Initiative Zukunftswald Bayern
Musterbestände zum Waldumbau

In ganz Bayern verursacht der Klimawandel zunehmend Schäden in den Wäldern.
Langanhaltende Trockenperioden, zunehmende Hitze und Extremwetterereignisse schwächen die Bäume und machen sie anfälliger für Schadinsekten wie beispielsweise die Borkenkäfer. Selbst unsere Hauptbaumarten Fichte, Kiefer und Buche kommen - besonders im Reinbestand - zunehmend an ihre ökologischen Grenzen. Daher ist es wichtig, die Waldbestände möglichst frühzeitig an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen.
Wie sehen zukunftsfähige Wälder aus?
Musterbestände im Amtsbereich
Lage der Beispielflächen
Mit Hilfe der Lageskizzen können Sie sich die Bestände selbständig anschauen und sich über verschiedene Wege zum Waldumbau informieren. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Augsburg steht Ihnen beratend zur Seite, um gemeinsam den Wald fit für die Zukunft zu machen.
Bestände im Raum Baar

Die Baumart Fichte, die heute den Hauptteil der Wälder im Gebiet des AELF Augsburg ausmacht, kommt besonders im Reinbestand zunehmend an ihre ökologischen Grenzen. Daher ist es wichtig, die Waldbestände möglichst frühzeitig an die sich ändernden Klimabedingungen anzupassen. Mehr
Im Raum Biberbach
Bestand 7 - Weißtannen-Voranbau
Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild

Über der einen Weißtannen-Gruppe stehen die alten Fichten noch dicht, deshalb ist es hier relativ dunkel. Hier muss dringend durchforstet werden, damit die eingebrachten Weißtannen mehr Licht zum Wachsen haben. Dass das so ist, kann man gut daran erkennen, dass die kleinen Bäume jedes Jahr nur sehr wenig in die Höhe wachsen.
Bei der anderen Tannen-Gruppe, an deren Rand der Altbestand bereits weg ist, sind die Jahrestriebe deutlich länger.
Zukünftige Maßnahmen
Wegbeschreibung und Lageplan
Im Raum Langweid am Lech
Bestand 8 - Stieleiche - Mittleres Alter
Ausgangslage
Motivation und Zielsetzung des Waldbesitzers
Mit der Pflanzung der Stieleichen erhofften sich die Bewirtschaftenden also einen Wald, der widerstandsfähiger gegenüber Stürmen ist, als sein Vorgänger.
Maßnahme
Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild
Zukünftige Maßnahmen
Mehr zur Z-Baum-Durchforstung lesen Sie weiter unten bei den forstlichen Fachbegriffen.
Im Raum Mickhausen
Bestand 9 - Gemischte Naturverjüngung
Ausgangslage
Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild

Zukünftige Maßnahmen
Im Raum Reichertshofen
Bestand 10 - Rotbuche - Altbestand mit Naturverjüngung
Ausgangslage
Zukünftige Maßnahmen
Darüber hinaus wäre auch darüber nachzudenken, ob an noch unverjüngten Stellen gezielt andere Baumarten gepflanzt werden.
Im Raum Blumenthal

In den 90er Jahren wurden viele landwirtschaftliche Flächen nach der Aufgabe des Betriebes in Wald umgewandelt. So passierte es auch hier in Blumenthal, als in den Jahren nach der Aufgabe des landwirtschaftlichen Betriebs rund 90 Hektar aufgeforstet wurden. Manche dieser Ackeraufforstungen sind mittlerweile sehr ansehnlich und eine Besichtigung wert. Mehr
Im Raum Schwabmünchen
Bestand 15 - Stieleiche - Mittleres Alter
Ausgangslage
Der Weg bis zum heutigen Erscheinungsbild

Zukünftige Maßnahmen
Im Raum Aichach

Die Musterbestände bei Aichach lassen kaum Wünsche offen. Von Erstaufforstung auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen über Naturverjüngung und Voranbau bis zur Wiederaufforstung nach Schaden haben Waldbesitzende verschiedene Möglichkeiten gewählt, ihre Fichtenbestände in zukunftsfähige Mischbestände umzuwandeln Mehr
Im Raum Waldberg

Von Waldberg aus erreichen Sie weitere Bestände, die Ihnen die verschiedenen Vorgehensweisen beim Waldumbau verdeutlichen. Hier wird sichtbar, wie Voranbauten von Buche und Weißtanne aussehen können. Auch Naturverjüngung von gemischtem Wald oder die Pflege älterer Fichten-Naturverjüngung wird vorgeführt. Dazu können Sie sich das Ziel dieses Vorgehens vor Augen führen, nämlich gemischte Altbestände mit niedrigen Anteilen von Fichte. Mehr
Im Raum Zusmarshausen
Musterbestände bei Zusmarshausen

Im Norden von Zusmarshausen liegen die Vorführbestände 31 bis 33. Zu sehen sind mehrere Voranbauten von Weißtanne und Rotbuche sowie ein Voranbau von Eibe, die in einem knapp 100-jährigen Fichtenaltholz angelegt wurden. Mehr
Forstliche Fachbegriffe? Einfach erklärt
Auf dieser Hauptseite zu den Musterbeständen finden Sie eine einfache Erklärung der forstlichen Fachbegriffe, z. B. was man unter einer Auslesedurchforstung versteht oder wann man von Voranbau spricht.
Forstliche Fachbegriffe einfach erklärt
Ziele waldbaulichen Handelns
Naturverjüngung
Voranbau (= Vorbau)
Kultur- und Jungwuchspflege
In gleichmäßig aufgewachsenen, dichten Fichtennaturverjüngungen ist eine schematische Stammzahlreduktion notwendig. Hierzu werden einzelne Bäume mit dem Freischneider freigestellt. Mischbaumarten werden gezielt gefördert.
In bereits gemischten Beständen können die Baumartenanteile gesteuert werden.
Jungbestandspflege
Im Nadelholz wird in undifferenzierten Beständen in die Auslesedurchforstung übergegangen, es erfolgt jetzt keine schematische Stammzahlreduktion mehr.
Jungdurchforstung
Auslesedurchforstung/Z-Baum-Durchforstung
Hier werden zunächst die Zukunftsbäume (= Z-Bäume) markiert. Ausgewählt werden sie anhand von Qualität, Vitalität und Stabilität, also Gesundheit und Stammform, Wuchskraft im Vergleich mit dem umgebenden Bestand sowie der Kronenform. Alle 8 bis 12 Meter sollte ein Z-Baum stehen.
Um diesen Bäumen dann genügend Raum für ihre weitere Entwicklung zu geben werden 1 bis 2 bedrängende Bäume entnommen. Die Bereiche zwischen den Z-Bäumen bleiben bewusst ungepflegt. Eventuell vorhandener Unter- und Zwischenstand bleibt erhalten. Er dient zur Schaftpflege und zur Strukturierung des Bestandes. Etwa nach fünf Jahren sollte der nächste Eingriff stattfinden.
Altdurchforstung
Waldrand
Zoombild vorhanden
Skizze: R. Costa (2009)
Im Krautsaum stellen sich Arten wie Brennnessel, Schlüsselblume oder Storchenschnabel ein. Im Strauchgürtel können die verschiedensten Heckenpflanzen vorkommen wie Schlehe, Weißdorn oder Holunder. Bäume zweiter Ordnung, also solche, die nicht so groß werden, beispielsweise Feldahorn, Mehlbeere, Wildobst, oder Weide, sind typische Bäume des Waldgürtels. Die einzelnen Zonen sind nicht klar voneinander getrennt, sondern gehen fließend ineinander über. Für die Anlage eines Waldrandes wird jedoch etwas Platz benötigt. Etwa 10 m Tiefe sollte eingeplant werden.
Ansprechpartner
Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Augsburg
Rommelsrieder Straße 9, 86420 Diedorf - Biburg
Tel.: 0821 43002 2000
Fax: 0821 43002 2222
E-Mail: poststelle@aelf-au.bayern.de
Die Initiative Zukunftswald in Bayern








