Die Anbaufläche mit Wintertriticale zur Körnernutzung für die Ernte 2025 liegt nach InVeKoS-Statistik in Bayern bei ca. 56.500 ha. Somit wurde die Anbaufläche im Vergleich zu 2024 um 7.400 ha (ca. 12 %) reduziert.
Anbauberechtigung hat Triticale vorrangig auf Grenzstandorten des Weizens. Die Stresstoleranz und Trockenheitsresistenz bei Triticale sind dem Weizen deutlich überlegen. Auch der geringere Betriebsmittelaufwand gegenüber Weizen kann auf Grenzstandorten die Wirtschaftlichkeit verbessern und die Versorgung mit Futtergetreide sicherstellen.
Neben der Hauptverwertung zur Körnernutzung, hat sich der Anbau von Triticale als Biomasselieferant etabliert. Im Erntejahr 2025 wurde der Anbau auf etwa 24.000 ha durchgeführt, was einer Ausdehnung der Fläche um 1.400 ha im Vergleich zu 2024 entspricht.
Cedrico (Syngenta Seeds)
Cedrico erreicht mehrjährig überregional mittlere Erträge. Die Blattgesundheit der liegt insgesamt gesehen auf einem sehr hohen Niveau. Auf Mehltau und Braunrost sollte jedoch geachtet werden. Die gute Standfestigkeit und der kurze Wuchs runden die Sorte ab. Mit der Fusariumnote „+“ ist auch ein Anbau nach Mais möglich.
Fantastico (IG Pflanzenzucht) – NEU
Fantastico erreicht mehrjährig überregional überdurchschnittliche Erträge. Dies bestätigt sich unter anderem auch am Standort Straßmoos. Bezüglich der Blattgesundheit liegt die Sorte auf einem hohen Niveau. Auf Mehltau und Gelbrost sollte bei Bestandskontrollen geachtet werden. Die gute Standfestigkeit und der kurze Wuchs sind sehr positiv zu werten.
Lombardo (Syngenta Seeds)
Eine Sorte mit mittlerer Abreife und mehrjährig, wie auch 2025 mit durchschnittlichen bis überdurchschnittlichen Kornerträgen. Die Blattgesundheit von Lombardo ist insgesamt mittel zu beurteilen. Schwächen sind bei Braunrost und Blattseptoria auszumachen. Die Standfestigkeit ist leicht überdurchschnittlich, verlangt jedoch einen gezielten Wachstumsreglereinsatz. Auf die durchschnittliche Fusariumresistenz ist zu achten (Note „O“) Der Anbau nach Mais sollte vermieden werden.
Ramdam (Limagrain) Empfehlung im Jura
Ramdam erzielt mehrjährig im Anbaugebiet Jura durchschnittliche Erträge. Die Blattgesundheit ist gut und zeigt bis auf die mittlere Einstufung bei Mehltau keine ausgewiesenen Schwächen. Aufgrund der mittleren Einstufung gegenüber Fusarium ist der Anbau nach Mais nicht anzuraten. Der Ertragsaufbau wird über eine hohe Anzahl an Körnern in der Ähre und einem hohen TKG generiert. Beim Anbau sollte man die lange Wuchshöhe und die lediglich mittlere Standfestigkeit beachten.
Rivolt EU (SECOBRA Saatzucht)
Rivolt EU erreicht mehrjährig hohe Kornerträge bei einer mittleren Abreife. Die Sorte besitzt eine mittlere Pflanzenlänge in Kombination mit einer überdurchschnittlichen Standfestigkeit. Ein gezielter Wachstumsreglereinsatz ist notwendig. Trotz insgesamt guter Blattgesundheit, ist jedoch gleichzeitig zu beachten, dass Rivolt EU gegenüber Gelbrost zu den schwächeren Sorten im LSV zählt. Die Bestände sind dahingehend intensiver zu kontrollieren. Die Sorte besitzt eine überdurchschnittliche Fusariumresistenz mit der Note „(+)“. Anbaueignung für alle Lagen.
Der Anbau von Triticale und Roggen als GPS hat sich als Biogassubstrat in vielen Betrieben etabliert. Die Ansprüche der Sorten sind entsprechend differenziert zur Körnernutzung zu sehen. Deshalb wurden von der LfL Sortenversuche angelegt, die die Eignung spezieller Sorten für die GPS- Nutzung beurteilen. Zusätzlich zum Ertrag ist in der Empfehlung auch die Standfestigkeit berücksichtigt worden. Nur ein stehender Bestand sichert hohe Erträge, erleichtert die Ernte und vermeidet zu hohe Rohaschegehalte im Erntegut. Die Blattgesundheit ist vor allem in Triticale im Hinblick auf Gelbrost sehr wichtig. Auch dies wurde in der Empfehlungsentscheidung als Kriterium herangezogen. Der optimale Erntezeitraum liegt bei einem TS-Gehalt von ca. 35%. Folgende Sorten stehen für den Anbau im Herbst in der Empfehlung:
Allrounder PZO,
eine in Körner- und Silonutzung zugelassene Sorte, eignet sich vor allem zur Ganzpflanzenernte. Sie bringt einen mehrjährigen TM-Ertrag von 102 %. Die TS-Gehalte liegen über dem Versuchsmittel. Die Sorte besitzt sehr gute Resistenzen gegen Gelb- und Braunrost. Sollen die Körner geerntet werden, ist auf die mittlere bis hohe Fusariumanfälligkeit zu achten. Im Kornertrag wird sie deutlich schwächer bewertet als die neuen Körnertriticalesorten.
Resolut PZO
wurde als Winterzwischenfrucht (Grünschnitttriticale) getestet und zugelassen. Bei dieser Prüfung erfolgt die Ernte etwa zum Ährenschieben und damit früher als bei der GPS-Prüfung. In den GPS-Versuchen zeigt sich die Sorte ertragsstark mit einem TM-Ertrag von 106 % relativ. Sie weist mit Abstand die höchste Pflanzenlänge in der Prüfung auf – im Schnitt rund 50 cm länger als Rivolt EU. An den fünf von Lager betroffenen Versuchen war sie meist die lageranfälligste Sorte. Anfälliger wird sie auch für Mehltau beschrieben. Ihre Gelbrostresistenz ist sehr gut. Zur Körnernutzung eignet sie sich nicht.