitraum von 34 auf 37 Hektar an.
Als günstiger Standort für die Landwirtschaft erweist sich der Landkreis durch die Nähe zur verarbeitenden Industrie, wie die Fabriken für Industriekartoffeln und Zuckerrüben in Rain am Lech oder die Stärkekartoffelfabrik in Schrobenhausen. Darüber hinaus gibt es in der Region mehrere Molkereien, Mühlen und Mälzereien.
Anzahl der Betriebe in den Betriebsgrößenklassen
Entwicklung der Anzahl der Betriebe in den Betriebsgrößenklassen
LF in haJahr 2010Jahr 2015Jahr 2021Veränderung in % seit 2015
gesamt1.4731.3661.286- 5,9
unter 10428367361-1,6
10 - 20366344307- 10,8
20 - 30141116101- 12,9
30 - 50262246212- 13,8
50 - 100206223220- 1,3
über 100707085+ 21,4

Natürliche Erzeugungsbedingungen

  • Höhenlage: 400 bis 540 m ü. NN
  • mittlere Jahrestemperatur: 7,5 °C
  • mittlere Niederschlagsmenge: 800 mm bis 840 mm pro Jahr
  • Boden: sandiger Lehm bis Lehm, Bodenwertzahlen: 30 bis 80

Bodennutzung

Im Jahr 2021 werden im Landkreis 47.940 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Mit einem Anteil von rund 83 % überwiegt die Nutzung als Ackerland. Die wichtigsten Früchte im Getreidebau sind der Winterweizen mit fast 9.100 Hektar und die Wintergerste mit mehr als 4800 ha. Mais wird auf 27 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche angebaut. Die Ausdehnung des Maisanbaues seit 2010 ist im Wesentlichen durch die gestiegene Anzahl von Biogasanlagen zu erklären. Bei den Hackfrüchten im Marktfruchtbau sind Zuckerrüben und Kartoffeln von größerer Bedeutung.
Entwicklung des Anbaus ausgewählter Nutzungsarten der landwirtschaftlichen Flächen
Entwicklung des Anbaus ausgewählter Nutzungsarten der LF
Nutzung der LF20102015 in ha2021 in ha% der LF 2021
Winterweizen10.52910.0869.06518,9
Wintergerste5.3635.0704.80910,0
Sommergerste6856525191,1
sonstiges Getreide1.6952.0933.5077,3
Getreide insgesamt18.27217.90117.90037,3
Ackerfutter1.4251.2991.5863,3
Silomais8.0999.5779.64920,1
Körnermais + CCM3.6643.8763.2006,7
Raps2.0591.0961.1842,5
Kartoffeln2.1351.8592.0504,3
Zuckerrüben9217511.0412,2
Stillegung302252850,6
Leguminosen3173153390,7
Sojabohnen2802526131,3
Gemüse und Handelsgewäche9433047081,5
Mehrjährige bzw. Dauerkulturen2041.1021.1052,3
sonstige Flächen97911900,4
Ackerland insgesamt38.71838.44839.85083,2
Wiesen + Weiden7.7767.5797.97916,6
Streuwiesen + Hutungen432411110,2
Grünland insgesamt7.8197.8208.09016,8
gesamte LF46.53746.26847.940100

Tierhaltung

Die Viehhaltung hat in der bayerischen Landwirtschaft einen hohen Stellenwert. 2021 haben 837 Betriebe (65 %) im Landkreis Aichach-Friedberg Tiere gehalten.
Der wichtigste Betriebszweig in der Tierproduktion ist die Rinderhaltung. 445 Betriebe (53 % der Tierhalter) haben Rinder, davon sind 270 Milch- oder Mutterkuhhalter. Die Zahl der Milchkühe nimmt jedoch seit Jahren ab. Im Durchschnitt werden im Jahr 2021 42,3 Kühe pro Betrieb gehalten. Die Anzahl der Mastbullenhalter sank seit 2015 um 3,4% auf 310 Betriebe hierbei hörten überwiegend Milchviehbetriebe mit der Bullenmast auf.
Auch die Zahl der Zuchtsauenhalter ist in den letzten Jahren stetig gefallen. Allerdings werden in den verbleibenden Betrieben mit durchschnittlich 100 Tieren mehr Zuchtschweine gehalten (+ 19 Zuchtschweine pro Betrieb seit 2015). Diesen Strukturwandel in der Tierhaltung spiegeln auch die folgenden Zahlen wider: Während in den letzten 6 Jahren die Zahl der Mastschweinehalter um rund 14 % zurückgegangen ist, ging die Zahl der gehaltenen Mastschweine im gleichen Zeitraum um 9,7 % zurück.
Der Betriebszweig Pferdehaltung ist dagegen in den letzten Jahren sehr stabil geblieben. Dies ist unter anderem auf einen Anstieg der Pensionspferdehaltung zurückzuführen.
Struktur der Viehhaltung im Landkreis Aichach-Friedberg
Struktur der Viehhaltung im Landkreis Aichach-Friedberg
Tierart201020152021Veränderung in % seit 2015
Rinder50.00545.64541.727- 8,6
Rinderhalter747603445- 26,2
Milch- und Mutterkühe15.28713.71711.425- 16,7
Kuhhalter548410270- 34,1
Mastbullen10.95810.30610.382 0,7
Mastbullenhalter436321310- 3,4
Zuchtsauen8.5006.2744.630- 26,2
Zuchtsauenhalter1307746- 40,3
Mastschweine73.43074.41367.163- 9,7
Mastschweinehalter293227196- 13,7
Schafe4.4154.2663.969- 7,0
Schafhalter807267- 6,9
Pferde1.1461.3271.347+ 1,5
Pferdehalter121135128- 5,2

Bildung und Beratung

Eine qualifizierte Bildung junger Menschen ist von enormer Bedeutung für die Zukunft unserer Landwirtschaft. Es ist daher erfreulich, dass sich in den letzten Jahren wieder mehr Berufsanfänger für die Ausbildung zum Landwirt/-in entschieden haben. Umfassendes Fachwissen vermitteln die Landwirtschaftsschule in Stadtbergen sowie die Hauswirtschaftsschule in Friedberg.
Zunehmend genutzt wird auch das "Bildungsprogramm Landwirt (BiLa)", in dem vorwiegend in Abendkursen auf den Erwerb des landwirtschaftlichen Berufsabschlusses vorbereitet wird.

Das Beratungsangebot des Amtes umfasst die Bereiche:

  • Ressourcenschutz
  • Unternehmensentwicklung und Ausbildung
  • Fachzentrum Pflanzenbau
  • Fachzentrum Ernährung und Gemeinschaftsverpflegung
  • Ländliche Strukturentwicklung
  • Haushalts- und Ernährungsleistungen
  • Gartenbau
Für andere Betriebszweige sowie produktionstechnische Fragen sind Ansprechpartner in den umliegenden Ämtern bzw. bei Verbundpartnern wie beispielsweise LKV oder LKP zu finden.
Auf diese Weise werden die Unternehmensberatung und die sozioökonomische Beratung der landwirtschaftlichen Betriebe sowie die Beratung in der Hauswirtschaft und der Einkommensalternativen sichergestellt.

Forstwirtschaft

Mit rund 19.520 Hektar ist der Landkreis Aichach-Friedberg zu knapp einem Viertel bewaldet (Bayern 36 %). Der Wald ist Wirtschaftsfaktor, schafft Arbeitsplätze und leistet wertvolle Schutz- und Erholungsfunktionen. Aichach-Friedberg verfügt mit ca. 9 Mio. Vorratsfestmetern (Vfm) über umfangreiche Holzvorräte. Bei überschlägiger Kalkulation entspricht dieser Holzvorrat einem Wert von etwa 340 Mio. Euro. Jährlich wachsen 255.000 Vfm Holz zu, welches nachhaltig genutzt werden kann und zur Versorgung der zahlreichen in der Region angesiedelten Holz be- und verarbeitenden Betriebe sowie der Papierindustrie dient.
Der Sektor Forst und Holz im Landkreis Aichach-Friedberg umfasst rund 2.000 Beschäftigte und erzielt einen jährlichen Umsatz von 300 Mio. Euro.
Die bisherige Nutzung und Bewirtschaftung der Wälder hat dazu geführt, dass Nadelbaumarten mit 73 % (davon allein Fichte 63 %) dominieren. Forstpolitisches Ziel ist es, den Anteil an Mischbaumarten (Laubholz) in den Wäldern auch im Hinblick auf den Klimawandel zu erhöhen.

Allgemein strebt das Amt an

  • die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltiger Forstwirtschaft zu steigern,
  • die Wälder als natürliche Lebensgrundlage zu sichern,
  • die Eigenverantwortung der Waldbesitzer zu stärken,
  • das gesellschaftliche Bewusstsein und die Akzeptanz für Wald und Forstwirtschaft zu verbessern.
Verteilung der Waldfläche
Verteilung der Waldfläche
WaldbesitzartFläche in haAnteil in %
Gesamt19.520100
Privatwald14.67975,2
Staatswald2.92815,0
Körperschaftswald1.9139,8

Besitzgröße, Holzvorrat und jährlicher Zuwachs

  • Waldbesitzer: 6.246
  • Durchschnittliche Besitzgröße: 3,1 Hektar
  • Holzvorrat: ca. 9 Mio. Vfm
  • Jährlicher Zuwachs: ca. 255.000 Vfm