Aktuelle Hinweise zum Kartoffelanbau (Stand: 27. Mai 2026)

Ein Schwerpunkt des Kartoffelanbaus in Bayern liegt im Dienstgebiet unseres Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg. Das Sachgebiet L2.3P - Landnutzung gibt Hinweise für die richtige Lagerung und Düngung.
Amtlicher Warndienstaufruf zur Bekämpfung der Glasflügelzikaden als Bakterienvektoren
Die wöchentlich aktualisierten Fangzahlen werden auch wieder über die Plattform ISIP veröffentlicht:
Blattlauszuflug - aktuell für Vermehrung
Aktuelle Situation Krautfäule
Die Kartoffeln sind unterschiedlich weit entwickelt insgesamt sind viele Bestände aber noch nicht so weit wie sonst um diese Zeit. Durch die heiße Witterung schreitet die Entwicklung der Bestände nur aber sehr rasch voran.
Für das Auftreten der Krautfäule ist Größe der Kartoffeln unerheblich, entscheidend ist, ob es nach dem Legen zu einer intensiven Durchfeuchtung des Damms kommt. Aufgrund der leider aktuell akuten Trockenheit besteht bei der Krautfäulebekämpfung aktuell noch kein Handlungsbedarf.
Ab dem Wochenende soll die Gewitterneigung zunehmen. Falls es lokal zu Starkniederschlägen kommen sollte und diese vom Boden auch aufgenommen werden, wäre es denkbar, dass sich für Krautfäule gute Infektionsbedingungen, sprich zumindest kurzfristig hohe Bodenfeuchten, einstellen. In diesem Fall, und nur in diesem, müsste eine erste Behandlung gegen Krautfäule vorgenommen werden. Hierfür sollten systemische Fungizide wie z.B. 1,6 l/ha Infinito oder 2,5 l/ha Simpro / Omix Duo ausgebracht werden, wenn wie Flächen wieder befahrbar sind.
(Hinweise verändert nach Dr. Scheid, LfL)
Eigenen Nachbau auf Virusbefall untersuchen lassen
Deshalb sollte auch der Nachbau auf Virus untersucht werden. Ab 15 bis 20% Virusbefall, abhängig von der Art des Virus, sollte auf einen Nachbau verzichtet werden, wegen Ertrags- und Qualitätsverschlechterung. Zur Untersuchung Knollen in Pflanzgutgröße einsenden.
LfL mit Augenstecklingstest:
Kosten: ca. 90 € pro Probe bei Untersuchung auf zwei Viren; ca. 61€ pro Probe bei Untersuchung auf nur einen Virus
(Untersuchung auf die relevanten Viren je nach Sortenanfälligkeit)
130 Knollen (Anlieferung in Freising)
BGD mit PCR:
Kosten: 163 € pro Probe (Untersuchung auf R,Y,M)
210 Knollen (Anlieferung Rain / Lech, BGD)
Der Augenstecklingstest dauert länger, liefert aber den genaueren Wert, insbesondere bei höherem Virusbesatz, denn der PCR Test kann keine Unterscheidung zwischen 14 % und 100 % Befall liefern. Bis zu 14 % Virusbefall liefert der PCR Test ebenfalls sehr gute unterscheidbare Werte. Hintergrund ist, dass hier nach befallenen Pools verrechnet wird: 11 Pools von 12 befallen sind 14% Virus, 12 Pools von 12 befallen sind 100 % Virus.
Der PCR-Test geht schneller und es kann, wenn gewollt auch gleich Ring- und Schleimfäule mit untersucht werden.
Bei allen Untersuchungen wird auf alle relevanten Viren getestet.
Schilfglasflügelzikade / Stolbur / SBR
Die nach wie vor wirksamste Maßnahme zur Eindämmung der Population ist eine möglichst lange Schwarzbrache (5-6 Monate) nach Wirtspflanzen wie Kartoffeln und Zuckerrüben, wodurch eine Reduktion von bis zu 90 % möglich ist.
Auch kann eine tiefe Bodenbearbeitung möglichst schnell nach der Ernte die Nymphen minimieren, da diese relativ schnell in tiefere Bodenschichten wandern. Der Effekt ist hier nach Zuckerrüben noch größer, da bei der Kartoffelernte durch das Roden schon ein intensiver Eingriff in den Boden stattfindet.
Bei beiden Maßnahmen ist der Erfolg am größten, wenn diese möglichst flächendeckend von allen Betrieben durchgeführt wird.
Monitoring und Hinweise zur Schilfglasflügelzikade des AELF Augsburg mit weiteren Verlinkungen
Vorläufige Anbauflächen Kartoffeln
Weitere schriftliche aktuelle Hinweise über den Partner in der Verbundberatung - Pflanzenbau

